Remothered: Broken Porcelain

   Von Miggi

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Als Remothered: Tormented Fathers 2018 erschien, war es für viele ein Überraschungshit aus dem Nichts. Das Horror-Spiel des italienischen Studios Stormind Games konnte nicht nur für Genreliebhaber*innen überzeugen, sondern hat bis heute durch eine besondere Story und Atmosphäre bleibenden Eindruck hinterlassen. Und weil das Ende des ersten Teils genug Platz für eine Fortsetzung gelassen hat, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir mit einem Nachfolger rechnen konnten. Und genau dieser wurde im April von Schöpfer Chris Darill in Form von Remothered: Broken Porcelain angekündigt. Pünktlich im Spooktober war es nun soweit und der zweite Teil wurde auf der (noch) Current Gen veröffentlicht. Die perfekte Zeit also, um sich zurück in die schaurige Geschichte zu stürzen.

Wer sich nicht mehr ganz so sicher ist, was im ersten Teil passiert ist oder überhaupt hiermit einsteigt, kann sich am Anfang ein kleines Recap der Ereignisse ansehen. Danach geht es in Broken Porcelain, das gleichzeitig als Prequel und Sequel fungiert, direkt mit der Action los. Ihr spielt ein junges Mädchen, das in einem seltsamen Keller umherläuft, während eine Frauenstimme über Erinnerungen sinniert. Recht weit kommt ihr in dem Keller allerdings nicht, bevor euch eine dunkle Gestalt schnappt und das Tutorial ein frühes Ende findet. Kurz darauf findet ihr euch im Zimmer einer älteren Frau wieder, die offensichtlich die Stimme ist, die ihr eben noch aus dem Off gehört habt. Nachdem ihr euch etwas mit ihr unterhalten habt, übernehmt ihr wieder die Kontrolle über das junge Mädchen aus dem Intro, mit der ihr von da an das Geschehen erlebt.

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Willkommen im Ashmann Inn!

Diese lebt als Hausmädchen im Ashmann Inn, in dem sich nun erst mal das Geschehen abspielt, nachdem sie aus dem Flemmington Mädchen-Institut verwiesen wurde. Und - ihr habt es euch vielleicht schon gedacht - in dem Hotel geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Aber keine Sorge, die Handlung und worum es sich genau dreht, werde ich euch natürlich nicht spoilern. Wer Teil 1 gespielt hat, weiß es schon, alle anderen merken recht schnell, dass die Handlung zentrales Element der Remothered-Serie ist und mit einigen Twists aufwarten kann. Auch in Remothered: Broken Porcelain bleibt es bis zum Schluss spannend und ich saß bis die Credits liefen gebannt vorm Bildschirm. Das Ende hat man in sechs Stunden relativ schnell erreicht.

 

Optisch merkt man dem Spiel auf jeden Fall an, dass es sich hier um ein Indie-Spiel handelt. Ab und zu sehr, ab und zu nicht so sehr. Besonders die Hauptfiguren und wichtige Gegenstände sehen wirklich hübsch aus und das das Hotel ist schön düster und gruselig gestaltet, anderen Objekten wie etwa Teppichen und Aktenschränken fehlt dann dafür an manchen Stellen jegliche Textur, die auch nach längerem Warten nicht nachladen will. Diese Qualitäts-Sprünge tun der Atmosphäre nicht unbedingt gut, wären aber noch einigermaßen zu verschmerzen, wenn der Rest stimmen würde. Und das ist leider ein sehr großes "wenn".

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Kuckuck!

