Mario Tennis Aces

  Von Miggi

Mario Tennis, Nintendo, Switch, Camelot, Yoshi, Luigi, Bowser, Boo, Lucien, Waluigi, Wario, Tie-Break, Game, Set, Match, Zone Speed, Zone Shot, Star Shot, Trick Shot, Drop Shot, Daisy, Rosalina, Toad, Koopa, Shy Guy, Donkey Kong, Spike, Turnier

In der Schulzeit gab es einige Fixpunkte. Also abgesehen von Klassengefüge, Hausaufgaben, Flaschendrehen, Tests und dem ganzen Kram. Wobei ein bisschen was davon auch Teil dessen ist, worauf ich gerade hinaus möchte. Die Fixpunkte, die ich meine heißen Ausflug, Sportwoche, Projektwoche, you name it. Und auf einer dieser Sportwochen wurde mir das erste Mal ein Tennisschläger in die Hand gedrückt. Es hätte auch noch andere Sportarten gegeben. Segeln - in Neoprenanzug auf einem flachen See in Kärnten jetzt nicht gerade das Spannendste - und so weiter. Aber irgendwie erschien mir Tennis am plausibelsten. Damals war es sowieso nur das nötige Übel. Man musste die Tennisstunde über sich ergehen lassen, bevor man Nachmittags Zeit mit seinen Kollegen und Kolleginnen verbringen durfte. Recht viel mehr Verbindung zum Sport hatte ich dann aber auch nie.

Unser aller Lieblingsklempner (mittlerweile laut Nintendo-Website auch wieder hochoffiziell Klempner) hat da schon mehr Erfahrungen mit dem Ballsport gemacht. Schon 1995 erschien auf dem Virtual Boy mit Mario's Tennis die erste Kombination des weißen Sports - ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum Tennis so genannt wird - und dem Nintendo-Maskottchen. Ab dem Nintendo 64 erschien dann für so ziemlich jede Generation der Nintendo-Konsolen und -Handhelds ein Ableger der Reihe. Der letzte Teil auf der Wii U mit dem Beinamen Ultra Smash musste dabei einiges an Kritik einstecken. Das Spiel an sich war zwar nicht schlecht, nur leider war der Umfang sehr gering. Mit dem im Januar 2018 angekündigten Mario Tennis Aces wollte man deshalb alles besser machen und am 22. Juni wurde bereits aufgeschlagen.

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Touchdown!

Umfangtechnisch hat man sich bei Mario Tennis Aces definitiv nicht am Vorgänger orientiert. Zum einen hat Entwickler Camelot Software Planning, die neben der Shining Force-Reihe und Golden Sun auch bisher für Mario Tennis verantwortlich waren, dem Spiel diesmal einen Abenteuermodus spendiert. Ihr beginnt in einem Stadion, das von Wario und Waluigi angegriffen, die einen sehr mächtigen, aber verfluchten Tennis-Schläger im Gepäck haben, der von ihnen Besitz ergriffen hat. Sie entführen Luigi und schicken euch gezwungenermaßen auf eine Reise durch verschiedene Gebiete, in denen ihr insgesamt fünf Powersteine finden müsst, um der bösen Macht das Handwerk zu legen. In Matches, die teilweise durch die Umgebung schwerer gemacht werden, Herausforderungen in denen ihr eine gewisse Zeit lang den Ball im Spiel halten müsst oder Ziele treffen müsst und sogar Bosskämpfen schlagt ihr euch so durch abwechslungsreich gestaltete Gebiete. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der Tennisschläger ist dabei eure einzige "Waffe". Alles andere wäre ja auch zu einfach.

