Star Wars: Battlefront II

   Von Miggi

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Über Star Wars: Battlefront II wurde bereits vor Release mehr als heiß diskutiert. Nachdem Fans mit der Release-Politik der DLCs und dem Fehlen einer Singleplayer-Kampagne beim Vorgänger sehr unzufrieden waren, kündigte man bei EA an, auf das Feedback der Spieler gehört zu haben. In Battlefront II soll sowohl der Spielumfang im Multiplayer größer werden, eine Storykampagne für Einzelspieler wurde angekündigt und Dinge wie einen Season Pass sollte es gar überhaupt nicht geben. Stattdessen wolle man den Titel auch nach Release mit kostenlosen herunterladbaren Inhalten füttern. Außerdem kündigte man an, in der Fortsetzung der Reihe alle Star Wars-Generationen mit in das Spiel aufzunehmen. So weit, so gut. Wenn da nicht das leidige Thema der Lootboxen gewesen wäre. Um neue Helden-Charaktere, Raumschiffe, Waffenupgrades und eigentlich alles in-Game freizuschalten benötigt man nämlich eine bestimmte Spielwährung. Mit dieser kauft ihr Lootboxen, in denen ihr dann eure Gegenstände findet. Diese Spielwährung verdient ihr euch - relativ mühsam - in Multiplayer-Partien, oder auch im Arcade-Modus.

 

Bevor das Spiel releast wurde, sollte man sich diese Credits aber auch so eben mal mit Echt-Geld kaufen können und somit einen schnellen Sprung nach vorne machen. Jetzt werden viele sagen: "Das ist doch aber bei Overwatch oder Spiel XY auch so! Da kann ich auch meine Lootboxen kaufen." Ja, aber in diesen Fällen enthalten diese rein kosmetische Gimmicks für euch. Hier hätte man sich mit dem Kaufen der Boxen relativ schnell einen Vorteil gegenüber anderen Spielern erkauft. Nachdem viel Kritik laut wurde, cancelte Electronic Arts vorübergehend seine Pläne und Credits konnten nur noch verdient werden. In den kommenden Monaten sollen die Mikrotransaktionen - gemeinsam mit einem komplett neuen Progressionssystem - wieder eingeführt werden, allerdings in einer anderen, noch nicht weiter angekündigten Form. EA zeigt sich jedenfalls geknickt und bezeichnet Star Wars: Battlefront II als "Lerngelegenheit". Aber was steckt hinter dem großen Skandal? Wurde das Spiel zu Unrecht von vielen Boykottiert?

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Hier hat Kylo noch etwas mehr an als in The Last Jedi. Ist aber auch kälter.

Rein gameplaytechnisch hat sich in Star Wars: Battlefront II im vergleich zum Vorgänger nicht enorm viel getan. Ihr habt immer noch die Wahl zwischen einer Third- und einer First-Person-Ansicht, mit der ihr die Welt erkunden könnt. Und natürlich sollte euer Finger immer noch locker am Abzug des Blasters sitzen. Das Gameplay war aber in Teil 1 schon kein Problem. Anders sieht es bei den Multiplayer-Gefechten aus. Dort rüstet ihr nun nicht mehr nur einen Charakter aus, um mit eurem Wunschequipment zu spielen, sondern habt von Beginn an die Wahl zwischen vier verschiedenen Klassen. Dazu zählen der normale Fußsoldat, eine Einheit mit schwerem Geschütz, Kommandanten und der Spezialist. So könnt ihr während den Matches einfach zwischen Klassen wechseln und euren Spielstil der jeweiligen Map anpassen. Habt ihr während einem Match genügen Kampfpunkte eingesammelt, stehen euch außerdem Helden wie Luke, Han oder Rey, Spezialeinheiten und auch Raumschiffe zur Verfügung. So müsst ihr nicht mehr auf der Karte nach Symbolen suchen, sondern verdient euch den Einsatz einer dieser Einheiten während des Matches selbst.

 

Die Multiplayer-Gefechte, die ganz klar das Herzstück des Spiels darstellen, dürfen in Star Wars: Battlefront II - wie auch schon im Vorgänger - teilweise mit bis zu 40 Personen auf der Karte bestritten werden. Diese Spieleranzahl führt zu epischen Schlachten, wie sie sonst nur im Kino stattfinden. Die Anzahl der Maps hat sich im Nachfolger zum Titel aus dem Jahr 2015 nicht nur erhöht, die Karten sind auch wesentlich abwechslungsreicher gestaltet. Alleine deshalb war es schon eine gute Entscheidung, sich an allen drei Trilogien der Skywalker-Saga zu bedienen. Je nach Kartenepoche dürft ihr zudem auch aus anderen Einheiten wählen. Auf Naboo treten die Separatisten in Form der Kampfdroiden auf, auf dem Todesstern kämpft ihr als oder gegen imperiale Sturmtruppen und die Starkiller Base aus Episode VII ist voller New Order-Stormtrooper. Passend dazu wird euch auch jedes Mal eine andere Auswahl an Spezialeinheiten und Raumschiffen mit auf den Weg gegeben. Lediglich die Helden dürfen  Zeitstrang-übergreifend ausgewählt werden. So kann es passieren, dass auch Darth Maul einmal sein Doppel-Lichtschwert auf Endor schwingt. Am Boden gibt es vier verschiedene Modi: die große Schlacht inklusive Aufgaben auf jeder Map namens Galactic Assault, einen Team Deathmatch Modus, den Strike und eine Spielform in dem die großen Helden gegen die Schurken antreten.

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Roger. Roger.

