Battlefield 2042

   Von Miggi

Titelbild von Battlefield 2042 von EA

Hach ja, Battlefield. Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich in meiner Gymnasiums-Zeit (viel zu jung natürlich) bei dem einen Kumpel, der damals schon einen guten PC zuhause hatte, mit ihm Battlefield 1942 gespielt habe und es unfassbar krass fand. Seitdem hatte das Franchise auf mich irgendwie immer eine gewisse Faszination, was so Dinge wie z.B. eine Scratch & Sniff Anzeige zu Bad Company damals in der GamePro nur unterstützt haben. Im Gegensatz zum direkten Rivalen Call of Duty, das mich irgendwie nie gecatched hat, hatte Battlefield als der gefühlte Underdog - was natürlich Quatsch ist, wenn man bedenkt, dass es von EA gepublished wird - für mich immer die Nase vorn. Als im Juni diesen Jahres dann offiziell der neueste Teil in einem imposanten Trailer vorgestellt wurde, war ich echt ordentlich gehyped auf das Spiel.

Ein Singleplayer Modus fällt diesmal komplett weg. Bei den Vorgängern war dieser zwar schon nicht mehr ganz im Fokus, in Battlefield V aus 2018 hatte man die Story schon sehr kurz gehalten, diesmal hat man sich allerdings dazu entschieden den Part komplett wegzulassen. Gerade zum ersten ins Spiel reinkommen, finde ich einen Solo-Modus eigentlich immer ganz praktisch und es ist schade, dass DICE diesmal nur noch Multiplayer Modi eingebaut hat. Vor allem wenn man bedenkt wie die Frostbite Engine optisch aussieht, hätte ich zumindest ein paar kleinere Solo-Missionen wie im direkten Vorgänger sehr begrüßt. Naja, ich habe dann halt direkt die Multiplayer Modi unsicher gemacht.

Ein Helikopter über dem Schlachtfeld in Battlefield 2042 von DICE und EA
Battlefield 2041 go brrrrr.

Am Spielprinzip hat sich aber auch in den Multiplayer Matches nicht viel verändert. Ihr kämpft auf großen Schlachtfeldern gegeneinander, könnt euch verschiedene Fahr- und Fluggeräte zu Nutzen machen und versucht am Ende als Sieger*in vom Feld zu gehen. In den Versionen für Xbox Series X und Series S, PlayStation 5 und PC könnt ihr hierbei mit bis zu 128 Leuten gleichzeitig spielen, die älteren Konsolen unterstützen Schlachten mit bis zu 64 Spieler*innen. Zum ersten Mal hat man in Battlefield 2042 nun die Möglichkeit auch plattformübergreifend gegeneinander anzutreten, zumindest zu einem gewissen Teil. Die neuen Xbox-Konsolen, PS5 und PC sind dabei quasi in einem Pool, während die alten Xbox-Konsolen und die PlayStation 4 sich einen anderen Cross Platform-Pool teilen.

 

Im Spiel findet ihr ausgehend vom Hauptmenü drei verschiedene Modi: All-Out Warfare, Battlefield Portal und Hazard Zone. In All-Out Warfare spielt ihr entweder Breakthrough oder Conquest, wobei in ersterem ein Team versucht die Kontrollpunkte des anderen Teams einzunehmen, während dieses verteidigt. Bei Conquest versucht ihr auf großen Maps verschiedene Kontrollpunkte für euch einzunehmen, bis ein Gebiet komplett unter eurer Kontrolle liegt. Der zweite Bereich, Battlefield Portal, erlaubt es Spieler*innen eigene Maps und Siegesbedingungen zu erstellen und das auf diversen Maps vergangener Battlefield-Titel. Zu guter Letzt gibt es dann noch den Hazard-Modus, eine kooperative Challenge, in der ihr in Teams gemeinsam Festplatten aus zerstörten Satelliten holen müsst. Diese werden von KI-gesteuerten Gegnern bewacht. Auch in All-Out Warfare könnt ihr mit und gegen AI-Gegner spielen.

Roboter laufen über das Schlachtfeld in Battlefield 2042 von DICE und EA
Die Zukuuuuuuunft! </Thaddäus Voice>

Im Spiel selbst könnt ihr euch eine von zehn Spezialisten-Klassen aussuchen. Diese haben dann bestimmte Boni auf verschiedene Loadouts, wie man es von Medics oder Techniker*innen gewohnt ist. Das große Problem daran ist nur, dass Medipacks oder das Reparatur-Werkzeug auch von allen anderen Klassen verwendet werden können und sich die Spezialist*innen dadurch irgendwie gar nicht mehr so speziell anfühlen. Natürlich haben diese noch zusätzliche Boni, insgesamt macht es aber wenig Unterschied im Spielverlauf, für wen ihr euch entscheidet. Dadurch geht nicht nur ein bisschen der Sinn dahinter flöten, sondern auch das Taktieren Team-intern. Wo man früher noch darauf achten musste, alle Klassen einigermaßen abzudecken, ist es hier meist wild durcheinander gewürftelt und hands down - geheilt wird man von seinen Mitspieler*innen sowieso so gut wie nie, wenn man denn mal am Boden liegt.

