Sonic Forces

Von Miggi

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Eines der Spiele aus meinen persönlichen Gamescom 2017-Momenten feierte am 07. November seinen Release. Als ich Anfang der 90er-Jahre Sonic The Hedgehog auf dem Mega Drive und damit meine eigene Videospiel-Geschichte gestartet habe, hätte ich nie gedacht, dass ich 2017 eine Pressevorführung dieser Reihe erleben würde. Das war aber auf dieser Gamescom der Fall. Das Spiel, mit dem bei mir alles begann darf sich nämlich über einen neuen Eintrag in der Reihe freuen, denn Segas Maskottchen kehrt zurück in die dritte Dimension: nach dem Retro-Ausflug in alte Zeiten mit Sonic Mania (Unser Test dazu hier) beschert uns Sega in diesem Jahr bereits das zweite Abenteuer des blauen Igels & seinen Freunden und kehrt dabei zurück in die heutige Zeit.

 

Und einen schwierigeren Start hätte Sega seinem Zögling Sonic mit diesem neuen Abenteuer wahrscheinlich nicht beschaffen können. Das letzte 3D-Abenteuer war Sonic Boom. Ich will nicht über Sonic Boom reden. Aber seither schwingt noch mehr als früher eine gehörige Portion Angst mit, sobald ein neues dreidimensionales Abenteuer des blauen Igels angekündigt wird. Nicht zu unrecht, wenn man sich Spiele wie Sonic The Hedgehog aus dem Jahr 2006 ansieht. Zusätzlich gab es dieses Jahr Sonic Mania. Und wir alle wissen, wie gut Sonic Mania war. Sonic Forces muss also allen Kritikern zeigen, dass Sonic doch auch in 3D funktionieren kann und sich zudem noch an seinem "kleinen Bruder" Sonic Mania messen.

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Sonic ist zurück! In 3D-Form!!

Sonic Forces wurde vom selben Team entwickelt, das schon für Sonic Generations und Sonic Colors verantwortlich war. Gameplaytechnisch hat man sich für einen Hybrid - ähnlich dem Konzept von Generations - entschieden. Das bedeutet, ihr spielt sowohl den modernen Sonic, als auch den "alten" Sonic in ihren 3D- und 2D-Umgebungen. Die große Neuerung im neuen Titel ist das Avatar-System: ihr baut euch euren eigenen Charakter, ausgehend von sieben verschiedenen Klassen. Dabei könnt ihr aus verschiedenen Tieren auswählen, die ihre eigenen Spezialfähigkeiten mitbringen. Der Wolf-Charakter kann zum Beispiel Items, wie Ringe, aus kurzer Entfernung zu sich ziehen.

 

Zusätzlich ist euer eigener Charakter ausgestattet mit einem Greifhaken und dem sogenannten Wispon, das als Waffe dient. Standardmäßig ist dies ein Flammenwerfer, je mehr Levels ihr aber abschließt, desto mehr Waffen bietet euer Arsenal. Für euren Charakter lassen sich im Laufe des Spiels noch viele weitere Gegenstände freischalten, diese dienen aber nur der Optik und beeinflussen das Gameplay nicht. So (ver)kleidet ihr euren Charakter und könnt ihn ganz nach euren Wünschen personalisieren. Als vierte Level-Variante bestreitet ihr mit eurem Avatar außerdem Tag-Team-Levels mit der modernen Sonic-Variante, in der die Moves beider Charaktere zum Einsatz kommen.

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Außerdem mit von der Partie: der klassische Sonic, der am Ende von Sonic Mania in ein Wurmloch gesaugt wurde.

Storytechnisch bietet Sonic Forces auf den ersten Blick wieder die bekannte Kost: Dr. Eggman tüftelt einen fiesen Plan aus, um Sonic und seine Freunde in die Flucht zu schlagen und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Jedoch läuft die Geschichte diesmal etwas anders ab. Sonic wird gleich zu Beginn des Spiels vom Bösewicht Infinite besiegt und ihr kämpft als Teil des Widerstands Seite an Seite mit Tails, Knuckles, Amy und vielen anderen bekannten Gesichtern gegen Eggman und Konsorten. Es gilt Sonic zu retten und die Pläne der Bösen zunichte zu machen. Die Niederlage von Sonic und das Auftreten eures Avatars liefern aber genug Abwechslung zu alten Titeln, um die Geschichte nicht nebensächlich werden zu lassen. Der seit Release erhältliche (kostenlose) DLC Episode Shadow zeigt euch als Prequel aus der Sicht von Shadow The Hedgehog zudem, wie es dazu kam, dass Infinite Sonic besiegen konnte und woher er seinen Antrieb nimmt.

 

Das Gameplay ist, wie man es von Sonic kennt, sehr schnell und um in allen Levels den S-Rang zu erhalten bedarf es einiges an Übung. Vor allem in den 3D-Abschnitten begegnet ihr öfter Passagen die wirken, als würdet ihr auf Schienen laufen, um die Geschwindigkeit aufrecht zu erhalten. Erinnern wir uns an den Ableger aus 2006 können wir darüber aber eher froh sein - denn wie oft ist man dort gestorben, weil Sonic einen der Loopings einfach falsch gelaufen ist? Diesem "Schienen-System" verdanken wir es, dass Sonic Forces stets die hohe Geschwindigkeit in den Levels aufrecht erhalten kann. Ich verstehe, dass dieses System seine Kritiker hat, jedoch geht es mir persönlich bei Sonic-Spielen um die Geschwindigkeit und das Finden des schnellstmöglichen Weges im jeweiligen Level. Ich erwarte keine ausgeklügekten Sprungpassagen, wie sie zum Beispiel ein Super Mario Odyssey bietet. Ich will laufen. Und laufen kann man in Sonic Forces auf jeden Fall genug. Lediglich in den Avatar-Stages fehlt an manchen Stellen dieses Gefühl der Geschwindigkeit etwas, was aber natürlich dem Spielsystem mit dem Greifhaken und den Waffen geschuldet ist.

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Rolling around at the speed of sound. Got places to go, gotta follow the rainbow.

Ein weiterer Kritikpunkt, den ich mittlerweile öfters im Netz gelesen und von Freunden gehört habe, ist die relativ kurze Spielzeit. Mit 3-4 Stunden, in denen man die Hauptkampagne abschließen kann, ist diese wirklich relativ knapp bemessen. Aber - wie lange dauerte denn die Story von den Sonic-Titeln, die wir so sehr lieben? Sonic 1-3 hatte man auch an einem guten Nachmittag durchgerockt und, dass die Story nicht künstlich in die Länge gezogen wird, begrüße ich in diesem Fall sehr. Lieber 30 Levels, die storytechnisch Sinn machen und mit den sammelbaren roten Münzen trotzdem einiges an Wiederspielwert bieten, als ein 10-Stunden-Sonic, in dem die Levels belanglos aneinander gereiht werden. Mit den 40€, die das Spiel zum Launch zu Buche schlägt finde ich das fair und kann die Kritik nicht ganz verstehen. Natürlich protzen immer mehr Spiele mit Spielzeiten jenseits der 30 Stunden, aber wenn ich ein Sonic-Spiel einlege, erwarte ich das nicht. Genau wie Sonic Mania oder die Mega Drive-Teile erwarte ich kurzweilige und schnelle Jump & Run-Action. Und die bietet mir Sonic Forces in jeder Minute.

 

Optisch und technisch gibt es meiner Meinung nach nichts zu meckern. Das Spiel läuft mit flüssigen 60 Frames pro Sekunde in 1080p und gerät nicht ins Ruckeln egal, wie viel am Bildschirm passiert. Die knallbunten Farben und die verschiedenen Leveldesign machen diesen Ableger der Reihe auf jeden Fall zu einem Hingucker. Ein weiterer Pluspunkt sind diesmal auch die Bosskämpfe geworden. Ein oft vernachlässigter und dadurch selbst zum Schwachpunkt gemachter Part früherer Titel wurde diesmal durchdachter eingebaut und dadurch, dass ihr die Kämpfe nicht immer mit den gleichen Charakteren absolviert, ist es auch nicht immer nur ein "ausweichen - draufspringen - weglaufen - wiederholen"-Schema. Musikalisch greift Forces wieder in die vom J-Pop angehauchte Kiste, wie es unter anderem bei Sonic Adventure 2 ausgiebig zelibriert wurde. Muss man mögen, ich liebe es. Es passt zum Spiel und der Geschwindigkeit und das Haupt-Theme ist jetzt schon wieder ein großer Ohrwurmkandidat für mich.

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Gotta go FAAAAST!

Sonic Forces ist das beste dreidimensionale Abenteuer des blauen Igels seit langer Zeit. Für mich steht es sogar noch über dem von Fans und Kritik gelobten Sonic Generations. Die 3D-Levels machen Spaß und es gibt im Gegensatz zu vergangenen Spielen der Reihe keine durch die Technik oder das Leveldesign ausgelöste Frustmomente. Die 2D-Passagen sind eine mehr als nette Hommage an Sonic Mania und vergangene Titel und das neue Element des Avatars liefert dem Spiel mehr als genug Eigenständigkeit und neue Ideen, ohne sich dabei zu sehr in Spielereien zu verlieren. Die Balance welchen Charakter man wie oft spielt ist perfekt abgestimmt und nach Sonic Mania hätte es für mich keinen schöneren Nachfolger als Sonic Forces geben können.


Wertung:

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4,5 von 5 Phantom Rubys.

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