Minit

   Von Miggi

Minit, Devolver, Minute, Adventure, Schwert, Zelda, Vlambeer, Jan Willem Nijman, Kitty Calis, Jukio Kallio, Dominik Johann, GameMaker: Studio, Sechzig Sekunden, Fluch,

Überlegt mal, was ihr alles in 60 Sekunden anstellen könnt. Ihr könntet etwa kurz zum Kühlschrank gehen und euch etwas zu essen holen. Das ganze dann auch noch zu verspeisen, wird allerdings schon ein bisschen knapp. Oder ihr könntet zu eurem Briefkasten laufen und nachschauen ob DHL wieder einfach nicht geklingelt hat. Außer ihr wohnt im obersten Stock eines hohen Hauses, dann werden 60 Sekunden wohl auch nicht ganz ausreichen. Vielleicht schafft ihr es auch schnell auf die Toilette zu gehen, wenn es wirklich ganz schnell gehen muss. Aber wenn man weiterdenkt fällt einem auf, dass in so kurzer Zeit relativ wenig möglich ist. Quasi nichts.

 

In Minit werdet ihr aber genau vor diese Aufgabe gestellt: Ihr habt genau die namensgebende Minute Zeit um Dinge zu erledigen, dann segnet ihr das Zeitliche. Schuld daran ist ein verfluchtes Schwert, dass ihr am Strand findet. Sobald ihr dieses aufgehoben habt, tickt in der linken oberen Ecke ein bedrohlicher Timer herunter. Zeigt er 0 an sterbt ihr an Ort und Stelle und findet euch in dem Haus wieder, in dem ihr zu Beginn des Spiels aufgewacht seid. Natürlich gibt es aber in der Welt von Minit einiges zu entdecken. Deshalb müsst ihr lernen mit eurem straffen Zeitlimit leben und sterben zu lernen.

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Hi, na?

Entwickelt wurde das Pixel-Abenteuer Minit von Jan Willem Nijman, Mitgründer des Studios Vlambeer, Kitty Calis, die auch schon bei Horizon Zero Dawn mitgearbeitet hat, Dominik Johann, Art Director des Indie Studios Crows Crows Crows und Jukio Kallio, der für den Soundtrack zuständig war. Auf der E3 2017 - ja das war das Jahr in dem Devolver Digital, der Publisher des Spiels, die wohl verrückteste "Pressekonferenz" aller Zeiten abhielt - wurde erstmals Demo-Material gezeigt und seit 03. April 2018 kann das Spiel digital gekauft werden. Für 10€ wohlgemerkt.

 

Minit ist optisch absolut minimalistisch gehalten: Das Spiel präsentiert sich in einer Schwarz-Weiß-Optik im Pixellook, die an alte Game Boy-Spiele erinnert. Die Spielwelt ist aber sehr detailreich designt, die Liebe zum Pixel merkt man hier definitiv. Die Spielwelt durchquert ihr in aus SNES- oder eben Handheld-Zeiten bekannter The Legend Of Zelda-Manier, indem ihr aus einer Vogelperspektive gesehen eure Figur steuert und über durch den Bildschirm abgetrennte Screens lauft, die weiterscrollen, wenn ihr über die Bildschirmkante tretet. Nur, dass ihr eben nach 60 Sekunden sterbt. Zelda auf Speed quasi.

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Hier bitte das "Woop Woop Woop!" von Dr. Zoidberg aus Futurama dazu denken.

Die Aufgabe in Minit ist es natürlich, den Fluch der auch auferlegt wurde wieder loszuwerden. Das Schwert dafür einfach nur wegzulegen reicht leider nicht, wie ihr relativ bald von einem der NPCs erfahrt. Ihr macht euch also auf eine Reise durch Küstenlandschaften, Gebirge, eine Wüste und Inseln, um eurem Schnabeltier-artigen Protagonisten das Leben zu retten. Immer und immer wieder. Theoretisch lässt sich das Spiel sogar in unter 25 Toden lösen. Während eures Abenteuers trefft ihr außerdem auf einige witzige Gestalten, deren Dialoge immer wieder mit lustigen Seitenhieben auf diverse Videospielgrößen aufwarten und auf diverse Gegner, denen ihr mit eurem Schwert Saures gebt.

 

Durch die Zeitbegrenzung ergibt sich eine ganz besondere Rätseldynamik. Teilweise müsst ihr eine lange Distanz an Screens und Aufgaben zurücklegen, um weiter fortschreiten zu können. Bestimmte Gegenstände, die ihr in der Spielwelt aufsammelt, können aber auch nach eurem Ableben weiterverwendet werden. So erschließen sich euch nach und nach neue Gebiete der Spielwelt, die ihr davor nicht betreten konntet. Eine weitere Mechanik des Spiels ist es, dass ihr euren Wohnort tauschen könnt. So wacht ihr nachdem ihr gestorben seid direkt im neuen Haus auf und müsst nicht den ganzen langen Weg erneut zurücklegen. Für viele der Rätsel ist dies aber auch bitter notwendig. Durch das intelligente Zusammenspiel des Zeitlimits, der verschiedenen Items und der verschiedenen Orte ergeben sich so Rätsel, für die ihr eure grauen Zellen schon einige Male anstrengen müsst, um weiter zu kommen.

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Habe ich Sneaker gehört?

Von Devolver Digital ist man es sowieso gewohnt, dass sie sich unkonventionelle Spiele angeln, hier haben sie aber wieder einen besonderen Schatz an Land gezogen. Minit bietet ein frisches Spielprinzip, kombiniert mit bekannten Elementen, die das Retro-Herz höher schlagen lassen. In der Zelda-artigen-Atmosphäre fühlt man sich sofort wohl, die Geschichte rund um das verwunschene Schwert nimmt während des getakteten Sterbens immer mehr an Fahrt auf und gipfelt in einem verdammt spannenden Boss-Kampf und die versteckten Easter Eggs lassen jedes Gamer-Herz höher schlagen.

 

Das Zusammenspiel des Zeitlimits, der Rätsel und der Spielwelt funktioniert in Minit perfekt und frustriert nie unnötig. Ich konnte mir anfangs nicht vorstellen, wie genau das Zeitlimit das Spiel beeinflussen wird bzw. ob es nicht einfach ein Instrument ist, um ein etwas ödes Gamedesign zu kaschieren. Ich wurde natürlich eines besseren belehrt und hatte während meines ersten Runs, der ungefähr zwei Stunden gedauert hat unglaublich viel Spaß mit dem Spiel. Nachdem die Credits über den Bildschirm gerollt sind, war außerdem immer noch einiges zu tun und zu finden in der Welt von Minit. Wer also Angst hat, dass das Spiel zu kurz ist, soll sich keine Sorgen machen. Außerdem hat man beim Preis von 10€ absolut nichts falsch gemacht. Immerhin erwarten einen hier ungefähr zwei Stunden Hauptstory, ein New Game Plus, in dem ihr noch einmal mehr gefordert werdet, einige Herausforderungen, die ihr wohl erst nach dem ersten Playthrough in Angriff nehmen könnt und einiges an Collectibles. Also los! Ihr habt nur eine Minute! Und noch eine! Und noch ganz viele mehr!

 

*Disclaimer* Diese Review wurde in etwas mehr als 60 Sekunden verfasst. *Disclaimer*

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5 von 5 Schatztruhen.

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