 

Apropos einfach: Der Schwierigkeitsgrad beim neuen Ableger der Mario Tennis-Serie ist nicht von schlechten Eltern. Schon im Abenteuermodus werdet ihr vor Herausforderungen gestellt, die ihr bestimmt nicht beim ersten Versuch abschließen werdet und bei denen auch ich kurz die Switch weglegen musste, um kurz tief durchzuatmen. Dabei sind aber zum Glück nicht die Levels am schwersten, die ihr für euren Fortschritt benötigt, sondern die optionalen Herausforderungen. In diesen könnt ihr zwar teilweise weitere Schläger sammeln, die euch als Ersatzschläger dienen und jeweils den Look des Gebiets widerspiegeln, alle davon braucht ihr aber für einen erfolgreichen Abschluss der Story bestimmt nicht. Die Tennis-Matches gegen NPC-Gegner werden teilweise durch bestimmte Elemente im Level noch etwas aufgepeppt, wie etwa einen Schiffsmasten in der Mitte des Courts, den ihr umspielen müsst oder magische Spiegel, die euren Ball schlucken und in eine andere Richtung zu euch zurückfeuern.

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Homerun!

Aber auch abseits des Story Modes gibt es genug Modi, in die ihr eure Zeit investieren könnt. Euer Können stellt ihr entweder in freien Spielen oder Turnieren unter Beweis, wahlweise online, gegen CPU-Gegner oder auch gegen eure Freunde. Aber Achtung: online tummeln sich bereits richtig harte Kontrahenten. Der Einstieg in den Online-Modus kann also durch das fehlende Match Making-System anfangs recht frustrierend verlaufen. Dafür gibt es bereits kurz nach Release im Juli-Monats-Turnier die ersten neuen Charaktere freizuschalten. Grund genug also, fleißig zu trainieren und es mit dem Rest der Welt aufzunehmen. Trainieren könnt ihr dafür entweder gegen CPU-Gegner oder eben gegen eure Freunde. Im Koop-Modus entfaltet Mario Tennis wie immer seine volle Stärke. Ganz im Stile eines Mario Kart oder diversen anderen Partyspielen werdet ihr mit Mario Tennis Aces die ein oder andere Freundschaft auf die Probe stellen.

 

Leider gibt es im Online-Modus keine wirkliche Möglichkeit sich zu verständigen. Das Thema Sprachchat ist auf der Switch ja sowieso ein bisschen heikel mit Handy-App, Splatoon 2.Headset und was es da sonst noch so gibt. Und das obwohl man nun herausgefunden hat, dass die Fortnite-Variante für Nintendos Hybrid-Konsole sogar reguläre Headsets unterstützt. Leider gibt es nicht einmal ein simples Emote-System, mit dem man sich verständigen kann, was in der heutigen Zeit etwas schade ist. Bis auf ein paar wenige Lags, die ich in meinen Online-Matches erlebt habe, ist aber die Verbindung gut und die Matches laufen flüssig ab. Technisch und auch grafisch gibt es bei der Jagd auf den gelben Filzball generell nichts gröberes zu bemängeln. Die Charakter-Modelle sehen gut aus, der Spielfluss ist stets flüssig und nicht geplagt von Framerate-Einbrüchen und vor allem die Lichteffekte bei Spezialmanövern und Star Shots machen einiges her.

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Hole-In-One!

Aber was sind Star Shots überhaupt und wie läuft das eigentlich mit dem Tennisspiel? Zum einen könnt ihr ähnlich wie im "normalen" Tennis verschiedene Schüsse ausführen. Diese werden durch einen farbigen Schweif markiert. Mit B schießt ihr den Ball scharf und kraftvoll (lila), Mit X könnt ihr Dropshots ausführen, bei denen der Ball schnell zum Liegen kommt oder hohe Bälle schlagen (weiß). Mit der Y-Taste gebt ihr dem Ball eine Kurve mit (blau) und die A-Taste ist quasi der Allround-Schlag (rot). Beim richtigen Timing bzw. voll aufgeladener Power, schlagt ihr den Ball so, dass er euren Gegner beim Aufprall beeinflusst. Ein voll aufgeladener roter Schuss drängt ihn etwa auf dem Spielfeld weiter nach hinten. Außerdem habt ihr mit den rechten Stick die Möglichkeit einmal quer über eure Spielhälfte zu huschen und den Ball aus scheinbar aussichtslosen Situationen doch noch über das Netz zu hieven. Mit all diesen Schlägen füllt ihr eure Powerleiste auf, die ihr für die Zeitlupenfunktion benötigt und mit der ihr durch Druck auf die R-Taste die sogenannten Zoneshots ausführen könnt.

