Light Fall

   Von Miggi

Light Fall, Bishop Games, Nintendo, Switch, Schattenkern, Stryx, Numbra, Vipera, Plattform, Plattformer, Speedrun, Indie, David Dion-Paquet, Ben Archer, Mathieu Robillard, Kickstarter, Kamloops, Paddlewood,

Es gibt sie, diese Indie-Spiele, auf die man komplett zufällig aufmerksam wird. Manchmal durch Empfehlung eines Freundes, manchmal durch Testberichte auf einschlägigen Seiten und manchmal auch in Form eines Trailers, den man irgendwo aufschnappt. Besonders praktisch sind dabei Sammlungen wie die ID@XBOX- oder Nindies-Sparte, in denen diversen Indie-Titeln eine Bühne geboten wird. Am 20. März 2018, im Zuge des Nindies Showcases wurde eben diese Bühne auch Light Fall geboten - einem 2D-Plattformer des Studios Bishop Games, das von Mai bis Juni 2015 auf Kickstarter mehr als 20.000 CA$ aufbringen konnte.

 

Wer mich kennt weiß, dass ich bei zweidimensionalen Plattformern direkt aufmerksam werde. Der Look und der erste Eindruck von Light Fall hat mich aber mehr als nur neugierig werden lassen. Irgendetwas an dem Spiel sah besonders aus und ich habe mich darauf gefreut, das Spiel im April 2018 auf meiner Switch spielen zu können. Außerdem hat es auf der Game Connection im November 2017 den Award für "Best Hardcore Game" gewonnen. Wenn das kein Spiel für mich ist, dann weiß ich es auch nicht.

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Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön.

In Light Fall schlüpft ihr in die Haut einer kleinen, anfangs noch namenlosen Figur, der durch das Land Umbra reist. In Umbra ist die ewige Nacht ausgebrochen und mit der Eule Stryx an eurer Seite macht ihr euch auf den Weg, wieder Licht in der trostlosen und dunklen Welt scheinen zu lassen. Stryx dient dabei nicht nur als ständiger Begleiter, sondern auch als Erzähler aus dem Off. Das geht soweit, dass euch die Eule nicht nur mit Tipps versorgt, sondern teilweise verdammt sarkastisch kommentiert, wenn ihr euch einmal nicht ganz so geschickt anstellen solltet. Das lockert die Erzählung an den richtigen Stellen sehr gut auf und wird zum Glück auch nicht überstrapaziert. Wichtige Story-Teile werden zudem in schön illustrierten Bildern erzählt.

 

Optisch erinnert Light Fall mit seinem minimalistischen Stil etwas an Limbo, wartet aber mit einem wesentlich schnellerem Tempo und einem stark abweichenden Gameplay auf. Die Spielwelt, aufgeteilt in 4 Akte, wird mit verschiedenen Akzentfarben abwechslungsreich in Szene gesetzt und jedes Gebiet bietet euch neue Elemente und Hindernisse. Die Gebiete bieten zudem jeweils neue Welt-Elemente, wie zB. grüne Schleim-Wände, an denen ihr keinen Wandsprung ausführen könnt oder ähnliches. Die Hintergründe, die verschiedenen Figuren und Gegner und die Welt selbst sind, natürlich dem Stil entsprechend, detailliert gestaltet und lassen keine Langeweile aufkommen.

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Die zweidimensionale Spielwelt ist sehr detailreich gestaltet.

Kernstück von Light Fall sind aber weder die Story, die man nicht unbedingt beachten muss, wenn man nicht möchte und auch nicht unbedingt die Optik, auch wenn diese natürlich viel zum Spielerlebnis beiträgt. Das Hauptargument, warum man einen Blick in Light Fall werfen sollte, ist definitiv die kluge und vor allem unverbrauchte Spielmechanik. Euer kleiner Charakter kann nämlich auf Knopfdruck einen Block - den Shadow Core - erscheinen lassen, der sich im Laufe des Spiels vielfältig einsetzen lässt. Ihr könnt den Block in der Luft unter euch erscheinen lassen, und ihn als Plattform benutzen, um höher gelegene Abschnitte zu erreichen. Dieses Manöver könnt ihr bis zu vier mal ausführen, bevor ihr wieder normalen Boden unter euren Füßen bringen müsst, damit sich eure Kraft wieder erholen kann.

 

Später lässt sich der Block auch direkt vor euch herbeizaubern. So könnt ihr ihn als Schutzschild verwenden, oder auch im Zick-Zack mit Wandsprüngen noch höher hinauf springen. Das dritte Block-Manöver lässt euch den Block frei in der Welt platzieren. Das dauert natürlich länger, dafür könnt ihr euch so in bestimmte Ankerpunkte einklinken, mit denen ihr Plattformen zum rotieren oder Schiffsmotoren zum laufen bringt. Gemeinsam mit der Sprint-Funktion ergibt sich so ein Spielsystem, das sehr bald ins Blut übergeht und euch komplett intuitiv durch die Levelabschnitte hüpfen lässt.

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Laser machen alle Spiele besser. Und schwerer.

Light Fall ist genau das geworden, was ich mir erhofft habe: ein frischer Plattformer, bei dem man nicht nur uninspiriert von links nach rechts läuft. Der Shadow Core bringt ein frisches und sinnvoll eingesetztes Element in das Spiel und habt ihr erst einmal alle seine Fähigkeiten gemeistert, macht es umso mehr Spaß die Levels zu bewältigen. In jedem Abschnitt gibt es zusätzlich zur Story versteckte Bereiche, in denen ihr blaue und goldene Kristalle einsammeln könnt. Diese sind teilweise mehr als nur gut versteckt und bieten zusätzliche, kleine Herausforderungs-Abschnitte, in denen eure Fähigkeiten auf die Probe gestellt werden.

 

Wenn es eines gibt, das man an Light Fall kritisieren kann, dann ist es die leider etwas kurze Spieldauer. Als geübter Spieler, hat man die Hauptgeschichte in einigen Stunden durchgespielt, man muss aber auch sagen, dass das Spiel teilweise fast schon dazu einlädt, die Levels schnellstmöglich zu durchlaufen. Besonders der nach dem ersten Durchlauf freischaltbare Speedrun-Modus, dürfte aber genau deshalb nach Abschluss der Story noch einiges an Spaß bieten. Zumindest für ambitionierte Spieler. Wenn man als einzigen Kritikpunkt aber anbringen kann, dass man gerne mehr von einem Spiel gehabt hätte, weil es so gut ist, dann haben Bishop Games ihren Job fast perfekt gemacht. Wer also mit der kurzen Spieldauer klar kommt, sollte für den Preis von 15€ definitiv einen Blick in Light Fall werfen. Die bezaubernde Optik und vor allem die Mechanik machen das Spiel mehr als spielenswert.

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4 von 5 Shadow Cores.

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