Those Who Remain

   Von Miggi

Those Who Remain, Dormont, Wired Productions, Camel 101, Edward, Horror, Licht, Diane, Schatten, Gravitation, Monster, Riese, Entscheidungen, Dorf, Tod

Im kleinen Städtchen Dormont stimmt irgendwas nicht und das muss unser Protagonist Edward im Survival Horror-Spiel Those Who Remain am eigenen Leib zu spüren bekommen. Eigentlich wollte er sich nur mit seiner Affäre Diane treffen, um ihr zu verklickern, dass es zwischen den beiden aus sei. Das gestaltet sich dann aber doch schwieriger als gedacht: Am ausgemachten Treffpunkt angekommen, fehlt jede Spur von Diane und auch sonst wirkt das Motel irgendwo im Nirgendwo relativ verlassen. Als Edward Dianes Zimmer betritt, findet er nicht nur ein leeres Zimmer vor, sondern beim Verlassen wird ihm auch noch sein Auto geklaut. Semi-erfolgreicher Abend. Als er versucht das Auto zu verfolgen fallen auf der Straße nicht nur die Lichter aus, sondern es tauchen plötzlich auch gruselige, düstere Gestalten mit leuchtenden Augen in der Dunkelheit auf. Das einzige was unsere Spielfigur vor dem sicheren Tod schützt, ist das Licht. Im Laufe des Spiels trifft Edward auf einige Figuren, die ihn nicht nur seine eigene sondern auch die Vergangenheit bzw. das Schicksal der Stadt aufarbeiten lassen. Zu viel sei wie gewohnt an dieser Stelle aber nicht über die Story verraten.

In Those Who Remain bewegt ihr euch in der Ego-Perspektive durch Dormont und versucht irgendwie zu entkommen. Dass das nicht ganz so einfach ist, stellt ihr relativ schnell fest, da ihr wie bereits erwähnt nur die gut ausgeleuchteten Bereiche sicher betreten könnt. Überall anders werdet ihr abgemurkst. Denn ähnlich wie in Outlast hat Edward keine Waffen zu seiner Verteidigung, das einzige was ihr machen könnt ist Gegenstände aufheben und werfen, allerdings auch nicht als Waffe. Ihr kämpft euch deshalb von Haus zu Haus, von Lichtschalter zu Lichtschalter, von Straßenlaterne zu Leuchtreklame, um dem Geheimnis der Kleinstadt auf den Grund zu gehen. Sobald ihr einen ehemals dunklen Bereich beleuchtet, verschwinden die Schatten und ihr könnt sicher durch das Gebiet gehen. Mit dieser Mechanik gibt euch das Spiel einige Rätsel auf, die ihr lösen müsst, um sicher aus der Stadt zu entkommen.

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Defund the Police!

Gleichzeitig schickt euch das Spiel teilweise in eine Art Paralleldimension, in der die Regeln der Physik nicht ganz so ernst genommen werden und noch mehr creepy Monster euch an den Kragen wollen. Gleichzeitig könnt ihr dort aber auch z.B. Türen öffnen oder Objekte verschieben, damit sie euch in der "richtigen" Welt offen stehen bzw. weiterhelfen. Diese Licht- und Dimensions-Rätsel sind auch echt teilweise ganz nett, aber leider auch nicht mehr. Es sind nicht unbedingt bahnbrechende Aufgaben und das Ergebnis ist dann leider doch viel zu oft die alte "Finde Gegenstand X, um ihn an Stelle Y einzusetzen"-Formel. Und das ist schade, denn ich denke aus dem Grundgedanken hätte man noch einiges mehr machen können. Circa bei der Hälfte des Spiels kam aber der Moment, an dem ein "Rätsel" mich einfach nur noch gelangweilt hat und ich am nächsten Tag nur weiter gespielt habe, um doch noch das Ende zu sehen. Für alle die das Spiel gespielt haben - Stichwort Löwenstatuen.

 

Und diese Löwenstatuen bringen mich auch schon direkt zum nächsten Problem, das Those Who Remain leider hat - die Technik. Das Spiel läuft auf der Xbox One X alles andere als flüssig und ist auch sonst geplagt von Bugs, die so eigentlich nicht mehr notwendig sein müssten. Die eben erwähnte Situation mit den Löwenstatuen war bei meinem ersten Versuch etwa so verbuggt, dass ich die Aufgabe nicht abschließen konnte und dadurch einfach mal eine Stunde Zeit in den Wind geschossen habe. Und auch sonst funktioniert nicht immer alles so, wie es eigentlich sollte und so gut wie alle meiner Bildschirmtode waren auf technische Problemchen oder die teils sehr sperrige Steuerung zurückzuführen. (Und das ist ganz sicher nicht gelogen!) Nein, Spaß beiseite, das ist leider wirklich wahr, ich wünschte, es wäre anders.

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Ist das dieses Feng Shui, von dem immer alle reden?

Und irgendwie haben mich diese Probleme doch etwas verwundert, denn was das Spiel insgesamt bietet, sollte eigentlich nicht zu solchen Aussetzern führen. Die Gebiete sind nicht sonderlich weitläufig sondern sehr linear, es passiert nie überäßig viel gleichzeitig auf dem Bildschirm und auch die Grafik ist nicht so überwältigend, dass sie viele Ressourcen benötigen würde. Was das Spiel darstellt, macht es soweit gut und die Areale sind schön abwechslungsreich, so richtig atemberaubend war das ganze aber auch nicht. Vor allem bei den Charakter-Modellen hat sich das Studio Camel 101 aber nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Positiv aufgefallen ist mir dafür aber der Soundtrack, der das Geschehen schön stimmungsvoll untermalt. An der Seite gibt es nichts zu meckern.

"Those Who Remain wirkt, als hätte man sich zu hohe Maßstäbe gesetzt: Die Grundidee liefert eine sehr gute Basis, die Story macht eine spannende Entwicklung durch, leider hapert es aber an der Umsetzung."

Those Who Remain wirkt, als hätte man sich zu hohe Maßstäbe gesetzt: Die Grundidee liefert eine sehr gute Basis, die Story macht eine spannende Entwicklung durch, leider hapert es aber an der Umsetzung. Was schade ist, denn alternative Enden, die von euren Spielentscheidungen beeinflusst werden, machen das ganze echt spannend und hätten eigentlich auch Wiederspielwert. Durch Ruckeleinlagen, Bugs und eine Steuerung, die am Controller milde gesagt eher bescheiden ist, bleibt der erhoffte Indie-Horror-Hit aber aus. Hätte man dem Spiel etwas mehr Zeit und Ressourcen gegeben, den Fokus noch ein bisschen mehr auf die Rätsel und deren Umsetzung gelegt und auch optisch noch ein bisschen nachgearbeitet, hätte um einiges mehr aus dem Spiel werden können. Ich hatte Hoffnung, dass man hier in die Fußstapfen eines Outlast treten kann, diese Schuhe waren dann aber leider doch zu groß.

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2 von 5 Edwards

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