Paper Mario: The Origami King

   Von Miggi

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Ich sag's wie es ist - ich bin ein echt schlechter Bastler. Ich kann keine geraden Linien schneiden, ich kann nicht mit Kleber umgehen, aber vor allem kann ich eine Sache nicht - Papier richtig und - noch viel wichtiger - gerade falten. Die japanische Kunst des Origami, bei der aus einem meistens quadratischen Stück Papier ein dreidimensionales Objekt gefalten wird, war für mich deshalb nicht nur immer unschaffbar, sondern auch umso beeindruckender. Gleichzeitig war ich schon seit dem Ableger auf dem Nintendo 64 ein großer Fan der Paper Mario-Reihe, deren letzten beide Ableger Color Splash auf der Wii U und Sticker Star auf dem 3DS mich aber leider nicht mehr zu hundert Prozent abgeholt haben. Mit Paper Mario: The Origami King hat Nintendo die beiden Elemente nun vereint und ich dem Papier-Ableger eine Chance gegeben mich wieder abzuholen.

Im neuesten Ableger werden die Brüder Mario und Luigi zu Beginn des Spiels von Prinzessin Peach ins Pilzkönigreich eingeladen, um am großen Origami Festival in Toad Town teilzunehmen. Dort angekommen stellen die beiden aber schnell fest, dass irgendwas nicht mit Rechten Dingen zugeht: die Stadt ist komplett verlassen und von dem ausgelassenen Fest fehlt jede Spur. Stattdessen werden die beiden von einer Origami-Version der Prinzessin begrüßt, die, wie sich schnell herausstellt, vom Origami König Olly kontrolliert wird. Das selbe Schicksal haben neben den Toads, die zu allen möglichen Formen gefalten wurden, auch Bowsers Schergen erlitten. Bei seinem Fluchtversuch aus dem Schlosskerker rettet Mario neben Bowser in Quadratform, auch Ollys Schwester Olivia, die ihn von da an auf seinem Abenteuer begleiten wird, Olly zu besiegen und das Pilzkönigreich zu retten. Here we go again.

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Der Shy Guy Mafia, sollte man lieber nicht dumm kommen. Sonst wird man schneller ausradiert, als man falten kann.

Um alles wieder in Ordnung zu bringen müssen sich Mario und Olivia erst einmal aufmachen und die fünf Luftschlangen zerstören, die der Origami König um das Schloss des Pilzkönigreichs gewickelt hat. Diese Reise führt sie an verschiedene Orte rund um das Pilzkönigreich, die allesamt sehr schön gestaltet sind und eigene Themen haben, die nicht nur die Papier- und Origami-Idee originell nutzen, sondern auch abwechslungsreich und mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden. Nintendo halt. Angefangen in einem Wald- und Berggebiet treibt euch das Abenteuer später etwa in den Vergnügungspark Shogun Studios oder die Schleifpapier-Wüste. Alle Bereiche spielen mit verschiedenen Papier-, Origami- und Karton-Ideen, integrieren diese auf witzige Art und Weise in den Levelaufbau und es macht unglaublich viel Spaß durch die Abschnitte zu laufen und alles zu erkunden.

 

Immer wieder stolpert ihr auf eurer Reise auch über kleine Löcher in den Levels, unter denen ein Drahtgerüst sichtbar ist. Neben der Antwort auf die langjährige Frage, wie denn diese Papier-Welt aufgebaut ist, verbirgt sich dahinter aber auch mehr, zum Beispiel ein Weg euer Münzkonto aufzustocken. Durch verschiedene Aktionen in der Welt sammelt ihr nämlich Konfetti, das ihr per Druck auf die Schultertasten in die Luft werfen könnt. Befindet ihr euch dabei neben einem dieser Löcher, fällt das Konfetti darauf und je nachdem wie groß es ist, füllt ihr so den fehlenden Teil der Welt aus. Ist der Schaden repariert, werdet ihr mit einer Handvoll Münzen belohnt und teilweise auch mit einem neuen Weg, der euch zu einer Schatzkiste führt oder euch den Weg öffnet, den ihr nehmen müsst. Habt ihr in einem Abschnitt alles repariert, ploppt im rechten Screen-Abschnitt ein Marker auf, der euch anzeigt, dass ihr 100% erreicht habt. Das gleiche gilt auch für gefaltene Toads, die teilweise echt gut versteckt sind und sich in Origami-Form in den Levels verstecken.

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Ring Ring! Wer ist da? Ein schlechtes Ring-Wortspiel!

