Ratchet & Clank: Rift Apart

   Von Miggi

Titelbild des Playstation 5 Spiels Ratchet & Clank: Rift Apart von Insomniac Games

Wir hatten das Thema vor kurzem hier schon zur Review von Monster Hunter Rise - ich hatte sehr lange selbst keine PlayStation 2. Trotzdem hatte ich durch meinen besten Freund immer Zugang zu den Exklusivtiteln der Sony-Konsole, darunter auch Ratchet & Clank. Und die ersten drei Teile haben wir damals wirklich wahnsinnig gerne gespielt. Immer und immer wieder. New Game++++³ quasi. Diese Liebe zur Serie hat bei mir die ganzen Jahre, in denen ich nun Videospiele spiele, angehalten und dementsprechend gehyped war ich, als Ratchet & Clank: Rift Apart im Juni 2020 angekündigt wurde. Mit Spider-Man: Miles Morales hat Insomniac Games direkt zu Launch der PlayStation 5 bewiesen, dass sie mit der neuen Hardware umgehen können, nur um jetzt mit ihrem ersten Exklusiv-Titel auf der neuen Konsole hoffentlich noch mal einen drauf zu legen.

Im nun bereits sechzehnten Spiel der Serie knüpft das Studio aus Kalifornien an die Geschehnisse aus Ratchet & Clank: Into the Nexus an, das 2013 auf der PS3 erschien und gleichzeitig auch an Ratchet & Clank aus dem Jahr 2016. Nach all ihren Abenteuern wird dem Duo zu Ehren eine Parade veranstaltet, während derer Clank seinem Lombax-Freund offenbart, dass er für ihn den sogenannten Dimensionator repariert hat. Mit diesem soll Ratchet die Möglichkeit bekommen in andere Dimensionen zu reisen, um nach weiteren Lombaxes und seiner Familie suchen zu können. Aber es kommt natürlich, wie es kommen muss - der Bösewicht Dr. Nefarious taucht während der Parade auf, mopst sich den Dimensionator, Ratchet schießt auf das Ding und plötzlich öffnen sich überall Portale. Ratchet, Clank und Dr. Nefarious werden daraufhin alle in eine andere Dimension verfrachtet, dort voneinander getrennt und das Abenteuer kann losgehen.

Ratchet öffnet einen Dimensionsriss in Ratchet & Clank: Rift Apart von Insomniac Games auf der PlayStation 5
Dimensionator goes brrrrrrrr

In der Paralleldimension sieht es nicht ganz so rosig für unsere Helden aus. Nefarious wechselt hier seinen Titel und tritt als Imperator Nefarious auf, vor dem die ganze Galaxie sich fürchtet. Aber auch Ratchet hat ein Ebenbild - Lombax-Frau Rivet schnappt nach dem Crash den beschädigten Clank auf, der ebenfalls später noch sein quasi-Ich bekommt. So wechselt ihr in Ratchet & Clank: Rift Apart fließend die Figuren Ratchet und Rivet, die sich das Waffenarsenal und Inventar teilen. Wenn ihr also mit der einen Figur eine Waffe kauft, ist diese direkt für beide verfügbar. Durch die Parallel-Universums-Sache macht das bis zu einem gewissen Grad sogar Sinn. Wie schon in früheren Titeln wechselt das Gameplay auch im neuesten Teil zwischen Sprung- und Geschicklichkeits-Passagen sowie Kampf-Abschnitten, in denen die zahlreichen Waffen zum Einsatz kommen.

 

Die Jump & Run-lastigeren Bereiche werden wie schon früher aufgelockert durch Grind-Passagen, einen Enterhaken, Abschnitte die ihr fliegend oder laufend am Rücken eines Reittiers bestreitet und den neuen Gleitstiefeln. Außerdem könnt ihr relativ früh im Spiel ein Upgrade einsammeln, das euch an bestimmten Wänden laufen lässt. Je weiter ihr im Spiel kommt, desto häufiger werden diese verschiedenen Mechaniken kombiniert, so dass ihr teilweise echt schnell reagieren müsst. Beim Kämpfen habt ihr dafür wieder die Wahl aus einem großen Arsenal an Waffen - darunter Highlights wie ein Rasensprenger, der eure Feinde in Pflanzen hüllt oder dem Drillhound, der sich durch die Erde gräbt und auf eure Feinde stürzt. Wenn ihr die Waffen lange genug benutzt, steigen diese im Level auf und ihr könnt bei der Händlerin Ms. Zurkon neue Upgrades mit Raritanium kaufen. Dieses findet ihr wie die nicht ganz so seltenen Bolts verstreut auf den insgesamt neun Planeten, die ihr bereist.

Rivet und Clank stehen vor einem Monster in Ratchet & Clank: Rift Apart von Insomniac Games auf der PlayStation 5
Rivet & Clank haben glaube ich nicht wirklich Bock gegessen zu werden.