 

Ein anderes Problem, das eigentlich keines sein sollte, waren für mich die großen Maps. Eigentlich klingt es doch richtig gut, dass man jetzt mit noch mehr Menschen auf noch größeren Karten miteinander spielen kann. Tja, eigentlich. Blöd wird das ganze nur, wenn das dann zu groß ist, obwohl sich eigentlich alles an bestimmten Orten abspielt. So ist es mir viel zu oft passiert, dass ich einfach ewig von einem Punkt zum nächsten gelaufen bin, auf der Suche nach Feinden. Nach einer langen Suche kommt man dann teilweise in spannende Feuergefechte, allzu oft endete mein Marathon aber dann darin, dass mich einfach jemand von hinten, oben oder sonst wo abgemurkst hat und ich meine Reise wieder von vorne antreten durfte. Klar, die Fahrzeuge schaffen da Abhilfe, aber irgendwie finde ich es nicht so geil, wenn ich darauf angewiesen bin, um in einer annehmbaren Geschwindigkeit über die Map zu kommen.

Soldaten springen vom Dach in Battlefield 2042 von DICE und EA
Wingsuits machen alles besser.

Ein im Vorfeld groß angekündigtes Feature, das leider total hinter meinen Erwartungen blieb ist das Wetter. Ich habe bei den Sandstürmen und Tornados irgendwie mit mehr Wumms gerechnet, als das im Endeffekt nur ein bisschen die Sicht eingeschränkt ist und ein paar Autos herumgewirbelt werden. Battlefield 2042 hat optisch aber auch sonst ein bisschen unterwältigt. Es fühlt sich nicht an, als hätte man die eigentlich starke Frostbyte Engine hier komplett genutzt. Häuser und Gebiete wirken teils einfach zu karg und steril, obwohl sie eigentlich sehr abwechslungsreich sind - von der Antarktis bis zur Wüstenregion ist da alles mögliche dabei. Ein paar Punkte gut gemacht, vor allem im Vergleich zur Beta vor Release hat man allerdings im Bug-Bereich. Diese treten weitaus weniger häufig auf und Hovercrafts die an Hochhäusern hochfahren habe ich zumindest nur auf Twitter und nicht in meinen Matches gesehen. Klar, ganz fehlerfrei ist das Spiel auch in dem Bereich immer noch nicht, aber man bessert sich.

"Am bezeichnendsten ist vermutlich, dass ich in Battlefield 2042 am meisten Spaß im Portal-Modus hatte, als ich ganz normale Matches auf Maps aus den Vorgängern gespielt habe."

Trotz meiner Vorfreude und des Hypes, den ich auf den neuesten Teil der Reihe hatte, muss ich am Ende sagen, dass ich leider enttäuscht wurde. Im Spiel stecken wahnsinnig viele neue Ideen, manche davon sind echt gut, manche davon sind okay und wieder andere ergeben für mich überhaupt keinen Sinn. Am bezeichnendsten ist vermutlich, dass ich in Battlefield 2042 am meisten Spaß im Portal-Modus hatte, als ich ganz normale Matches auf Maps aus den Vorgängern gespielt habe. Mit den neuen Spezialisten fehlt irgendwie das Teamgefühl, die Laufwege sind auf den großen Maps oft anstrengend lang und die großen Features, auf die ich mich im Vorfeld so gefreut habe, haben sich schlussendlich als recht egal herausgestellt. Irgendwie wirkt es so, als wäre das Spiel an vielen Ecken und Enden nicht ganz zu Ende gedacht worden und eventuell hätte es DICE hier ganz gut getan es Halo nachzumachen, den Release nach hinten zu verschieben und an den ein oder anderen Ecken noch ein bisschen zu feilen. Ich bin gespannt, ob das eventuell in der Zukunft noch der Fall sein wird. Sollte das passieren, bin ich der erste, der das Spiel wieder installiert, bis dahin werde ich aber wohl eher erst mal nicht zurückkehren aufs Battlefield.

Wertung zu Battlefield 2042 von DICE und EA
3 von 5 Soldaten.

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