Ori and the Will of the Wisps

  Von Miggi

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Im März 2015 erschien mit Ori and the Blind Forest reeeelativ am Anfang der aktuellen Konsolengeneration für mich eines der optisch schönsten und stimmigsten Spiele der Xbox One. Und eigentlich generell. Das Metroidvania, das das Metroidvania-Genre gemeinsam mit ein paar anderen Titeln der letzten Jahre (ja genau, ich meine Hollow Knight) wieder zurück auf die Karte gebracht hat, hat bis heute einen ganz besonderen Platz in meinem Videospiel-Herzen. Als auf der E3 2017 dann der Nachfolger dazu offiziell angekündigt wurde habe ich vor dem Livestream vermutlich meinem Fernseher ein lautes "JAAAAAA!" entgegen gebrüllt und mich seither wahnsinnig auf den Titel gefreut. Nachdem das Spiel zwei Mal weiter in die Vergangenheit geschoben wurde, war es am 11. März jetzt endlich soweit und ich durfte endlich die Welt von Ori and the Will of the Wisps erkunden. Wie alle Xbox Game Studios-Titel ist auch  Ori von Release an Teil des Game Pass.

Wer den Vorgänger nicht gespielt hat, sollte das (eigentlich Teil 2 hin oder her) sofort nachholen. Ori and the Will of the Wisps setzt storytechnisch da an, wo der erste Teil aufgehört hat. Wie uns das Titelbild schon verrät hat die zusammengewürfelte Familie bestehend aus Ori, Naru und Gumo Zuwachs bekommen. Die kleine Eule Ku schlüpft aus dem letzten Ei, das Mama Kuro zurückgelassen hat und wird liebevoll von den drei Zieheltern aufgezogen. Da Ku mit einem kaputten Flügel auf die Welt kommt und es erst mit dem Fliegen nicht so ganz klappen will, "bastelt" Gumo aus der Feder, die Ori bisher zum Schweben benutzt hat, eine Prothese. Damit gelingt es Ku zu fliegen. Als sie mit Ori in einen Sturm kommt nimmt das Unglück aber seinen Lauf, die beiden werden voneinander getrennt und für euch startet die Geschichte in Niwen. Das neue Gebiet wird unter anderem von den Mokis, kleinen katzenähnlichen Wesen bewohnt. Recht viel mehr werde ich an dieser Stelle auch nicht verraten, da die Geschichte wieder wunderschön erzählt ist und einige Highlights bietet, die man am besten selbst erleben sollte. Nur ein kleiner Tipp: legt euch schon mal Taschentücher bereit. Aber wer den ersten Teil kennt, hat das vermutlich schon getan.

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Ohh sie ist so süß! *Cries in Ori*

Gameplay-technisch bleibt auf den ersten Blick bei Ori and the Will of the Wisps alles beim Alten. Ihr bewegt euch in guter Metroidvania-Manier als Ori durch verschachtelte Gebiete, die vollgepackt mit Geheimverstecken sind. Die Fähigkeiten aus dem ersten Teil müsst ihr notgedrungen erst mal abgeben, könnt euch aber im Laufe eures Abenteuers einige wiederholen und auch ein paar neue dazu verdienen. Fähigkeiten gibt es an magischen Bäumen, die verstreut über die zwar große, doch trotzdem übersichtlich gehaltene, Map verteilt sind. Genreüblich findet ihr in einem neuen Gebiet auch eine neue Fähigkeit, die euch nicht nur dort von Nutzen ist, sondern auch an bereits besuchten Orten neue Wege öffnet. Bereits aus dem Vörgänger bekannt ist etwa das abwehren von Projektilen, das euch gleichzeitig in die von euch gewünschte Richtung katapultiert und auch an von der Decke hängenden Orbs funktioniert. Zum Ende des Spiels erwarten euch mehrere Passagen, die all eure gelernten Moves kombinieren und euch so euer gelerntes Wissen noch einmal richtig abfeuern lassen.

 

Komplett verändert im Vergleich zum ersten Teil hat sich, im Gegensatz zu verschiedenen Moves, allerdings das Kampf-System. Wo euch damals noch eine Energiekugel gefolgt ist, die mit Druck auf den X-Knopf eure Gegner selbstständig angegriffen und vor allem anvisiert hat, habt ihr jetzt eine Art Energieschwert, mit dem ihr seitwärts, nach oben und nach unten angreifen könnt. Später gesellt sich dazu noch ein mächtiger aber behäbiger Hammer, sofern ihr ihn kauft. Ausrüsten könnt ihr die Waffe(n), genau wie andere Skills, selbstständig über ein Quickmenü, wo ihr den Tasten A, B und X die Moves zuweist. Neben den beiden Nahkampf-Angriffen findet ihr im Laufe des Spiels z.B. noch einen Bogen für Fernkampf, die Fähigkeit euch selbst zu heilen oder eine Art Granate. Das Wechseln geht flott von der Hand und mir persönlich gefällt das neue Kampfsystem um einiges besser, als noch im Vorgänger. Vielleicht auch, weil es diesmal mehr Hollow Knight ist und alles was mehr Hollow Knight ist, automatisch gut ist. Aber nur vielleicht.