Ergänzt wird das Gameplay in Ratchet & Clank: Rift Apart durch diverse Portale. Dank des kaputten Dimensionators befinden sich an verschiedensten Stellen auf den Planeten Dimensionsrisse, durch die ihr euch per Tastendruck ziehen könnt. In den Jump & Run-Abschnitten nutzt ihr das, um nicht in Abgründe zu stürzen oder um verschiedene Geheimnisse in den Levels zu entdecken. Und davon gibt es übrigens wie immer eine Menge - neben neuen Rüstungsteilen könnt ihr noch Spybots, Lombax-Historie oder die guten alten Gold-Bolts finden. In den verschiedenen Kämpfen nutzt ihr die Risse um euch quer übers Schlachtfeld zu porten und könnt so Projektilen ausweichen oder euch besser positionieren. Möglich macht das alles die schnelle SSD der PlayStation 5 und was soll man sagen - die Mechanik funktioniert unfassbar gut und fügt sich perfekt ins Spielgeschehen ein.

 

Und da der neueste Teil der Spielereihe exklusiv auf Sonys neuer Konsole erscheint und es keine PlayStation 4-Version gibt, konnte Insomniac Games das volle Potenzial der Hardware ausschöpfen. Trotz Portal-Mechanik, wegen der teilweise zwei Abbilder von Welten gleichzeitig gerendert werden müssen, läuft das Spiel super flüssig und ihr könnt in den Einstellungen wie schon bei Spider-Man aus drei verschiedenen Einstellungen auswählen. Neben dem Visual Mode, der Auflösung und Ray Tracing bevorzugt und die Framerate hinten anstellt, gibt es einen Performance Modus ohne und einen mit Ray Tracing. Welcher Modus für euch der beste ist, müsst ihr natürlich selbst herausfinden, nachdem ich mich durchgetestet habe, habe ich mich letztendlich für Performance RT entschieden. Dort genießt ihr die Vorteile von reflektierenden Oberflächen, aber müsst nicht auf eine hohe Framerate verzichten. Best of both Worlds quasi. Aber probiert euch da am besten einfach mal durch.

Protagonist Ratchet aus Ratchet & Clank: Rift Apart von Insomniac Games posiert mit einer Waffe
Man könnte fast meinen, dass es sich hier um einen Screenshot aus einem Animated Movie handelt.

Aber egal welchen Modus ihr auswählt - das Spiel sieht unfassbar gut aus. Nicht nur im mittlerweile fast obligatorischen Fotomodus wird euch immer wieder der Gedanke überkommen, ob ihr nicht gerade einen animierten Film guckt. Licht- und Partikeleffekte sind wahnsinnig schön, die verschiedenen Planeten haben allesamt eine ganz eigene Atmosphäre und egal ob Waffen, Gegner, NPCs oder simple Oberflächen in der Welt - jede Kleinigkeit strotzt vor Details und könnte gefühlt so auch auf einer Kinoleinwand laufen. Was mich aber fast am meisten beeindruckt hat war die Fellanimation von Ratchet & Rivet. Das Gefühl animiertes Fell so schön animiert zu sehen hatte ich das letzte Mal glaube ich bei Sulley in Monster AG. Und das ist schon echt eine Weile her. Optisch ist das Spiel wirklich eines der besten, die ich bisher gespielt habe. Ich freue mich jetzt schon darauf zu sehen, was im Laufe der neuen Konsolengeneration noch alles möglich sein wird.

"Auch nach fast 20 Jahren schaffen es Ratchet & Clank mit Rift Apart und der Kombination aus 3D-Plattforming und Kampfassagen wieder mich zu begeistern."

Ihr habt es vielleicht schon zwischen den Zeilen durchlesen können - ich bin langjähriger Fan der Spielereihe und auch der neueste Teil der Serie hat mich nicht enttäuscht. Auch nach fast 20 Jahren schaffen es Ratchet & Clank mit Rift Apart und der Kombination aus 3D-Plattforming und Kampfassagen wieder mich zu begeistern. Die schnelle SSD der PS5 wird perfekt genutzt und bereichert das Spielgeschehen perfekt, die Story ist nicht unfassbar deep, aber unterhält gut und mit den ganzen Collectibles macht es umso mehr Spaß die neun Planeten extra genau unter die Lupe zu nehmen. Insomniac Games hat es nach Miles Morales geschafft noch einen drauf zu setzen und ich bin gespannt, was das Studio in Zukunft noch abliefern wird. Solange sie weiter in dieser Liga spielen, kann es auf jeden Fall nur gut werden.

Wertung zu Ratchet & Clank: Rift Apart von Insomniac Games für die PlayStation 5
5 von 5 Rivets.

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