God Of War

   Von Miggi

God Of War, Kratos, Atreus, Loki, Baldur, Axt, Nordische Mythologie, Mimir, Kombos, Playstation 4, Santa Monica, Sony, Thor, Odin, Sindir, Brok, Freya, Fey, Riesen, Berg, Asche, Modi, Magni, Weltenschlange

Es gibt sie. Diese Spiele, die im Laufe der Jahre total an mir vorübergezogen sind. Dazu zählen Geheimtipps wie das mittlerweile vielleicht gar nicht mehr so geheime Undertale, aber auch wirkliche Größen der Videospielwelt. Ich habe - und das gestehe ich wirklich reumütig - noch nie einen Fuß in Shadow Of The Colossus gesetzt, nicht einmal die Remastered Version diesen Februar konnte daran etwas ändern. Und dann ist da noch eine ganze Spielreihe, die von Spielern auf der ganzen Welt schon seit Jahren hochgelobt wird. God Of War. Die ersten Teile gingen aus Mangel einer Playstation 2 und einem besten Freund der sich eher für Devil May Cry als für Kratos begeistern konnte, leider recht sang- und klanglos an mir vorrüber.

 

In der nächsten Generation war es dann recht ähnlich. Die Playstation 3 hat erst zum absehbaren Schluss ihres Lebenszyklus ihren Weg zu mir gefunden. Die Spieleflut auf der Konsole war zu diesem Zeitpunkt schier unendlich und unter den vielen Spielen, die ich nachgeholt habe, war God Of War III leider nicht zu finden. Irgendwann habe ich dann God Of War: Ascension gekauft und nach einem Anspielversuch wieder verwirrt in mein Regal gestellt. Die Zeit war einfach nicht reif für mich und Kratos. Als dann aber während der E3 2016 das neue God Of War präsentiert wurde, habe ich mir vorgenommen den Reboot der Serie zum Anlass zu nehmen, endlich in die Geschichte des Spartaners Kratos einzutauchen. Im April 2018 war es dann auch endlich so weit und ich habe mich auf die Reise gemacht.

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Axe-tonishing *Mond-Emoji hier einfügen*

Gleich zu Beginn des Spiels wird dem Spieler recht eindeutig klar gemacht, was einen erwartet. Wo frühere Teile mit überwältigenden Bosskämpfen in das Geschehen gestartet sind, nimmt sich das aktuelle God Of War Zeit. Zeit um die neue Spielwelt aufzusaugen, Zeit zu erzählen, was in der Zeit zwischen jetzt und God Of War III passiert ist und vor allem Zeit um den "neuen" Kratos und seinen Sohn kennenzulernen. Generell wurde ein bisschen Bombast und Geschwindigkeit herausgenommen und dem Spiel mehr Menschlichkeit spendiert - ja ok, Menschlichkeit ist ein bisschen absurd bei Kratos. Und das tut God Of War wahnsinnig gut. Die Geschichte wird unglaublich packend erzählt und man baut mit fortschreitender Spieldauer eine wirklich enge Beziehung zu den Charakteren auf. Von Momenten, in denen ich vor Freude von der Couch aufgesprungen bin über Teile der Geschichte die mich (in einem positiven Sinne) wütend gemacht haben bis hin zu richtig traurigen Szenen liefert der neueste Teil der Serie wirklich alles, was das Gamer-Herz begehrt.

 

Die größte Änderung ist natürlich das Setting selbst. Aber irgendwann mussten im antiken Griechenland dann auch alle Geschichten erzählt und alle Götter getötet sein. So übersiedelte Santa Monica Studio den Spartaner Kratos in den hohen Norden und nun geht es nicht mehr gegen Ares, Zeus und Co. sondern ihr habt es mit nordischen Figuren zu tun. Neben Draugr, Dunkelalben, Nachtmahren und weiteren Monstern stehen euch aber natürlich auch wieder Götter im Weg. Natürlich soll euch diese Review nicht die Story vorweg nehmen, da ihr aber schon in der ersten Spielstunde auf einen der Götter trefft und es sich hier immer noch um Kratos handelt, dürfte das fast auf der Hand gelegen haben. Nachdem ihr gleich zu Beginn des Spiels eure Frau zu Grabe tragen und verbrennen müsst, zieht ihr in der Haut von Kratos los, euren Sohn an eurer Seite, um die Asche der verstorbenen Freya auf dem höchsten Gipfel der 9 Königreiche zu verstreuen.

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Kratos. Für den "Vater des Jahres 2018"-Award nominiert.

