Pokémon Strahlender Diamant & Pokémon Leuchtende Perle

   Von Miggi

Titelbild von Pokémon Strahlender Diamant & Pokémon Leuchtende Perle

Ich liebe das ja. Immer wieder erscheinen rund um meinen Geburtstag neue Pokémon Editionen und irgendwie glaube ich Nintendo macht das absichtlich, um mir ein kleines Geschenk zu machen. Ok, das ist natürlich Quatsch, aber lasst mich bitte in dem Glauben! Dieses Jahr waren es die Remakes zu den ersten Nintendo DS-Spielen Pokémon Diamant und Pokémon Perl, die ursprünglich im Jahr 2006 erschienen, und zu denen ich eine ganz besondere Verbindung habe. Nachdem ich die Game Boy Advance-Generation damals notgedrungen übersprungen hatte, kehrte ich mit Diamant und dann Platin wieder zurück in mein heiß geliebtes Franchise. Aber hier soll es jetzt nicht um die DS-Spiele gehen, dazu habe ich schon ein Podcast Special gemacht, sondern heute reden wir über die Switch-Remakes Pokémon Strahlender Diamant & Pokémon Leuchtende Perle.

Im Zuge des Events zum 25-jährigen Jubiläums des Pokémon-Franchises, das am 26. Februar 2021 stattfand, wurden neben Pokémon Legends: Arceus, das von Game Freak selbst entwickelt wird, die Gen 4-Remakes Remakes angekündigt. Hauptverantwortlich dafür war aber diesmal nicht Game Freak selbst, sondern ILCA. Daneben war aber auch Junichi Masuda beteiligt, der schon bei den DS-Versionen als Director mitgearbeitet hatte. Die Reaktionen auf den neuen Look fielen schon beim ersten Trailer recht gemischt aus, da sich das Spiel in einem Chibi-Look präsentiert, den ich persönlich aber sehr passend finde. Story-technisch hat sich bei den Remakes nicht viel getan, ihr versucht also neben eurer Aufgabe den Pokédex zu füllen, Champ der Sinnoh-Region zu werden und müsst nebenbei noch die Pläne von Team Galaktik vereiteln.

Plinfa kämpft gegen Bidiza in Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle für Nintendo Switch
Offensichtlich ist Plinfa die einzig richtige Starter-Wahl in Generation 4,

Aber kommen wir noch einmal kurz zurück zum Chibi-Look. Ich verstehe, dass dieser für manche im ersten Moment etwas seltsam wirken kann. Die großen Köpfe und kleineren Körper wurden damals mit dem Sprung ins Dreidimensionale abgelegt und seitdem hatte man normalere Proportionen in den Hauptspielen der Serie. Allerdings verbinde ich diesen Look viel eher mit der vierten Pokémon-Generation und auch im Spiel selbst, hat mich diese Stil-Entscheidung überhaupt nicht gestört. Das ist natürlich absolut Geschmackssache, aber wenn ihr eigentlich Pokémon-Fans seid und euch nur der Look stört, solltet ihr dem Spiel eventuell trotzdem eine Chance geben. Vor allem im Spiel selbst überzeugt der Look wie ich finde noch einmal mehr, als es in den kurzen Trailern der Fall war. In den Kämpfen switcht das Spiel übrigens wie immer in einen "realistischeren" Grafik-Stil. Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle orientieren sich als Remakes der vierten Generation auch sonst relativ strikt an den beiden Ursprungs-Versionen.

 

Neuerungen, die mit der Platin Edition zwei Jahre später hinzugefügt wurden, sucht ihr hier also großteils vergeblich. Das heißt aber natürlich nicht, dass es keinerlei Neuerungen gibt, außer der Grafik. Alleine, dass man nun keine zwei Screens mehr hat, wie es noch am DS der Fall war, machte Änderungen notwendig, wie etwa beim Pokétch. Das Gadget, das ihr sonst über den zweiten Screen gesteuert habt, wird in den Remakes per Tastendruck auf die R-Taste geöffnet und in der oberen rechten Ecke des Bildschirms angezeigt. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, man hat aber relativ schnell den Dreh raus. Ihr könnt das Gerät dann vergrößern, um besser darauf zugreifen zu können oder eben auch wieder ausblenden. Durch die verschiedenen Funktionen könnt ihr per Tastendruck blättern, leider wird das etwas mühsam, je mehr Add-Ons man im Spielverlauf findet, da es keinen "Zurück"-Knopf am Pokétch gibt.

Der Protagonist steht in den Untergrundhöhlen in Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle für Nintendo Switch
Straight from the Underground!

