Super Lucky's Tale + Gily Island (DLC)

   Von Miggi

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2017 ist für Platformer-Fans ein herrliches Jahr. Mit The End is Nigh wurde auf dem PC und bald auch auf der Nintendo Switch ein 2D-Genrevertreter veröffentlicht der seinesgleichen sucht. Sonic Mania hat uns mit seinem Retro-Charme in Kindheitstage zurückversetzt und Cuphead hat uns mitgenommen auf eine Reise in alte Cartoons der 30er Jahre. Super Mario Odyssey hat gezeigt wie ein Jump & Run im Jahr 2017 funktionieren muss und Sonic Forces hat es nach langer Zeit wieder geschafft der modernen Variante des blauen Igels ein spaßiges 3D-Abenteuer zu verschaffen. Und zwischen all den Genre-Größen hat sich ein kleiner Fuchs - nein, nicht Tails! - versteckt, der am 07. November, pünktlich zum Launch der Xbox One X mit seinem eigenen Abenteuer um die Ecke kam.

 

Der Nachfolger zum 2016 veröffentlichten Lucky's Tale, das exklusiv für die Oculus Rift erschien, wurde auf der E3 2017 exklusiv für die Xbox One-Familie angekündigt, als einer der Titel, die von der Leistung der Xbox One X profitieren sollen. Auf den ersten Blick vielleicht etwas unnötig bei der doch eher simplen Cartoon-Optik, aber solange es bedeutet, dass das Spiel flüssig läuft und alles passt, bin ich damit einverstanden. Als daher die neue Konsole bei mir eintrudelte war Super Lucky's Tale, nicht zuletzt durch die nette Anspielsession auf der diesjährigen Gamescom, einer der ersten Titel, die darauf über den Bildschirm flimmerten.

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Bloß nicht den Kopf verlieren!

Die Geschichte ist (genretypisch) nicht besonders aufregend: Lucky's Schwester bringt von einer ihrer Reisen ein magisches Buch mit nach Hause und wird kurz vor ihrer Ankunft vom bösen Kitty Litter und seinem Anführer Jinx angegriffen. Lucky wirft sich mit in den Kampf und im Getümmel werden die Seiten des Buches durcheinandergewirbelt und sowohl die Katzen als auch Lucky werden in das Buch der Geschichte gesogen. Eure Aufgabe besteht nun natürlich darin, in der Haut von Lucky die bösen Katzen zu besiegen, das Buch wieder zu vervollständigen und als triumphierender Held zurück in die echte Welt zu entkommen. Dabei reist ihr durch vier verschiedene Hub-Welten, von denen aus ihr die diversen Levels anreist.

 

Die vier Welten teilen sich auf in ein Areal in den Wolken, einen Bauernhof, eine Wüstenlandschaft und einen Vergnügungspark voller Geister. Jede der Welten bietet allerdings einen witzigen Twist, der das Spiel nicht zu generisch werden lässt. In der Wüstenwelt leben neben Skeletten, die im Sand versinken und Treibsand zum Beispiel Yetis, denen es lediglich darum geht ihre Weihnachtsgeschenke zu retten. Solche absurden Begegnungen werdet ihr in Super Lucky's Tale öfter haben und sie passen perfekt zum Look des Jump & Runs.

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Boo, Sir!

Technisch gibt es an Super Lucky's Tale kaum etwas zu kritisieren. Etwas mehr Geschwindigkeit - oder zumindest die Möglichkeit sprinten zu können - hätten dem Spiel gut getan. An manchen Stellen wirkt das ganze doch etwas träge, da Lucky nicht der schnellste Läufer im Stall ist. Die Steuerung sitzt aber, wie sie es bei einem dreidimensionalen Platformer tun soll und Frustmomente kommen durch eine haklige Steuerung keine auf. Lediglich die Kameraführung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Ihr blickt aus einer recht statischen Ansicht auf euren Portagonisten, die Kamera lässt sich nur in fixen Abständen ein wenig nach rechts und links schwenken. Besonders bei ein paar der kniffligeren Sprungpassagen hätte ich mir dafür eine bessere Lösung gewünscht.

 

Grafisch gibt es allerdings wirklich nichts zu bemängeln. Besonders auf der Xbox One X sieht das Spiel fantastisch aus und der Comic-Look ist perfekt eingesetzt. An manchen Stellen im Spiel war ich sogar kurz dem Verdacht nahe, dass es sich hier gerade um ein Spiel aus der Rare-Schmiede handeln könnte. Der Look der Figuren und auch der Humor im Spiel, wirken teilweise wie eine nicht ganz so auf die Spitze getriebene Version von Titeln wie Banjo & Kazooie. Dass eines der Soundschnipsel dann noch sehr nahe an Viva Piñata heranreichte tat sein Übriges. Was nicht heißen soll, dass Playful sich bei anderen Titeln bedient hat, es ist vielmehr ein Kompliment, dass Lucky's Abenteuer diese Erinnerungen bei mir wecken konnte.

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Einige der Levels sind komplett als 2,5D-Sidescroller angelegt.

Zu den hauptsächlich dreidimensionalen Abschnitten gesellen sich Sidescroller-Bereiche. In jedem dieser Hauptlevels gilt es 4 Kleeblätter zu finden, die ihr braucht um am Ende des Areals gegen den Bossgegner antreten zu können. Eines der Kleeblätter gibt es immer, wenn ihr einfach bis zum Ende des Levels kommt, ein weiteres wenn ihr fünf Buchstaben sammelt, die am Ende den Namen Lucky ergeben. In jedem Level gibt es außerdem ein verstecktes Kleeblatt und das Vierte erhaltet ihr, wenn ihr 300 Münzen eingesammelt habt. Die beiden letzteren sind nicht in allen Levels so leicht zu erspielen, besonders für die 300 Münzen müsst ihr teilweise jede Ecke nach versteckten Münzen und Edelsteinen absuchen.