Zusätzlich zum Bodenkampf, den ihr in den vier Varianten bestreiten könnt, könnt ihr euer Können auch wieder in großen Weltraumschlachten unter Beweis stellen. Im Starfighter Assault gilt es - wie auch im Galactic Assault - bestimmte Aufgaben abzuschließen, wie z.B. ein Schiff zu eskortieren oder Schildgeneratoren eines Sternzerstörers zu deaktivieren. Während ihr die Aufgaben löst, müsst ihr zusätzlich möglichst viele gegnerische Schiffe vom Weltraumhimmel holen bzw. selbst nicht getroffen werden. Euer Team besteht dabei aus 12 Personen und ihr habt die Wahl zwischen mehreren Schiffsklassen. Je nach Map könnt ihr wieder auswählen ob ihr eher mit einem Standard-Schiff, einem schnellen, dafür aber nicht so gut gepanzerten Schiff und teilweise sogar Bombern in die Schlacht startet. Hinzu kommen auch hier Heldeneinheiten, wie der Milennium Falcon, Poes X-Wing, der Slave 1 oder der TIE Advanced von Darth Vader. Eine mehr als breite Auswahl also, mit der ihr je nach Spielstil bestimmt die richtige Flugeinheit finden werdet. Diese wurde den ganzen Dezember mit der ersten Season, passend zu Episode VIII, noch um zwei Maps, zwei Helden und eine Helden-Flugeinheit erweitert.

 

Dabei spendierten EA und DICE den Spielern außerdem drei zusätzliche Kapitel für den Story-Modus. In diesem schlüpft ihr in die Haut der Protagonistin Iden Versio. Versio ist die Anführerin eines Spezialkommandos namens Inferno Squad. Als Tochter eines Imperium-Generals müsst ihr diverse Aufträge erfüllen, die als Brücke zwischen Episode VI und VII dienen. So beginnt eure Reise auf Endor, als der Zweite Todesstern zerstört wird und führen euch an diverse andere Schauplätze in der Galaxie weit, weit entfernt. Die Story ist mit 4-5 Stunden relativ knapp gehalten, wird durch den DLC Resurrection, der allen Spielern kostenlos zur Verfügung steht, aber nochmals um ungefähr eine Stunde verlängert. Die Geschichte wird durch den zusätzlichen Inhalt sinnvoll weitererzählt und bietet, wie auch schon die Hauptstory, einige emotionale Momente. Bei der Singleplayer-Kampagne hat sich Electronic Arts sowieso nicht lumpen lassen. Die Inszenierung ist der Franchise würdig und nicht nur durch diverse Gast-Auftritte bekannter Charaktere kommt typisches Star Wars-Feeling auf. Die Grafik, die vor allem auf Xbox One X und Playstation 4 Pro auf den Konsolen ganz oben mitspielt, tut dabei ihr übriges und liefert euch auch grafisch Unterhaltung der feinsten Stufe.

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Als Iden Versio versucht ihr euren Platz im Gefüge der New Order zu finden.

Wem das alles noch nicht genug ist, der kann sich alleine oder gemeinsam mit einem Freund in den Arcade-Modus stützen, in dem ihr festgelegte (Coop-)Missionen bestreiten dürft. Am Umfang von Star Wars: Battlefront II gibt es also nichts auszusetzen. Wäre da nicht dieses kleine "aber": das Progressionssystem, mit dem ihr im Verlauf erst den vollen Spielumfang genießen könnt. Bestimmte Heldeneinheiten und Raumschiffe sind zu Beginn nämlich noch garnicht verfügbar, sondern müssen durch Credits freigeschalten werden. Ein Überbleibsel der Mikrotransaktionen. Credits erhaltet ihr in der aktuellen Version des Spiels durch abgeschlossene Matches und in Lootboxen, die ihr entweder durch den Abschluss bestimmter Meilensteine, abgeschlossene Matches oder den täglichen Log-in bekommt. So ziehen viele Spielstunden in die Lande bevor ihr den kompletten Pool an Helden nutzen könnt und einige weitere bis ihr eure Wunscheinheit mit den besten Sternenkarten ausgestattet habt. Natürlich dient das als Art Belohnung für verbuchte Erfolge, hat aber mit dem Hintergrundwissen dessen, was im Vorfeld geplant war einen bitteren Beigeschmack.

 

Star Wars: Battlefront II macht vieles richtig, hat sich aber leider durch einige ungünstige Entscheidungen selbst ins Knie geschossen. Denn hinter der Kontroverse rund um Lootboxen  steckt ein optisch mehr als schönes Spiel, das sowohl in den Einzelspieler-Modi als auch im Multiplayer Stunden über Stunden an Spielspaß bietet. Vor allem mit einer Gruppe von Freunden an eurer Seite macht der Multiplayermodus wahnsinnig viel Spaß. Auf den großen Karten wird man sich zwar oft nicht einmal über den Weg laufen, aber gemeinsam eine Rebellenbasis vor dem Imperium zu verteidigen fühlt sich in der Gruppe noch einmal um einiges schöner an, als alleine. Wir dürfen gespannt sein, wie das überarbeitete Progressionssystem das Spiel anpassen wird und können nur hoffen, dass Electronic Arts wie schon aus den Fehlern von Teil 1 gelernt hat. Denn großteils wurde an den richtigen Schrauben gedreht. Wenn man aus den Mikrotransaktionen jetzt noch rein kosmetische Belohnungen macht, geben sich hoffentlich mehr Fans einen Ruck und genießen ein schönes Star Wars-Spiel.

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4 von 5 Porgs.

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