Madden NFL 19

   Von Miggi

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American Football war lange Zeit in Europa kaum ein Thema und auch heutzutage hat sich der amerikanische Kultsport nocht nicht zu 100% bei uns durchgesetzt. Es gibt zwar immer mehr Menschen, die zumindest die größte Veranstaltung, den Super Bowl, mitverfolgen - mittlerweile wird dieser auch im deutschen Fernsehen live ausgestrahlt, europäische Footballvereine, die gegründet werden und auch das generelle Interesse an der Ballsportart steigt an. In der Mitte der Gesellschaft ist American Football aber noch lange nicht angekommen. Das erlebe ich immer wieder, wenn ich mit Leuten darüber rede und nur Kommentare höre wie "Das versteht doch niemand", "das ist viel zu kompliziert" oder ähnliches. Und ja, der Einstieg ins Regelwerk und den Ablauf eines Spiels ist definitiv nicht ganz so einfach wie bei Fußball, Tennis oder anderen Disziplinen. Hat man sich aber einmal ein gewisses Grundregelwerk angeeignet, bietet der taktische Sport wirklich sehr hohen Unterhaltungswert.

 

Electronic Arts bzw. EA Sports hat wie auch bei der FIFA-Reihe die große NFL-Lizenz erworben und versorgt Football-Fans jedes Jahr mit einem neuen Ableger ihrer Madden NFL-Reihe. Das Cover der neuesten Ausgabe ziert diesmal Antonio Brown, der Wide Receiver der Pittsburgh Steelers. Die eigentliche Frage ist aber natürlich ob sich im Vergleich zu den Vorjahren auch unter der Haube des Spiels etwas getan hat. Denn wie eben auch bei FIFA und anderen Sportspielen hofft man jedes Jahr auf große Neuerungen und nicht nur auf ein Kaderupdate der Mannschaften. Zusätzlich gibt es, wie auch schon beim direkten Vorgänger Madden NFL 18, einen Story-Modus, der das Angebot des Spiels zusätzlich aufwerten soll.

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Kame... Hame... HA!!

Longshot Homecoming, der Story-Modus von Madden NFL 19, den man sich in etwa wie The Journey in FIFA vorstellen kann, führt die Geschichte aus Madden NFL 18 fort. Nur ist dieser Modus in Madden um einiges "amerikanischer" präsentiert, als das Fußball-Äquivalent. Die Videosequenzen sind um einiges umfangreicher und haben mehr Serien-Charakter. Man folgt den Geschichten der beiden Protagonisten Colt Cruise und Davin Wade und ihrem Wunsch in der NFL zu Stars zu werden, wobei anders als bei Alex Hunter in The Journey nicht so ein schneller und reibungsloser Aufstieg gezeigt wird. Leider wird Neueinsteigern keine kurze Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse angeboten, was zumindest für mich erst einmal etwas störend war, da ich mir die Infos selbst zusammensuchen musste. Die in etwa vierstündige Geschichte ist zum Einstieg ins Spiel sehr nett, aber leider nicht so fesselnd, wie ich es mir gewünscht hätte. Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, dass ich während des Videosequenzen abgeschweift bin. Auch hätte ich mir gewünscht, dass man mehr ins Geschehen eingreifen kann. Man merkt wie gesagt aber auch, dass das Zielpublikum ein ganz klar amerikanisches ist und eventuell funktioniert es dort besser, als zum Beispiel bei mir.

 

Aber der eigentlich wichtige Teil in Madden NFL 19 sind natürlich die Matches und damit das Spielerverhalten, die Ballphysik, die Mechanik und alles weitere. Wie schon im letzten Jahr läuft der neue Teil auf EAs hauseigener Frostbite Enginge, die das Spiel optisch schon einmal hervorragend aussehen lässt. Neu eingeführt haben die Entwickler diesmal die sogenannte Real Player Motion. Diese verbessert den Realismus bzw. das Spielgefühl indem die Laufbewegungen und -wege der Spieler weitaus realistischer wirken, als bisher. Durch die Technologie ist es nun auch um einiges interessanter, wenn der Ballträger vor der Defense davonläuft, da sich realistischere Duelle abspielen. Die Mitspieler reagieren generell sehr realistisch und ihre Laufwege wirken auch ohne, dass sie den Ball in der Hand halten nachvollziehbar und werten das Spielerlebnis selbst um einiges auf. Leider ist es mir bei meinen Anspielsessions öfter mal passiert, dass der eigentlich gefangene Ball durch die Hände des Empfängers geglitcht ist und auch manche Bewegungen waren hier und da nicht ganz korrekt. Das ist natürlich im Spielfluss ärgerlich, dürfte sich aber durch Patches korrigieren lassen.

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Die Real Player Motion wertet vor allem das Laufspiel um einiges auf.

Der Spielablauf an sich gestaltet sich, wie man es bereits aus den Vorgängern kennt. Große Neuerungen sucht man wenn dann mit der Lupe,  da die Steuerung und die Einstellungsmöglichkeiten aber gut auf das Spielprinzip zugeschnitten sind, ist das nicht wirklich störend und die Steuerung selbst funktioniert einwandfrei. Dafür gibt es mehr als genug Futter, was den Spielumfang betrifft. Neben dem schon erwähnten Story-Modus hat Madden NFL 19 natürlich einzelne Matches, die man gegen reale Spieler - online oder zuhause auf der Couch - oder gegen die CPU absolvieren kann. Außerdem kann man sich im Ultimate Team-Modus beweisen, Solo-Herausforderungen absolvieren und neuerdings auch gegen Teams anderer Spieler offline antreten. Zum Einstieg bietet die Football-Simulation Anfängern natürlich auch einen Trainings-Modus. Wer also noch kein Experte im Regelwerk ist kann hier wichtige Taktiken und Spielmechaniken erlernen. Der wohl wichtigste Modus für mich ist aber der Franchise Mode, in dem man wahlweise als Spieler, Coach oder Teambesitzer sein Lieblingsteam zum Super Bowl-Gewinn führen kann. In diesem Modus habe ich schon die ein oder andere Stunde versenkt und freue mich jetzt schon wenn das Team aus Denver am Schluss die Vince Lombardy Trophy hochstemmen kann. Go Broncos!

 

Madden NFL 19 ist nicht nur aufgrund der fehlenden Konkurrenz das wichtigste NFL-Spiel am Markt. EA Tiburon liefert eine grundsolide American Football-Simulation, die mit großem Umfang und wahnsinnig schicker Optik punkten kann. Uns erwartet nicht die von Fans Jahr für Jahr erhoffte Offenbarung, kein Football-Spiel, wie wir es noch nie gesehen haben, aber solange man das Spiel mit diesem Wissen kauft, wird man nicht enttäuscht werden. Footballfans und solche, die es eventuell sogar erst noch werden wollen, können bei diesem Titel auf jeden Fall zugreifen, Fans der Serie wissen was sie erwartet und müssen selbst entscheiden, ob sich das Update zum Titel aus dem Vorjahr lohnt. Der Story-Modus hätte stärker ausfallen können, ist aber eine nette Draufgabe neben dem grandiosen Franchise Mode, dem Ultimate Team-Modus und natürlich den Matches mit und gegen Freunde. Ich werde auf jeden Fall noch ein paar Yards erobern, Pässe werfen und mich mit Freunden am Feld messen. Und weil man es nicht oft genug sagen kann: Wer Patriots-Fan ist, hat Unrecht und Go Broncos!

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3,5 von 5 Footballs.

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