Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge

   Von Miggi

Titelbild zu Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge von Dotemu und Tribute Games

In meiner frühen Kindheit war für mich glaube ich kein Franchise wichtiger als die Turtles. Naja ok, Sonic vielleicht. Sagen wir es war ein geteilter erster Platz. Ich habe die Serie geliebt, meine Action-Figuren überall mit hingeschleppt, die Filme auf VHS-Kassetten aufgenommen, um sie immer wieder sehen zu können und wenn ich etwas gezeichnet habe, dann waren es entweder die Turtles oder Sonic. Und bis heute haben die vier Brüder Raphael, Michelangelo, Leonardo und Donatello einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Als im März 2021 also Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge von Tribute Games angekündigt wurde, konnte man aus Salzburg ein lautes "COWABUNGA!" hören. Viel zu lange gab es schon kein gutes TMNT-Spiel mehr (Looking at you Mutants in Manhattan) und, dass nun ein Studio aus Ex-Ubisoft-Devs, die schon an Scott Pilgrim vs. the World: The Game gearbeitet hatten, ein Retro-Beat 'em up zum Franchise entwickeln hat mich direkt hoffnungsvoll gestimmt.

Die Story ist im Grunde ein Best Of aus Turtles in Time, Hyperstone Heist und der Serie aus 1987. Bebop und Rocksteady brechen bei Channel 6 ein, um dort technische Geräte stehlen zu können, denn Shredder will Superhirn Krang seine altbekannte Roboter-Hülle zusammenbauen. Im Laufe der Geschichte lauft ihr dabei durch altbekannte Schauplätze in New York wie Manhattan und Coney Island, springt über die Dächer der Stadt, fliegt auf Raketen-Skateboards über den Highway und natürlich geht es auch in die Kanalisation. Wie es sich für echte Teenage Mutant Ninja Turtles nunmal gehört. Insgesamt prügelt ihr euch so im Spiel durch 16 Levels, die vollgepackt sind mit Retro-Liebe und kleinen Details, die Fan-Herzen höher schlagen lassen wird.

Leonardo und April geben sich ein High-Five in Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge von Dotemu und Tribute Games
High-Five!

Wie in guten alten Retro-Zeiten oder auch schon Streets of Rage 4 ist Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge wieder ein 2D-Beat 'em Up. Bevor ihr loslegt könnt ihr euch zwischen sieben Charakteren entscheiden - neben den vier Schildkröten-Brüdern könnt ihr auch mit Master Splinter, April O'Neil und Casey Jones in den Kampf ziehen, wovon ihr letzteren aber erst einmal freischalten müsst. Im Spiel habt ihr die Wahl zwischen einem Story- und einem Arcade-Modus. Der Arcade-Modus ist dabei die schwere Variante, in dem ihr nur eine begrenzte Anzahl an Leben habt und die Levels in einem Rutsch durchspielen müsst. Im Story-Modus könnt ihr die verschiedenen Levels auf einer Übersichts-Karte separat auswählen und verschiedene Challenges & Collectibles pro Level abschließen.

 

Pro Level gibt es dabei verschiedene Aufgaben, wie den Abschnitt zu überstehen ohne Schaden zu nehmen, in keine Hindernisse zu krachen oder eine bestimmte Anzahl an Sprungangriffen zu landen. Die Collectibles und auch Personen, für die ihr diese dann sammelt, müssen in den Levels von euch gefunden werden und verstecken sich z.B. hinter zerstörbaren Türen oder anderen Gegenständen. Für alles, was ihr abschließt, bekommt ihr Punkte, die eure Charaktere aufleveln. So gibt es im Story-Modus für eure Figur mehr HP, Extra-Leben, neue Moves oder den Radical Mode, der euch kurzzeitig stärker werden lässt. Zusätzlich habt ihr die Möglichkeit aus drei Schwierigkeitsgraden auszuwählen, wobei ihr den vorab gewählten während eures Durchgangs nicht mehr ändern könnt. 

Splinter steht in einer Küche mit Footsoldiern in Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge von Dotemu und Tribute Games.
I'm gonna tell my kids this was Ratatouille.

