Hollow Knight

  Von Miggi

Hollow Knight, Team Cherry, Switch, Nindie, Unity, Metroidvania, Hallownest, Stachel, Geo, Maske, Seelen, Fokus, Schatten, Stag, Cornifier, Dirtmouth, Radiance, Motten, Mantis Lord, False Knight, Kickstarter, Hidden Dreams, Grimm Troupe, Gods & Glory

Ich habe es schon im zweiten Teil meines E3-Recaps erwähnt: es gibt diese Titel, die existieren schon länger. Teilweise schon sehr lange, teilweise noch nicht so lange. Aber eben Steam-exklusiv. Da ich keinen starken Gaming-PC besitze, warte ich dann lieber auf die Konsolen-Portierung. Die einzige Ausnahme bisher habe ich für The End is Nigh gemacht, das seitdem auch das einzige Spiel in meiner Steam-Bibliothek ist. Nachdem Team Cherry schon am 20. Januar 2017 per Twitter angekündigt hatte, dass Hollow Knight auch für die Nintendo Switch erscheint, hatte ich es auch nicht unbedingt eilig, es für den PC zu kaufen. Die Monate zogen ins Land und von immer mehr Seiten bekam ich zu hören, wie gut das Spiel sei, dass es genau meinen Geschmack treffen würde und noch vieles mehr. Ich entgegnete jedes Mal, dass ich auf den Switch-Port warte. Immer ungeduldiger und ungeduldiger. Irgendwann habe ich es aufgegeben die Twitter-Seite der Entwickler zu checken und mich damit abgefunden, dass es wohl noch dauern könnte, bis ich Hollow Knight spielen werde.

Und dann kam im Juni endlich die E3 2018 und am letzten für mich interessanten Tag die Nintendo Direct. Ihr wisst schon, das Video in dem es gefühlt nur um Super Smash Bros. Ultimate ging. Womit ich bis heute kein Problem habe. Aber bevor es dazu kam, wurden noch einige der sogenannten Nindies in einem Trailer präsentiert, darunter auch Hollow Knight. Die große Überraschung: gemeinsam mit Fortnite sollte man das Spiel direkt im Nintendo eShop herunterladen können. Ich also aufgesprungen, panisch die Switch geholt und, während nebenbei Smash Bros.- und Pokémon Let's Go-Gameplay gezeigt wurde, den Store immer wieder neu geöffnet, um so schnell wie möglich das tun zu können, worauf ich mich seit über einem Jahr gefreut habe: in die handgezeichnete Welt des Indie-Hits in der Welt Hallownest eintauchen zu können.

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Fast alles im Spiel ist handgezeichnet.

Und genau diese atmosphärische Spielwelt namens Hallownest hat mich vom ersten Moment an komplett in ihren Bann gezogen. Bisher war Cuphead bei mir uneinholbar auf Platz 1, wenn es um handgezeichnete Spiele ging. Danach kam lange nichts und auf Platz 2 war dann relativ weit abgeschlagen Rayman Legends. Dieses Ranking muss ich aber nun dank Hollow Knight komplett umwerfen. Die verschiedenen Bereiche sind mit dermaßen viel Liebe zum Detail gestaltet, dass man sich teilweise einfach Zeit nehmen muss, kurz stehen zu bleiben und die Umgebung zu genießen. Das ist zwar manchmal garnicht so einfach, dazu aber später mehr. Den besonderen Look erreicht das Spiel durch die Verwendung von vielen übereinander gelegten Ebenen, auf denen jeweils verschiedene Elemente platziert wurden. So hat man das Gefühl einer gewissen Tiefe. Außerdem gleicht kein Gebiet dem nächsten. Jeder Abschnitt in Hallownest hat zum einen bestimmte Farbakzente aber natürlich auch die Umgebungselemente, Gegner und alles weitere wurde nicht einfach recycelt, sondern immer passend neu gestaltet. Das alles ergibt ein Gesamtbild, das dermaßen stimmig ist und mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

 

Einen weiteren wesentlichen Teil dieses Gesamtbildes nimmt aber auch die Story ein. Diese wird euch von Anfang an sehr mystisch weitergetragen und aus der Intro-Sequenz werdet ihr eventuell bis ganz zum Schluss der Hauptstory nicht zu 100% schlau. Das kommt in Hollow Knight nämlich ganz darauf an, wie genau ihr eure Umgebung absucht und wie viel Story ihr euch selbstständig erarbeitet. Ähnlich wie in den Dark Souls-Spielen - und dieser Vergleich wird vermutlich noch öfter fallen - wird euch die Story nicht geradlinig vom Spiel vorgekaut, sondern durch Gespräche mit NPCs erzählt, die ihr auf der verwinkelten Karte auch gut und gerne einfach übersehen könnt. Und genau wie diese NPCs erzählen auch die Orte, die ihr besucht und die Items, die ihr findet Teile der großen und auch kleinen Geschichten von Hallownest. Und die Geschehnisse rund um die kleinen Käfer-Kreaturen sind mitreißender, als man es im ersten Moment glauben mag. Am Ende fiebert man wirklich mit und baut sogar zu anfangs unwichtig wirkenden Nebencharakteren eine emotionale Bindung auf.

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They see me crawlin'. They hatin'.