Wer sich darauf gefreut hat, mit den Chaosklingen wieder um sich schnetzeln zu dürfen, wird im ersten Moment vielleicht etwas enttäuscht. Die charakteristischen Schwerter, die bisher an Ketten befestigt an Kratos' Händen festgemacht waren, hat der Protagonist im Laufe der Zeit augenscheinlich an den Nagel gehängt. Als Ersatz dient euch aber eine magische Axt, die einst eurer verstorbenen Frau gehört hat. Mit dieser kämpft ihr euch wieder munter durch die Spielwelt und könnt eine große Variation an Kombos abfeuern. Und auch als Fernkampfwaffe eignet sich die Zauberaxt optimal. Habt ihr sie geworfen, holt ihr sie mit einem simplen Tastendruck wieder zurück in eure Hände. Das Kampfsystem wird durch diesen Wechsel keineswegs negativ beeinflusst und die Waffe selbst fügt sich perfekt in die neue Spielwelt ein. Einhergehend mit der neuen Axt und der Möglichkeit diese bei den Zwergenschmieden Brok und Sindri verbessern zu lassen, geht außerdem das neue Ausrüstungssystem.

 

Denn nicht nur eure Rüstung an den Armen, am Körper und an den Beinen lässt sich mit bestimmten Materialien verändern und verbessern, ihr könnt sogar verschiedene Zauber an Waffen und Rüstung anbringen. Teilweise findet ihr auch ganze Rüstungs- und Waffenteile versteckt in der Spielwelt. Es lohnt sich also jede Ecke der Welt genau zu untersuchen. Und die ist diesmal verdammt umfangreich. God Of War beschreitet nämlich auch hier neue Wege und bietet euch eine quasi Open-World. Quasi, weil sie nicht komplett frei begehbar ist und ihr für einige Bereiche erst eine Art Hub-Welt besuchen müsst, aber wohin euer Weg euch führt, ist euch oft frei überlassen. So bin ich gleich anfangs in einen Gegner gelaufen, der einige Level über meinem war und mir mit einem Schlag die Lichter ausgeblasen hat. Mittlerweile habe ich den Gegner übrigens besiegt. Das Fortschritt- und Levelsystem ist nämlich verdammt gut geworden und mit der Zeit schaltet ihr auch viele neue Kombos und Fähigkeiten frei, die euch im weiteren Spielverlauf eine große Hilfe sind.

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Die verschiedenen Gebiete bieten optisch einiges an Abwechslung.

Der größte Knackpunkt bei Spielen wie God Of War ist aber natürlich das Kampfsystem. Ist es nicht genau genug oder nicht ausreichend balanciert, schleicht sich schnell unnötiger Frust ein. Das ist aber hier absolut nicht der Fall. Die Kämpfe sind nicht zu leicht, aber auch nicht zu schwer gehalten. Oft genug habt ihr den typischen "Get Good"-Moment, um den Gegner nach dem ersten oder sogar dem zweiten Scheitern zu zeigen wo der Hammer, oder in diesem Fall die Axt, hängt. Durch das eben erwähnte Kombo- und Ausrüstungssystem werden die Kämpfe noch ausgeklügelter und im Laufe der Zeite gesellen sich immer mehr Kombo-Möglichkeiten in euer Repertoire. Nah- und Fernkampf lassen sich flüssig kombinieren und auch Atreus steht euch stets helfend zur Seite. Ich hatte im Vorfeld etwas Angst, dass er sich eher nervig als hilfreich in das Spiel eingliedern würde, wurde aber bereits nach einigen Spielstunden eines besseren belehrt. Als am Schluss die Credits über den Bildschirm liefen, hatte ich den Kleinen sogar richtig ins Herz geschlossen.

 

God Of War war für mich der perfekte Einstieg in eine Serie, die von mir viel zu lange keine Beachtung fand. Das Kampfsystem ist perfekt ausbalanciert, die Grafik ist bombastisch und das Gameplay flüssig, die Geschichte weniger brachial als in den Vorgängern, dafür aber weitaus emotionaler erzählt und mitreißend, die Spielwelt lädt dazu ein sie zu erkunden, ohne sich in sinnlosen Open World-Sammelaufgaben zu verrennen. Mit God Of War hat Sony einen absoluten Hit produziert und ich bin jetzt schon gespannt, wie die Geschichte rund um Kratos, Atreus und den anderen Charakteren weitergeht. Hoffentlich dauert es diesmal nicht wieder fünf Jahre. Bis dahin hole ich aber erst einmal die älteren Teile nach. Den ersten Teil habe ich direkt nach dem neuen Teil beendet und sitze aktuell an Teil 2. Und auch im aktuellen God Of War gibt es für mich, auch nach dem Ende der Hauptstory, noch genug zu erledigen. Und dabei rede ich nicht nur von simplen Sammelaufgaben. Die Axt lege ich also nicht so schnell wieder aus der Hand.

God Of War, Kratos, Atreus, Loki, Baldur, Axt, Nordische Mythologie, Mimir, Kombos, Playstation 4, Santa Monica, Sony, Thor, Odin, Sindir, Brok, Freya, Fey, Riesen, Berg, Asche, Modi, Magni, Weltenschlange
5 von 5 Leviathan Äxten.

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Kommentare: 1
  • #1

    Joel (Freitag, 04 Mai 2018 09:18)

    Fünf von Fünf Äxten für diese Review ;-)