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Ach du Scheiße, schnell weg hier! *screams in Ori*

Und wenn wir schon bei Hollow Knight sind - das ganze Spiel fühlt sich an, als wäre es eine wohlfühligere Version des zugegebenermaßen bockschweren Titels. Wenn Hollow Knight der etwas düstere Tim Burton-Streifen ist, dann ist Ori in der Metapher der süße Disney-Film, der trotzdem genug Anspruch für Erwachsene bietet und dabei auch die Gefühle spielen lässt. Ein Element, das man ebenfalls in beiden Spielen findet und das Ori and the Will of the Wisps definitiv noch mehr Tiefe gibt, ist die Möglichkeit verschiedene passive Fähigkeiten auszurüsten. Anfangs habt ihr dafür 2 Slots zur Verfügung, die ihr im Laufe des Spiels noch erweitern könnt. Je nachdem worauf ihr euer Augenmerk legt, könnt ihr euch das Spiel so etwas leichter machen. Mehr Gesundheit? Kein Problem, einfach bis zu 3 Extra-Lebenszellen ausrüsten. Ihr habt Probleme beim Zielen mit dem Bogen? Nix dabei, rüstet einfach den Streuschuss aus. Ihr wärt gerne etwas agiler und wendiger? Na dann rüstet doch einfach den Triple-Jump aus. Eine sehr schöne Mechanik, die mich mit Dreifachsprung und zusätzlichem Speed kaum noch den Boden berühren ließ, als ich so über die Map gesprungen bin. 

 

Optisch - und das wird schon auf den Screenshots auf den ersten Blick ersichtlich - legt das Entwicklungsteam der Moon Studios noch einmal einige Schippen zum ersten Ori-Teil drauf. Und das ist nicht leicht, wenn man bedenkt wie unglaublich schön dieser war. Die Gebiete strotzen nur so vor kleinen Details und sind, wie der Grafik-Stil gesamt, allesamt wahnsinnig hübsch anzusehen - vom Sumpfgebiet, über eine Wüsten-Area bis hin zur farbenprächtigen Wasserlandschaft, die optisch gesehen mein persönliches Highlight ist. So hübsch anzusehen das Spiel aber ist, hat es auf der Konsole (auch auf der Xbox One X) leider doch mit ein paar nervigen Rucklern zu kämpfen, die so nicht hätten sein müssen. Läuft man sehr schnell von Gebiet zu Gebiet muss man teilweise unschöne Freezes in Kauf nehmen und auch die Ladezeiten zwischen der Ansicht der Karte (die man doch oft benötigt) zurück ins Spiel sind teilweise verzögert und vor allem sehr lange. Ich hoffe, dass das noch per Patch gefixt wird, vor allem, da das Spiel auf dem PC diese Probleme nicht hat.

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ES. IST. SO. SCHÖN! *be amazed in Ori*

Nezugang im Spiel ist außerdem ein Questsystem, das euch nicht nur eure aktuelle Hauptaufgabe anzeigt, sondern auch diverse Nebenquests für euch bereit hält. Nach einer kurzen "Hol Gegenstand X und bring ihn Person Y"-Einführung, die euch das Questsystem zeigt, findet ihr quer über die Welt verstreut diverse Aufgaben, die es zu erfüllen gilt. Und die Nebenquests in Ori and the Will of the Wisps sind nicht wie bei diversen anderen Spielen Lückenfüller, um die Spiellänge zu strecken, sondern stehen der Hauptgeschichte in nichts nach und haben mich zum Teil emotional nicht weniger als diese mitgenommen. Außerdem bekommt ihr relativ zu Beginn des Spiels eine  Quest-Reihe, die euch vermutlich bis zum Ende begleiten wird. Immer wieder kommt ihr auch in ein kleines Hub-Dorf, das ihr gemeinsam mit dem Häuptling und ein paar Mokis wieder auf Vordermann bringt. Mit Pflanzensamen und Erz haucht ihr dem Dorf so nach und nach mehr Leben ein, erreicht neue Ebenen und findet auch hier hilfreiche Items bzw. könnt sie beim ansässigen Händler kaufen.

"Ori and the Will of the Wisps glänzt mit wunderschöner Optik, einem fantastischen Soundtrack und Metroidvania-Gameplay, das schöner nicht sein könnte."

Der zweite Eintrag der Ori-Serie hat mich trotz lang anhaltender Vorfreude und großer Erwartungshaltung auf keiner Ebene enttäuscht. Im Gegenteil. Ori and the Will of the Wisps glänzt mit wunderschöner Optik, einem fantastischen Soundtrack und Metroidvania-Gameplay, das schöner nicht sein könnte. Alles was ich am ersten Teil geliebt habe, macht der Nachfolger mindestens genau so gut, oder meistens sogar etwas besser und hat noch dazu diverse Neuerungen, die den Spielspaß für mich noch um einiges steigern konnten. Die kleinen technischen Probleme verzeihe ich dem Spiel, auch wenn ich hoffe, dass sie mittlerweile oder sonst in der Zukunft gepatcht werden und ansonsten kann man sich absolut nicht beschweren. Wer ein Xbox Game Pass-Abo hat, hat sowieso keine Ausrede, nicht in das Spiel reinzuschauen und für alle anderen gilt: Ori and the Will of the Wisps ist um ein gutes Stück zugänglicher als der erste Teil, weitaus übersichtlicher und geradliniger als andere Metroidvanias und ihr solltet auf jeden Fall einen Blick riskieren. Ich bin sicher, dass auch ihr euch schnell in die wunderschöne Welt von Ori ziehen lassen könnt und eine gute Zeit mit dem Titel haben werdet.

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4,5 von 5 Kus.

Extra:

Wer nicht genug von Ori and the Will of the Wisps bekommen kann, hört am besten bei unseren guten Freunden von Darf ich vorstellen rein. Miggi hat dort gemeinsam mit Kris und Thomas eine ausführliche Podcast-Folge zum Spiel aufgenommen: