Metro Exodus

   Von Miggi

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Ich liebe Endzeitspiele. Ich liebe vor allem Endzeitspiele, in denen sich die Spielfigur in einer Welt nach einer atomaren Katastrophe wiederfindet. Das macht die Fallout-Reihe schon einmal sehr interessant für mich. Was ich aber wirklich ganz besonders liebe, sind die Spiele, die das ganze – soweit es die Grundprämisse selbst natürlich zulässt – ein bisschen realistischer halten. So habe ich zum Beispiel sehr bald meine Begeisterung für die S.T.A.L.K.E.R.-Reihe entdeckt, die so weit ging, dass ich mir sogar die Romane zu den Spielen gegönnt habe. Nachdem diese Spielereihe aber seit längerer Zeit eine Pause einlegt, musste ich mich nach Alternativen umsehen. Alternativen, die ich in der Metro-Serie fand. Und was für welche.

Als 2010 der erste Teil, Metro 2033, erschien wurde ich von meinem besten Freund – und ebenfalls großem S.T.A.L.K.E.R.-Fan - darauf aufmerksam gemacht, dass das etwas sein könnte, was uns beiden sehr gut gefallen wird. Das Spiel basiert auf dem gleichnamigen Roman vom Schriftsteller Dmitri Gluchowski und wurde vom ukrainischen Entwickler 4A Games entwickelt. Und was soll ich sagen: Ich habe Metro 2033 gespielt und es direkt geliebt. Die spannende Geschichte rund um den Protagonisten Artjom, die man aus der Egoperspektive erlebt, war packend inszeniert, die Spielwelt unglaublich immersiv und auch grafisch hat das Spiel damals alles richtig gemacht. 2013 erschien der nicht minder gute Nachfolger Metro: Last Light, der 2014 gemeinsam mit Teil 1 als Redux-Fassung für die aktuelle Konsolen-Generation portiert wurde. Knapp 5 Jahre später war es nun endlich soweit und mit Metro Exodus stieg der dritte Teil der Serie aus den Tiefen der Metro herauf.

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Der nukleare Winter. Mit Betonung auf Winter.

Ich hatte bereits auf der vergangenen Gamescom die Möglichkeit 45 Minuten in einen kleinen Teil der Spielwelt von Metro Exodus einzutauchen und war damals schon hin und weg. Gemeinsam mit einem Kollegen, der seine Anspiel-Session gleichzeitig mit mir hatte, unterhielt ich mich danach noch begeistert über die Demo und wir stellten fest, dass wir trotz dem Fokus, den das Spiel auf die lineare Story legt, zwei komplett unterschiedliche Spielerfahrungen hatten. Und ohne nun auf den finalen Geschichtsverlauf oder die Story selbst einzugehen, die mich von Start bis zum Schluss komplett in ihren Bann gezogen hat, weiß ich jetzt schon, dass ich das Spiel auf jeden Fall noch einmal spielen werde, um mir einige Ecken der Spielwelt etwas genauer anzusehen und manche Entscheidungen anders zu treffen. Wie schon in den Vorgängern erlebt ihr den kompletten Spielverlauf aus der Ego-Perspektive. Diesmal erlebt ihr ein komplettes Jahr aus der Sicht von Artjom, was sich auch auf das Wetter und die Umgebung bemerkbar macht. Das bewirkt nicht nur, dass euch die Geschichte weitaus mehr in ihren Bann ziehen kann, sondern ihr baut auch eine komplett andere Verbindung zu Artjom und seiner Truppe auf.

 

Gleichzeitig könnt ihr euch jederzeit dazu entscheiden, wie sich Artjom verhält: bleibt ihr trotz einer wichtigen Mission noch kurz bei einer Person sitzen, um euch deren Geschichte anzuhören, oder stürmt ihr aus dem Raum, um euch ins Gefecht zu stürzen? Das ist ganz euch überlassen. Solltet ihr aber Letzteres wählen, könnten euch wichtige Details entgehen oder ihr verpasst bestimmte Anliegen, die diese Person hat. Ob ihr diesen im weiteren Verlauf nachgeht, ist auch wieder ganz euch überlassen. So formt ihr Artjoms Persönlichkeit in Metro Exodus ganz nach eurem Spielstil. Der Protagonist selbst bleibt den Spielverlauf über stumm, lediglich die Tagebucheinträge zwischen den Kapiteln hört ihr in seiner Stimme. Das ist aber keineswegs störend oder wirkt im Spiel situationsbedingt seltsam, sondern trägt auch hier wieder viel zum Gefühl bei, dass ihr wirklich selbst Teil des Spiels seid.

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Der nukleare ... Frühling?

Durch die ständige Egoperspektive kommt Metro Exodus, wie auch schon seine Vorgänger, mit einigen Kniffen daher, die ich so konsequent bisher in keinem anderen Spiel finden konnte. Ihr müsst in bestimmten Arealen daran denken, eure Gasmaske aufzusetzen, die euer Sichtfeld einschränkt und euch darum kümmern, dass ihr regelmäßig die Filter wechselt. Sogar Schmutz müsst ihr euch per Tastendruck von der Maske wischen. Eure Taschenlampe verliert mit der Zeit Strom, weshalb ihr sie mit einem tragbaren Gerät selbstständig aufladen müsst. Medikits und andere Gegenstände liegen nicht einfach in der Spielwelt herum, sondern müssen aus Crafting-Material selbst hergestellt werden. Aber keine Sorge, das Crafting geht schnell von der Hand und ist sinnvoll in den Spielverlauf integriert. Und es gibt noch so viel weitere kleine Details auf die 4A Games geachtet hat, die Metro so „real“ wirken lassen und die Spieler*innen in die Welt ziehen.

 

Zu diesem Spielgefühl trägt natürlich auch die Grafik einen großen Teil bei. Und schon seit dem ersten Teil liefert die Metro-Reihe dabei eine top Leistung ab. Was der Entwickler aber mit dem neuesten Teil auf die Beine gestellt hat, übersteigt meine Erwartungen noch einmal um ein Vielfaches. Die Welt ist nicht nur wunderschön und detaillreich gestaltet, sondern auch wahnsinnig abwechslungsreich. Dass man aus einem Endzeitszenario so viel herausholen kann, hätte ich mir nie gedacht, Metro Exodus schafft aber genau das mit Leichtigkeit. Ihr kriecht nicht nur durch eine Vielzahl an Grautönen, wie es in manchen Endzeitspielen leider der Fall ist, sondern kommt durch die Story an einige sehr unterschiedliche Orte, die nicht nur optisch abwechslungsreich sind, sondern auch eigene Gegnertypen bieten und jeweils neue Mechaniken ins Spiel bringen, die alles noch spannender machen.

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Nastrovje!

Um in der bedrohlichen Welt von Metro Exodus nicht schon früh das virtuelle Zeitliche zu segnen steht euch eine breite Auswahl an Waffen zur Verfügung, die ihr freischaltet, je weiter ihr in der Story vorankommt. Aber nicht nur verschiedene Waffen schaltet ihr frei, auch Aufsätze und Erweiterungen dafür findet ihr in der Welt. Habt ihr zum Beispiel ein neues Zielfernrohr gefunden, könnt ihr dieses an einer Werkbank, an der passenden Waffe anbringen. So erweitert ihr euer Arsenal und modifiziert eure Waffe ganz nach euren Wünschen und passend auf euren Spielstil. Das gleiche gilt für eure Ausrüstung am Körper, für die ihr ebenfalls Erweiterungen finden könnt. Aber Vorsicht: Eure Waffen müsst ihr nicht nur aufrüsten, sondern an den Werkbänken auch sauber halten. Sind diese nämlich zu schmutzig, kann es schnell passieren, dass die Waffe während eines Feuergefechts klemmt. In den falschen Momenten kann das schnell dazu führen, dass ihr in mehr als gefährliche Situationen kommt

 

Auch Munition stellt ihr neben Granaten, Molotov-Cocktails oder Wurfmessern ganz einfach an den Werkbänken her. Und das ist mehr als notwendig. In der Welt selbst findet ihr oft gerade einmal so viel, um es bis zur nächsten Werkbank zu schaffen. Ihr solltet deshalb nicht nur eure Waffen weise wählen, sondern auch dafür sorgen, dass ihr immer mit vollen Taschen aufbrecht. Ohne Munition habt ihr nämlich gegen die verschiedenen Gegnertypen keine Chance. Seien es Mutanten oder echte Menschen, die meisten Figuren in der Spielwelt wollen euch nicht unbedingt etwas gutes und die Feuergefechte sind oft sehr fordernd. Mit der richtigen Deckungswahl, einem ordentlichen Schluck Zielwasser und etwas Vorsicht werdet ihr diese aber bestimmt meistern. Die KI, die in den Vorgängern noch ein bisschen Grund zur Kritik gab, wurde im neuesten Ableger nochmals verbessert und die Feinde verhalten sich nachvollziehbar und auch eure Gefährt*innen sind im Kampf manchmal äußerst hilfreich.

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ES KOMMT DIREKT AUF UNS ZU!!

Seit auf der E3 2017 bei der Pressekonferenz von Xbox der erste Trailer zu Metro Exodus gezeigt wurde, habe ich mich wahnsinnig auf das Spiel gefreut. Einerseits weil mich schon die Vorgänger in ihren Bann gezogen hatten und ich wissen wollte, wie die Story weitergeht, andererseits, weil es heutzutage kaum noch Spiele – vor allem First Person Shooter – gibt, die sich so stark auf die Geschichte fokussieren, wie es die Metro-Reihe tut. Hier geht es nicht um Multiplayer-Geballer, nicht um eine offene Spielwelt, die man nach 60 Stunden noch lange nicht komplett erkundet hat und in der es vor optionalen Missionen nur so strotzt. Das Spiel nimmt euch in ungefähr 20 Stunden mit auf eine spannende, linear erzählte Geschichte, in der es für Erkundungsfreudige trotzdem genug zu entdecken gibt, um nicht zu starr zu erscheinen. Metro Exodus liefert wohl eine der stärksten und immersivsten Geschichten, die aktuelle Videospiele zu bieten haben.

 

Meine Erwartungen an Metro Exodus waren sehr hoch und was soll man sagen – sie wurden in allen Punkten mehr als erfüllt. Optisch liefert das Spiel gewohnt hohe Qualität ab, es ruckelt weder oder ist von starken Bugs geplagt, von der Geschichte habe ich nun bereits genug geschwärmt, die Spielwelt bietet mit dynamischem Wetter sowie Jahreszeiten- und Ortswechseln wahnsinnig viel Abwechslung, die Feuergefechte sind spannend inszeniert und die Figuren wachsen einem durch die Bank ans Herz. Die Anpassungsmöglichkeiten der Ausrüstung ist umfangreich und lässt euch genug Freiheiten für euren Spielstil. Auch die Spieldauer ist ordentlich und Wiederspielwert ist durch bestimmte Situationen, wie weiter oben bereits erwähnt, ebenfalls gegeben. Mit Metro Exodus liefert 4A Games wie von mir erhofft, schon zu Beginn des Jahres ein Spiel ab, das in meinen persönlichen Jahrescharts ganz oben mitreden wird. Wer die Vorgänger gerne gespielt hat, hat eigentlich garkeine andere Wahl, als jetzt Exodus zu spielen. Neueinsteiger sollten Metro 2033 und Last Light in der Redux-Fassung eine Chance geben, die es mittlerweile für einen schmalen Taler auf den aktuellen Konsolen zu kaufen gibt, um danach direkt dieses Meisterwerk erleben zu können. Spasibo Artjom. Do swidanija.

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5 von 5 Humanimals.

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