Ein Update, mit dem ich persönlich sehr viel Spaß hatte, sind die Untergrundhöhlen. In der Stadt Ewigenau bekommt ihr in den beiden Editionen ein Erkundungs-Set, mit dem ihr euch unter die Erde graben könnt. Dort findet ihr ein Netz aus verschiedenen Höhlen, in denen ihr Schätze wie Fossile, Statuen oder Entwicklungs-Steine ausgraben und eine eigene Basis bauen könnt. In dieser habt ihr die Möglichkeit gefundene Statuen aufzustellen, um die Häufigkeit verschiedener Pokémon-Typen zu erhöhen. Neben den Gängen findet ihr nämlich immer wieder kleinere und große Höhlen, in denen wilde Pokémon auftauchen, die ihr fangen könnt. Diese sind nicht nur teilweise sehr selten und im restlichen Spielverlauf nicht auffindbar, sondern haben hier auch ein praktisch hohes Level. Wer also nicht den Feuer-Starter Panflam gewählt hat (wie kluge Menschen das machen, weil Plinfa MVP ist), hat hier zum Beispiel die Möglichkeit relativ früh ein Hundemon als Feuer-Typ zu fangen.

 

Ein weiterer Kritik-Punkt, den Fans schon vor Release aufgebracht hatten, ist der EP-Teiler. Dieser ist wie in den neueren Spielen automatisch für alle eure Pokémon aktiviert und kann auch nicht ausgeschalten werden. So erhalten nach Kämpfen alle eure Pokémon Erfahrungspunkte und leveln auch mit, wenn sie nicht aktiv am Kampf beteiligt waren. Die größte Sorge alteingesessener Fans war hier, dass das Spiel dadurch zu einfach wird und die Herausforderung so flöten geht. Aber ich kann euch beruhigen - selbst mit aktivem EP-Teiler und ordentlich hochgeleveltem Team, werden allerspätestens die Top 4 und Champ Cynthia eine Herausforderung für euch darstellen. Diese haben allesamt ein kompetitives Move- und Item-Set erhalten und auch ich musste mit meinem extra noch geleveltem Team bei Cynthia zittern, nachdem sie die Hälfte meines Teams mit ihrem Knackrack ge-one-shotted hat.

Der Protagonist läuft mit Pachirisu durch eine Stadt in Pokémon Strahlender Diamant und Leuchtende Perle für Nintendo Switch
Hilfe! Ich werde verfolgt!

Neben dem EP-Teiler für alle hat ILCA auch noch ein sehr wesentliches Feature im Sinne der Quality of Life hinzugefügt. Wer erinnert sich nicht daran, dass man in Generation 4 früher immer ein Bidiza als VM-Sklaven gefangen hat, das später zu Bidifas wurde, nur um ihm alle VMs beizubringen, die man brauchte. Die Sinnoh-Spiele sind berüchtigt dafür mit ihren acht (!) VM-Attacken die meisten aller Editionen zu haben. In den Remakes müsst ihr jetzt allerdings keinen wertvollen Platz im Team mehr opfern, sondern könnt eure VMs direkt über den Pokétch aktivieren. Diese werden dann von wilden Pokémon ausgeführt und als Gag hat man sich dazu entschieden, dass diese wilden Pokémon weiterhin fast ausschließlich Bidiza und Bidifas sind. Lediglich Fliegen und Auflockern werden von einem Staraptor ausgeführt.

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Was soll ich schon groß sagen? Es erwartet vermutlich hier niemand der oder die mich kennt, dass ich die neuen Remakes der vierten Generation jetzt in Grund und Boden argumentiere. Ich hatte wieder sehr viel Spaß auf meiner Reise durch die Sinnoh-Region und vor allem die Untergrundhöhlen haben es mir diesmal angetan. Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle haben mich wieder einmal über 20 Stunden an die Konsole gefesselt und ich bereue keine Minute davon. Vor allem nach dem Sieg über die Pokémon Liga öffnet sich im Spiel noch einmal eine große Tür mit mehr Content und vor allem mit noch mehr Pokémon und auch sonst machen die Remakes vieles richtig. Nicht alles, aber sehr vieles. Natürlich gibt es hier und da Entscheidungen, die ich nicht ganz nachvollziehen kann, so wie die Besserungen der Platin-Edition nicht zu integrieren, aber insgesamt haben wir hier zwei sehr schöne Remakes bekommen, die perfekt einstimmen auf Pokémon Legends: Arceus, das schon im Januar 2022 erscheint und uns noch mehr über die Geschichte von Sinnoh erzählen wird.

Wertung zu Pokémon Strahlender Diamant & Leuchtende Perle für Nintendo Switch
4,5 von 5 Bidizas.

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