Durch die Welt bewegt ihr euch in altbewährter und trotzdem bis zur Perfektion gebrachten Metroidvania-Manier. Zum Start gibt euch das Spiel lediglich einen einfachen Sprung und den Schlag mit eurem Stachel mit aufs Abenteuer. Relativ schnell wird aber klar, dass es einen Haufen anderer Fähigkeiten geben muss, die anfangs noch unzugängliche Bereiche passier- bzw. überhaupt einmal erreichbar für euch machen. So beginnt ihr eure Reise, in der ihr die Tiefen unter der Stadt Dirtmouth immer weiter erkundet, Verbindungen entdeckt und eben mit der Zeit auch neue Gebiete freischaltet. Das Prinzip der Metroidvanias funktioniert hierfür perfekt. So kann es euch leicht passieren, dass ihr im zweiten Playthrough einen komplett neuen Weg geht und der Freund, der gerade parallel spielt noch einmal eine ganz andere Route genommen hat. Ihr erkundet die Welt, findet Geheimpassagen und kämpft gegen immer schwerer werdende Gegner. Die Karte ist dabei akribisch genau aufgebaut, die Verbindungen sind teilweise verblüffend und die Abkürzungen an den richtigen Stellen. Am Leveldesign von Hollow Knight können sich einige Spiele eine Scheibe abschneiden. Wenn das nicht perfekt ist, dann weiß ich auch nicht.

 

Ich hatte Sorge, dass die Kämpfe recht schnell eintönig werden könnten. Wie viel Tiefe kann ein Kampfsystem schon bieten, das aus einem Schlag, einem Sprung und etwas Bewegung besteht? Ich wurde schnell eines Besseren belehrt. Nicht nur, dass es von Anfang an mehr ist als nur ein Schlag und im Laufe des Spiels sogar noch weitere Fähigkeiten hinzukommen, die die Kämpfe um spannende Taktiken erweitern - alleine die "simplen" Kämpfe vom Anfang bieten in Kombination mit der Gesundheits-Mechanik in Hollow Knight eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Mit jedem erfolgreichen Schlag sammelt euer Protagonist nämlich Seelen-Energie, die ihr braucht um eure Gesundheit nach eingesteckten Schlägen wiederherzustellen. Dafür müsst ihr aber an einem sicheren Ort für eine bestimmte Weile den A-Knopf gedrückt halten und das gestaltet sich in manchen Situationen oder besser gesagt in den meisten Kämpfen als äußerst schwierig. Ihr müsst also immer taktisch klug vorgehen, ob ihr euch nun heilt und es riskiert noch mehr Gesundheit zu verlieren oder gar zu sterben oder versucht den Kampf zu überstehen, bis ihr euch heilen könnt. Sterbt ihr, verliert ihr nämlich euer gesammeltes Geo - das Äquivalent zur Seelen-Mechanik in Dark Souls - und müsst zurück an den Ort gehen, an dem ihr gestorben seid, um diese von eurem Schatten zurück zu holen. Sterbt ihr am Weg dorthin erneut, ist euer Geo verloren.

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Jump 'N' Slash

Ergänzt wird das knackige Kampfsystem und der nicht gerade niedrige (jedoch nie frustrierend schwere) Schwierigkeitsgrad durch die verschiedenen Fähikgeiten, die ihr im Laufe des Spiels findet und auch Talismane, die ihr anlegen könnt. Diese geben euch verschiedene Fähigkeiten, wie eine größere Reichweite für euren Stachel oder kleine Fliegen, die umherliegendes Geo von besiegten Feinden zu euch transportieren. Einen der wichtigsten davon gibt euch das Spiel relativ bald am Anfang mit bzw. motiviert euch ihn zu kaufen: den Kompass. Habt ihr erst einmal die Karte eines neuen Gebiets gefunden - was teilweise garnicht so einfach ist, da sich der Charakter, der die Karten verkauft auch gerne mal ein bisschen versteckt - braucht ihr den Kompass, um auch zu sehen wo auf der Karte ihr euch überhaupt gerade befindet. Außerdem könnt ihr mit gesammeltem Geo in einem der Läden in Dirtmouth verschiedene Markierungen auf der Karte freischalten, wie zB. dass Bänke, die als Checkpoints dienen, auch auf der Karte eingezeichnet werden, sobald ihr diese gefunden habt. 

 

Hollow Knight ist der Beweis dafür, wie auch "kleine" Indie Games von Entwicklerstudios wie Team Cherry mit wenig Personal im Jahr 2018 aussehen können. Die handgezeichneten Assets sind pure Liebe, das Leveldesign kann als Vorbild für das perfekte Metroidvania verwendet werden und die Steuerung sitzt perfekt. Dazu kommt eine spannende Story, von der man nur so viel mitnimmt, wie man selbst findet, was einen im Umkehrschluss wieder enorm anspornt die Umgebung so genau wie möglich unter die Lupe zu nehmen. Die Upgrades, die man braucht um das Spiel zu beenden sind perfekt platziert und auch über die Spieldauer kann man absolut nichts negatives verlieren. Das erste Mal habe ich den Abspann nach knapp 17 Stunden gesehen, hatte aber direkt danach das Bedürfnis, die Welt noch weiter zu erkunden. Außerdem beinhaltet die Switch-Version alle bisher erschienenen DLCs, die noch viele weitere Spielstunden und Endgame-Content mit sich bringen. Das Warten hat sich für mich definitiv gelohnt und ich lege jedem da draußen dieses Spiel mit Nachdruck an Herz. Ernsthaft. Kauft euch Hollow Knight! Ihr verpasst sonst eines der großen Highlights der letzten Jahre.

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5 von 5 Quirrels.

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