Die Steuerung ist einer der großen Minuspunkte an Remothered: Broken Porcelain. Nicht nur, dass die Animationen teilweise seltsam hölzern wirken, es ist echt schwer bestimmte Gegenstände auszuwählen und/oder aufzuheben. Ich bin im Laufe des Spiels immer wieder daran gescheitert, Objekte aus Schubladen zu nehmen, anstatt diese wieder zu schließen. Und hatte ich die Schublade dann wieder geöffnet, musste ich mich vier bis fünf Mal neu ausrichten, bis ich das Tastensymbol zum Aufnehmen eines Items zum Erscheinen brachte. Dann gibt es da noch eine Spezialfähigkeit, die ihr aktivieren könnt. Und sagen wir einfach mal so: wer mit der normalen Steuerung schon keinen Spaß hat, sollte hier umso mehr Geduld mitbringen. Unfreiwillig komisch wurde es übrigens, als ich unabsichtlich von einem Balkon gesprungen und gestorben bin, während ich eigentlich über ein Hindernis hüpfen wollte.

 

Gespickt wird das Ganze dann noch von diversen Bugs, die bei mir persönlich nicht dazu geführt haben, dass ich das Spiel hätte komplett neu starten müssen (Grüße gehen raus an Benny), aber die teilweise echt ärgerlich sind. An einer Stelle wollte eine Gegnerin nicht vor meinem Versteck verschwinden, wodurch ich gezwungen war, ihr in die Arme zu laufen und vom letzten Checkpoint neu zu starten. An mehr als zwei anderen Stellen hat mich ein Gegner einfach an einer Stelle immer wieder geschlagen, ohne das ich die Möglichkeit hatte, vor seinen Attacken wegzulaufen. Die schlimmste Kombination aus all dem sind dann die Bosskämpfe, die eigentlich coole Mechaniken haben, aber durch die vermurkste Steuerung einfach nur zur Qual werden. Besonders wenn sie in einem engen Raum stattfinden. Außerdem bietet euch das Spiel die Möglichkeit Items durch Crafting upzugraden und eure Skills zu verbessern. Einen merkbaren Unterschied haben aber weder die aufgebesserten Items noch die stärkeren Fähigkeiten gemacht.

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Hier hat jemand mehr als nur einen Vogel.

Der Soundtrack bringt in Broken Porcelain zumindest sehr gut eine gruslige Atmosphäre rüber und hat absoluten Wiedererkennungswert. Teilweise ist es nur so, dass Figuren durch Wände oder sogar Stockwerke so laut hörbar sind, als wären sie direkt neben euch. Das ist in einem Spiel, in dem man ängstlich durch dunkle Gänge schleicht eher ungünstig. Gleichzeitig bin ich an manchen Stellen aber auch einfach so durch Wände geclippt, dass mich meine Verfolger*innen entdeckt haben. Und auch Dialoge und Videosequenzen brechen manchmal zu früh oder einfach seltsam ab, so dass man sich fragt, ob das nun wirklich so sein sollte oder nicht. Insgesamt wirkt es an so gut wie allen Ecken so, als wäre das Spiel noch nicht zu 100% fertig und ich glaube etwas mehr Entwicklungszeit hätte dem Titel echt gut getan.

"Insgesamt kommt Remothered: Broken Porcelain schwer geplagt durch etliche Bugs aber nicht an den grandiosen Vorgänger ran, obwohl die STORY spannend fortgesetzt wurde. "

Was soll ich sagen? Nach dem durch die Bank gefeierten ersten Teil Tormented Fathers aus 2018 war meine Erwartungshaltung echt hoch und ich habe mich wahnsinnig auf das Spiel gefreut. Und ich will jetzt hier auch nicht alles verteufeln: das Spiel hat auf jeden Fall gute Seiten, gruslige Momente und vor allem wieder eine sehr sehr spannende und gute Geschichte. Insgesamt kommt Remothered: Broken Porcelain schwer geplagt durch etliche Bugs leider aber nicht an den grandiosen Vorgänger ran, obwohl die Story spannend fortgesetzt wurde. Und auch weil es sich hier um ein Indie-Spiel handelt, verzeihe ich dem Titel noch einmal mehr, als ich es vermutlich bei anderen Spielen tun würde. Am Ende überwiegen aber leider die negativen Punkte bei weitem die positiven und ich hätte auf einen wirklich würdigen Nachfolger lieber noch mal ein bis zwei Jahre länger gewartet.

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2,5 von 5 roten Nonnen.