Wie in allen guten Beat 'em ups lauft ihr meist von Links nach Rechts und verprügelt jedes Foot Clan-Mitglied, das euch über den Weg läuft. Die Gegner-Klassen werden dabei stetig stärker und bekommen nach und nach auch mehr Moves. Damit ihr dabei nicht als Punching Ball vom Feld geht könnt ihr durch verschiedene Tastenkombinationen verschiedene Kombos und Moves ausführen und habt zusätzlich noch die Ninja Power-Leiste. Ist diese gefüllt, könnt ihr euren Special Move ausführen, der direkt mehrere Gegner auf einmal treffen kann. Die Ninja Power füllt ihr auf, indem ihr Schläge aneinanderreiht oder euren Taunt-Move ausführt. Der schenkt euch direkt eine ganze Füllung, lässt euch aber auch länger wehrlos gegenüber Attacken dastehen. Passt also gut auf, wann ihr taunted.

 

Jede Figur in Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge spielt sich dabei ein bisschen anders und hat unterschiedliche Moves und Taunts. Je nachdem wen ihr auswählt, habt ihr entweder mehr Reichweite, Geschwindigkeit oder Kraft. Und diese sind dabei nicht einfach nur nette Gimmicks, sondern wirken sich merkbar auf die Kämpfe aus. Während Donatello eine sehr hohe Reichweite hat und dafür sehr langsam ist, hat Raphael mit seinen Twin Sai eine wahnsinnig kurze Range, haut dafür aber ordentlich rein. Am meisten Sinn macht es dann vor allem im Multiplayer-Modus eine gute Auswahl an Figuren zu treffen, die sich im besten Fall gegenseitig ergänzen. Das ganze Spiel könnt ihr nämlich mit bis zu 5 Freund*innen gemeinsam spielen und könnt euch dann sogar gegenseitig heilen und besondere Attacken ausführen, die es nur im Mehrspieler*innen-Modus gibt.

Splinter, Donatello und Raphael kämpfen gegen Foot Soldier in Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge von Dotemu und Tribute Games.
Der Pizza-Stand dürfte in diesem Spiel wesentlich besser besucht werden, als der Sushi-Stand.

Sowohl optisch als auch akustisch haben Tribute Games tief in die Retro-Schatzkiste gegriffen. Die 16 Levels strotzen vor kleinen Details, die mich mit einem Dauergrinsen durch das Spiel haben laufen lassen, es gibt ein Wiedersehen mit diversen altbekannten Figuren aus der Turtles-Welt und das Ganze kommt in einem wunderschönen 2D Pixellook, der einfach wie die Schildkrötenfaust aufs Foot Soldier-Auge passt. Als Stimmen hat man sich den Original-Cast der 1987er-Serie geholt und für den Soundtrack war Tee Lopes zuständig, der auch schon an Sonic Mania und Streets of Rage 4 gearbeitet hat. Außerdem wird auf "It's a Pizza Party!" Nerdcore-Rapper Megaran gefeatured, während man für den Song "We Ain't Come To Lose" sogar Wu-Tang Clan Legenden Ghostface Killah und Raekwon gewinnen konnte. Jedes Kind der Neunziger wird hier einfach nur durch die Bank mit Fanservice beglückt.

"Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge ist spielbarer Fanservice, bei dem aber auch der Spielspaß nicht zu kurz kommt und der vor allem im Multiplayer unfassbar Laune macht."

Endlich sind die Turtles zurück auf der Siegerstraße! Nachdem ich vor ein paar Jahren noch krampfhaft versucht habe Mutants in Manhattan irgendwie etwas Positives abzugewinnen, einfach weil ich das Franchise so liebe, weiß ich hier jetzt gar nicht wo ich als erstes anfangen soll mit meinem Lob. Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge ist spielbarer Fanservice, bei dem aber auch der Spielspaß nicht zu kurz kommt und der vor allem im Multiplayer unfassbar Laune macht. Der 2D Pixellook passt perfekt zum Genre und zum Franchise selbst, der Soundtrack könnte nicht besser aufs Spiel zugeschnitten sein und mit den circa zwei Stunden Spielzeit ist das Spiel der perfekte Arcade-Snack für zwischendurch. Mit den verschiedenen Figuren und Challenges hat man trotzdem einen gewissen Wiederspielwert und wer immer noch skeptisch ist, kann das Spiel sogar als Teil des Xbox Game Pass spielen. Aber eigentlich kann man mit Shredder's Revenge nicht wirklich was falsch machen. Cowabunga!

Wertung zu Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder's Revenge von Dotemu und Tribute Games
5 von 5 Raphaels.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0