Need for Speed Heat

   Von Miggi

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25 Jahre ist es jetzt schon her, dass mit Need for Speed 1994 der erste Teil der mittlerweile weltbekannten Rennspiel-Serie erschienen ist. 25 Jahre in denen man unzählige Gefährte durch eine Berg- und Talfahrt schickte,  die vor allem die letzten Jahre eher in den Tälern stattfand, als Gipfelstürmer zu sein. Sowieso - und da nehme ich mich selbst nicht aus - gab es für viele Fans seit Need for Speed Underground 2 keine Fortsetzung mehr, die an den Ableger aus 2004 herankommen konnte. Mit Need for Speed Rivals erschien 2013 der erste Eintrag der Serie auf der aktuellen Konsolengeneration, ehe man 2015 mit dem puristisch betitelten Need for Speed einen kleinen Relaunch starten wollte. Damals, in einer unserer ersten Reviews, konnte das Spiel Bea nicht gerade begeistern und bis heute hat sich daran vermutlich nicht viel verändert. Nachdem ich der Serie selbst über die Jahre mit Forza Horizon untreu geworden bin und seit Carbon nicht mehr Hand ans NFS-Steuer gelegt hatte, war ich diesmal - warum auch immer - positiver gestimmt und habe mich dem Abenteuer in Palm City angenommen.

In der fiktiven Stadt irgendwo in Miami, Florida werdet ihr mit genug PS unterm Hintern in einen Open World-Bereich entlassen. Hier greift das Polizei-Personal unter der Führung von Lt. Frank Mercer seit kurzem rigoros gegen Raser*innen und sonstige Verkehrs-Unruhestifter*innen durch. Das Speedhunters Showdown-Festival lockt nämlich neben Rennprofis, die ihr Geschick bei offiziellen Events am Tag zur Schau stellen, auch die an, die nachts eigene Rennen veranstalten und durch die Stadt und umliegende Gebiete brettern. Ihr kommt als Neuankömmling in die Stadt, könnt aus diversen vorgefertigten Figuren euren Avatar auswählen, bekommt euer erstes Auto gestellt und beginnt von da an, euch einen Namen in der Stadt zu machen. Tagsüber bestreitet ihr offizielle Festival-Rennen und könnt Nebenaufgaben abarbeiten, während ihr nach Einbruch der Dunkelheit euren Ruf in der Szene in den illegalen Rennen steigert. Nachts müsst ihr aber stets auf der Hut sein, bevor euch die Polizei erwischt, verhaftet und euch eine saftige Strafe aufbrummt. Und den Gesetzeshüter*innen zu entkommen ist tatsächlich nicht leicht. Ich wurde öfter geschnappt, als mir lieb ist.

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Frank White jagt euch mit dem BMW.

Neben eurem Avatar, den ihr mit diversen bekannten Marken wie Adidas oder sogar Edelmarken wie Givenchy ausstattet, könnt ihr in Need for Speed Heat euer hart verdientes Geld natürlich in euer Auto stecken. Und das solltet ihr auch tun, denn die Rennen gewinnen relativ schnell an Schwierigkeit und fordern euch und euer Können am Steuer immer wieder aufs Neue. So kauft ihr als einen der ersten Gegenstände die altbekannte Nitro-Einspritzung, die euch einen kurzen Boost gewährt, bevor ihr je nach Level auch den Motor, die Reifen, die Schaltung und alles andere aufbessern könnt. Je weiter euer Ruf euer eigenes Level anhebt, umso mehr Gegenstände werden freigeschalten, die die Gesamt-Berwertung eures Autos anhebt. Jedes Rennen, das ihr auf der Karte findet hat eine empfohlene Bewertung und es ist wirklich sinnvoll euch nicht blind in die Challenges zu stürzen. Besonderes Augenmerk solltet ihr je nach Rennart vor allem auf eure Reifen und euer Fahrwerk legen. Trimmt ihr eure Karre nämlich etwa rein auf Straßenrennen, werdet ihr nicht nur bei verschiedenen Off-Road-Rennen das hintere Feld belegen, sondern auch viele der Open-World-Herausforderungen nicht schaffen. Aus insgesamt 127 Autos von 33 Marken stellt ihr euch so den Fuhrpark eurer Träume zusammen.

 

Aber wir alle wissen doch, dass es in Need for Speed nur um eines geht. Und zwar wie geil euer Auto aussieht. Und hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ihr wählt aus unzähligen Gegenständen aus und modifiziert euer Auto ganz nach eurem Geschmack. Motorhauben, Dächer, Spoiler, Felgen, Außenspiegel - so gut wie alles lässt sich verändern. Nebenbei dürft ihr euer Auto tiefer legen, dem Reifenqualm eine andere Farbe geben, die Neigung der Reifen verändern und sogar den Sound eures Auspuffs und Motors anpassen. Und seid ihr eher nicht auf der kreativen Seite veranlagt, sondern wollt nur fahren und euer Auto soll trotzdem gut aussehen, gibt es die Möglichkeit, aus etlichen Kreationen der Community auszuwählen. Und ist euch das alles noch nicht genug, sind über die ganze Map verschiedene Graffitis versteckt, die ihr auf euer Auto klatschen könnt, sobald ihr sie gefunden habt. Fans von Need for Speed Underground 2 dürften hiermit also mehr als zufrieden sein.

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Yo! I'm M to the I and I'm 'bout to pimp my ride.