Natürlich wäre Paper Mario: The Origami King aber kein richtiges Paper Mario, wenn nicht auch gekämpft werden würde. Wie sonst auch startet ihr die Kämpfe indem ihr entweder direkt in die gefaltenen Schurken lauft oder aber ihnen vor dem Kampf eins mit dem Hammer überzieht bzw. auf sie drauf springt. Das verschafft euch zum Start des Kampfes einen kleinen Schadensbonus. Bevor der Kampf dann wie sonst beginnt, erwartet euch erst mal noch eine Neuerung: das Ring-System. Auf einem Feld mit vier Ringen unterteilt in 12 Reihen erscheinen Gumbas, Shy-Guys und Co. und eure Aufgabe ist es, diese sinnvoll anzuordnen, während ein Timer abläuft. Je nachdem wie viele Gegner am Feld sind habt ihr eine bestimmte Anzahl an Zügen, die ihr verwenden dürft. In dieser Zeit könnt ihr entweder die vier Ringe drehen oder einzelne Reihen davon nach vorne und hinten schieben. So platziert ihr Gegner entweder in einer Vierer-Gruppe, die ihr mit dem Hammer treffen könnt, vor euch oder bringt sie für euren Sprung-Angriff in eine gerade Linie.

 

Was mich anfangs noch überhaupt nicht überzeugt hat, hat mit der Zeit und als die Kämpfe schwerer wurden immer mehr Spaß gemacht. Das Puzzle-Element fordert teilweise echt alle grauen Zellen und vor allem die Bosskämpfe, in denen die ganze Mechanik nochmal einen anderen Twist bekommt, haben mir wirklich Spaß gemacht. Schade ist nur, dass man für abgeschlossene Kämpfe keine Erfahrungspunkte bekommt bzw. auch kein richtiges Equipment ausrüsten kann. Ihr habt zwar die Möglichkeit zusätzliche Waffen auszurüsten, diese sind aber keine dauerhaften Waffen, sondern werden mit der Zeit verbraucht. So fallen für mich typische Elemente wie der Charakter-Level und Stats weg, welche ich bei RPG-artigen Titeln dann doch vermisse. Was dafür aber gut gemacht wurde: je nachdem wie viele Toads ihr in den Gebieten schon gefunden habt, baut ihr euch rund um die Arena auf den Tribünen eine Fan-Crowd auf, die ihr in den Kämpfen zu euren Gunsten nutzen könnt. Zusätzlich könnt ihr euch mit euren gesammelten Münzen mehr Zeit kaufen, solltet ihr ein bisschen länger brauchen, um eure Ring-Rätsel zu lösen.

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Rrrrratsch! (Ihr wisst genau, welches Geräusch das macht und wie befriedigend das ist.)

Aber auch ohne die Hilfe der Toads und zusätzlicher Zeit solltet ihr keine großen Schwierigkeiten haben es in etwa 30 Spielstunden bis bis zum Ende von Paper Mario: The Origami King zu schaffen. Der Schwierigkeitsgrad hält sich absolut und Grenzen und vor allem zu Beginn des Spiels werdet ihr mit mehr Tutorials und Tipps überhäuft, als euch vermutlich lieb ist. Man merkt hier auf jeden Fall, dass das Spiel so designed wurde, dass es auch sehr viel jüngere Spieler*innen genießen können. Grafisch greift wieder die typische Nintendo-Formel, die es immer wieder schafft, Switch-Spiele trotz schwächerer Hardware unglaublich gut aussehen zu lassen. In Kombination mit der "realen" Optik verschiedener Papier-Oberflächen, Drahtgerüsten und anderen Bastel-Elementen wie Alufolie machen das neueste Paper Mario optisch zu etwas ganz besonderem und alleine die ganzen Welten zu erkunden, Toads zu sammeln und Konfetti durch die Gegend zu werfen macht einfach nur Spaß. Schwierigkeitsgrad hin oder her.

"Paper Mario: The Origami King spielt klug mit den realen Papier-Elementen, bringt frische Ideen in die Spiele-Serie und macht am Ende des Tages einfach echt viel Spaß."

Und so sitze ich jetzt hier, kann immer noch nicht gut selbst basteln oder Dinge richtig falten und muss sagen: obwohl ich vor Release skeptisch war und auch der Anfang des Spiels mich nicht sofort überzeugt hat, hatte ich eine wahnsinnig spaßige Zeit mit dem Spiel. Paper Mario: The Origami King spielt klug mit den realen Papier-Elementen, bringt frische Ideen in die Spiele-Serie und macht am Ende des Tages einfach echt viel Spaß. Obwohl ich mir etwas mehr Tiefe bzw. eine stärkere Ausprägung an RPG-Elementen gewünscht hätte, hat mich die Origami-Welt des Spiels in ihren Bann gezogen und auch das Kampf-System mit seinen Ringen und Puzzle-Abschnitten stand dem Spiel besser, als ich es im ersten Moment vermutet hatte. Die Geschichte ist eine typische Mario-Story, glänzt aber mit besonderem (Wort-)Witz und es macht Spaß mit allen NPCs zu interagieren und die Welt zu erkunden. Ein würdiger Start für Marios 35. Geburtstag, der dieses Jahr gefeiert wird.

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4 von 5 Origami-Königen.

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