 

Um einen dieser Schläge zu aktivieren, muss der Ball so fallen, dass ein goldener Stern am Boden erscheint. Stellt ihr euch in diesen und betätigt R switcht das Spiel in einen First Person-Zielmodus, in dem ihr durch die Bewegungssteuerung festlegt, wo in der gegnerischen Hälfte der Ball aufschlagen wird. Der Ball wird hierbei von euch mit enormer Geschwindigkeit geschlagen und ist somit für euren Gegner besonders schwer zu blocken ist. Wird er nicht punktgenau zurückgeschlagen, verliert euer Schläger Haltbarkeit und kann dabei sogar zerstört werden. Ist eure Spezialleiste voll gefüllt hat jeder Charakter noch eine Spezialfähigkeit. Wehrt man diese nicht punktgenau ab, geht der Tennisschläger sofort zu Bruch und habt ihr keinen mehr in Reserve, ist das Match damit für euch gelaufen. Ihr seht also, die Spielmechanik ist also weitaus tiefgehender, als man es im ersten Moment erwartet. Und für den Spaß zwischendurch wurde dem Spiel auch noch einen Modus spendiert, in dem ihre eure Joycons schwingen müsst, um den Ball zu schlagen.

Mario Tennis, Nintendo, Switch, Camelot, Yoshi, Luigi, Bowser, Boo, Lucien, Waluigi, Wario, Tie-Break, Game, Set, Match, Zone Speed, Zone Shot, Star Shot, Trick Shot, Drop Shot, Daisy, Rosalina, Toad, Koopa, Shy Guy, Donkey Kong, Spike, Turnier
Swish!

Mario Tennis Aces bietet mir genau, was ich erwartet habe: ein ausgeklügeltes System, das ab dem ersten Match verständlich ist, aber genug Substanz hat, dass man auch nach vielen Spielstunden noch kleine Kniffe entdeckt, die in Matches umgesetzt werden möchten. Das ganze ist verpackt in eine solide Single Player-Kampagne, in der ich Courts freischalten konnte und meine Fähigkeiten auf Vordermann bringen konnte; einen Online-Modus, in dem die wahre Herausforderung in Form von starken Gegnern, mit spannenden Turnieren und neuen Charakteren, die es dort freizuspielen gibt, auf mich wartet; und vor allem einen wunderschönen Multiplayer, in dem ich mir mit meinen Freunden entweder ausgiebige Kämpfe auf dem Tennisplatz liefern, oder auch einfach zwischendurch ein paar Bälle schlagen kann.

 

Das Spiel macht für zwischendurch Spaß, kommt aber auch mit genug Langzeitmotivation um die Ecke, um Spieler theoretisch Stunden vor die Konsole zu fesseln. Und sei es nur, um für die nächste Multiplayer-Schlacht bestimmte Moves zu trainieren und die eigenen Fähigkeiten zu schärfen. Den wichtigsten Aspekt, den ein Mario Tennis-Spiel für mich erfüllen muss, haben sich Nintendo und Camelot Software Planning nämlich auf jeden Fall zu Herzen genommen: Mario Tennis Aces wird neben Mario Kart 8 Deluxe, Super Bomberman R und anderen Multiplayer-Krachern auf keinem der nächsten Spieleabende fehlen. Und wenn es bis in den Tie Break gehen muss. Seht ihr. Ich lerne mit diesem Spiel sogar noch Tennis-isch!

4,5 von 5 Tennis-Schlägern.
4,5 von 5 Tennis-Schlägern.

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