In Palm City und der Umgebung gibt es aber nicht nur Graffitis zu finden. Zum einen warten Werbetafeln der Polizei, die teilweise echt schwer zu erreichen sind, darauf, von euch zerstört zu werden, indem ihr durchbrettert. Außerdem könnt ihr euren Ruf durch Rampensprünge und das Zerstören kleiner Flamingo-Figuren weiter erhöhen. Das alles macht ihr in einer offenen Spielwelt, die ihr frei befahren könnt. Gestartet wird immer aus eurer Garage, in der ihr zu Beginn immer auswählt, ob ihr am Tag oder in der Nacht auf die Straße wollt. Tägliche Herausforderungen - drei am Tag, drei in der Nacht - müsst ihr erst aktivieren, bevor ihr sie abschließen könnt. Lange Wege könnt ihr über ein Schnellreise-System abkürzen, das sich allerdings erst nutzen lässt, wenn ihr im jeweiligen Gebiet schon einmal wart und die Garage dort freigeschalten habt. Mit dem dynamischen Wetter und den verschieden designten Gebieten lässt sich an der Spielwelt so jedenfalls kaum etwas aussetzen. Schade: Eine Cockpit-Ansicht fehlt leider komplett. Nachdem ich diese früher nie vermisst habe, fehlt sie mir spätestens seit den Forza-Spielen in diesem Genre sehr, wenn sie nicht wählbar ist.

 

Die Steuerung und damit auch das Fahrgefühl selbst, ist in Need for Speed Heat weit weg von Simulationen wie Gran Turismo. Um enge Kurven zu nehmen, muss mittlerweile nicht mal mehr die (Hand-)Bremse betätigt werden, um zu driften. Lasst ihr das Gaspedal kurz los, um einzulenken und es dann wieder zu betätigen, wechselt ihr in den Drift-Modus und könnt ganz easy die Kurve mitnehmen, ohne zuviel Geschwindigkeit zu verlieren. Nachts müsst ihr während der Rennen aber Acht geben, nicht in entgegenkommende Fahrzeuge zu krachen, was während der offiziellen Rennen tagsüber natürlich kein Problem ist. Pro Rennen müsst ihr verschiedene Checkpoints passieren, die den Streckenbereich eingrenzen. Verpasst ihr einen oder mehrere davon ist die Strafe allerdings nicht wirklich gravierend, euch wird nur kurz die Geschwindigkeit aus den Segeln genommen. Hier wäre eine etwas "härtere" Strafe vielleicht sinnvoll gewesen, damit man nicht wissentlich Checkpoints auslässt und das vielleicht sogar schneller ist, als der Hauptweg.

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Der Polizei seid ihr in Palm City vor allem Nachts ein Dorn im Auge.

Was mich an Need for Speed aus dem Jahr 2016 besonders abgeschreckt hat, war - neben den furchtbaren Live Action-Szenen - die Always Online-Komponente, durch die man das Spiel nie wirklich pausieren konnte. Und dazu kann ich Entwarnung geben: Need for Speed Heat lässt sich komplett offline und Solo spielen. Yay! Ein Online-Modus existiert zwar, dieser kann aber komplett optional im Startmenü gewählt werden, wenn ihr das Spiel startet. Online gilt allerdings, wie auch im Solo-Modus für euch selbst, keine Beschränkung nach oben hin, was die Autos angeht. So sind manche Rennen einfach unmöglich zu schaffen, wenn eure Rival*innen ihr Auto weit mehr aufgebessert haben, als ihr. Und das kann leider recht schnell vorkommen, da euch durch die Levelbeschränkung oft noch nicht mal alle Teile zur Verfügung stehen. Hier wäre ein Level-Limit, eine automatische Beschränkung durch das Spiel selbst oder eine andere Form von Handicap auf jeden Fall sinnvoll. Spielt ihr nur offline habt ihr das Problem aber natürlich nicht. Hier könnt ihr - wenn ihr das wollt - aber zumindest bestimmte Geisterrennen gegen Freund*innen und Crew-Mitglieder bestreiten.

"Need for Speed Heat lernt aus den Fehlern der letzten Jahre und dreht kurz vor Ende der aktuellen Konsolengeneration noch einmal so richtig auf."

Hat mich also nun mein Gefühl im Vorfeld getrügt, oder kehrt die Serie zu ihrem 25-jährigen Jubiläum wirklich zu alter Stärke zurück? Zum Glück ist es Letzteres. Need for Speed Heat lernt aus den Fehlern der letzten Jahre und dreht kurz vor Ende der aktuellen Konsolengeneration noch einmal so richtig auf. Die Story ist zwar absolut irrelevant, die Polizei manchmal frustrierend stark und die direkte Online-Komponente teilweise ohne ein Stärke-Limit eigentlich nur fürs Post-Game geeignet. Und trotz dieser kleinen Schlaglöcher macht es unglaublich viel Spaß Rennen in Palm City zu fahren, die offene Spielwelt zu erkunden, Collectibles zu sammeln und vor allem seinen Fuhrpark zu erweitern und sich um sein Auto zu kümmern. Hier kommt definitiv Underground-Feeling auf. Der Unterschied zwischen Tag- und Nacht-Events wurde schön implementiert und bietet zwei komplett unterschiedliche Spielerfahrungen. Das Spiel ist definitiv nicht komplett ohne Fehler, aber die paar vorhandenen werden vom Spielspaß bei weitem überschattet. Man darf also nur hoffen, dass sich die Serie von nun an wieder auf dem Weg nach oben befindet und nicht beim kommenden Teil schon wieder ungebremst ins nächste Tal rast.

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4 von 5 Polestar 1-Fahrzeugen.

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