 

Neben den normalen Levels warten einige Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen auf euch - drei verschiedene um genau zu sein. In Variante Nummer eins müsst ihr Statuen so auf Schienen verschieben, dass sie an bestimmten Druckpunkten stehen bleiben. Wer die Eisblock-Rätsel in Pokémon Gold & Silber kennt weiß Bescheid. Die zweite Variante schrumpft Lucky und steckt ihn in die Innenseite einer roten Murmel. So werdet ihr dann auf ein Spielfeld geworfen, auf dem es gilt alle Münzen einzusammeln, ohne dabei hinunterzufallen oder das Zeitlich zu segnen. Gesteuert wird dabei nicht direkt, sondern über das Kippen des Spielfeldes. Zu guter Letzt warten noch Laufeinlagen auf euch, in denen euer kleiner Fuchs drauf los läuft und ihr nichts weiter tun könnt, als zu springen und euch in die Erde zu graben. Jedes dieser Bonus-Level belohnt euch ebenfalls mit einem Kleeblatt. Leider verstecken sich im Spiel nicht mehr als 99 der grünen Glücksbringer, weswegen der Umfang des Gesamtspiels doch etwas gering ausfällt. Schade, denn Ideen für mehr Levels hätte ich dem Entwicklerteam auf jeden Fall zugetraut.

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Lass den Kopf nicht so hängen da hinten, Steinkumpel!

Eine Sache die mich nach dem Ende des Spiels relativ ratlos zurückgelassen hat war es, wozu ich eigentlich das ganze Spiel über die Münzen gesammelt habe. Es bietet sich keine Möglichkeit auch nur irgendetwas mit diesen Münzen anzustellen. Ich kann mir keine Leben davon kaufen, keine Power-Ups, nicht einmal irgendwelche Kostüme oder sonstige Spielereien. Dafür, dass ich am Ende des Spiels mit über 100.000 Münzen dastehe, hätte ich mir doch etwas mehr Ansporn erwartet. Erst im DLC Gily Island wurde den Münzen etwas Sinn spendiert. Zwar lediglich in Form von Achievements, aber hey, immerhin fühlt es sich nun nicht mehr ganz so egal an, ob ich nach den 300 Münzen weitersammle oder einfach aufhöre damit.

 

Super Lucky's Tale ist ein wahnsinnig nettes Spiel. Es strotzt jetzt nicht vor allzu großen Innovationen, aber bietet genug Ideen um nicht der belanglose Platformer XY zu sein. Es präsentiert sich in einer sehr süßen Optik, der man die Inspiration ankennt, die aber detailliert genug ist, um nicht geklaut zu wirken. Super Lucky's Tale ist ein guter Platformer. Nur leider geht ein "guter Platformer" in einem Jahr, in dem es Spiele wie The End is Nigh, Super Mario Odyssey, Sonic Mania & Forces oder auch eine Crash Bandicoot Collection gibt, zu sehr unter, um mehr als nur ein kurzes Intermezzo zwischendurch zu sein. Schade Lucky. Mit etwas besserem Timing, ein bisschen mehr Umfang und einem Quäntchen Innovation könntest du aber das nächste Mal bei den Großen mitspielen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass es dieses nächste Mal geben wird. Immerhin hat mich das Abenteuer des jungen Fuchses die kurze Zeit über gut unterhalten. Mit etwas mehr Story und größerem Umfang würde das Spiel definitiv ein heißer Anwärter auf ein schönes Xbox-Exklusiv-Jump'n'Run werden.

DLC-Test: Gilly Island

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Mit Gilly Island öffnete sich am 01. März das Buch erneut und wir durften auf die schöne neue Insel reisen. Seit Anfang März ist Super Lucky's Tale zudem Teil des Xbox Game Pass. Wer also einen Blick in das Spiel werfen möchte, dem bietet sich ab sofort die perfekte Gelegenheit dazu. In der neuen tropischen Umgebung gilt es erneut einer der Katzen das Handwerk zu legen: Lady Meowmalade (ich musste schmunzeln) hat den bösen Plan auf der Insel mit ihrer Musik eine große Party zu feiern. Natürlich passt das nicht so ganz in das Natur-Resort, weshalb Lucky loszieht, um ihr das Handwerk zu legen. Für nur 5€ erwarten euch drei komplett neue, offene Levels sowie fünf neue und wirklich fordernde Rätseleinlagen und ein spannender Boss-Fight.

 

Die Insel ist, wie schon das Hauptspiel mit viel Liebe designt und die Levels bieten mehr Tiefe, als viele der Vorhergehenden. Vor allem im zweiten Abschnitt "Gefangen im Paradies" war es nicht leicht alle Kleeblätter auf Anhieb zu finden. In dem Labyrinth aus Schiebetüren und Geisterplattformen verliert man schnell die Orientierung und muss genau hinsehen um alle versteckten Objekte zu entdecken. Der geheime Star des Add-Ons sind aber definitiv die Rätseleinlagen. In den fünf Schieberätseln müsst ihr mehrmals um die Ecke denken, damit am Schluss ein Kleeblatt als Belohnung winkt. Beim letzten davon habe ich sicher 15 Minuten oder mehr verbracht, was für diese Bonus-Abschnitte wirklich viel darstellt. Gilly Island lohnt sich für seinen geringen Preis definitiv, vor allem, wenn man das Spiel über den Game Pass bezieht. Badehose einpacken und reinschauen!

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3,5 von 5 Luckys.

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