FIFA 19

   Von Miggi

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Und wieder einmal ist es diese Zeit des Jahres. Draußen wird es langsam kalt, das Laub fällt von den Bäumen, wir sehnen uns nach Lebkuchen und auch langsam Glühwein. Vor allem aber ist es die Zeit, in der man sich wieder mit Freunden auf der Couch trifft, um das Runde ins Eckige zu pfeffern. Wie jedes Jahr erwartet uns ein neuer Titel der FIFA-Reihe von Electronic Arts und damit die perfekte Beschäftigung, wenn das Wetter wieder einmal verlangt, dass man es sich zuhause bequem macht. Und wie jedes Jahr stellen wir uns die Frage, ob es sich lohnt, den neuesten Ableger zu kaufen, oder ob man mit der Version aus dem Vorjahr weiterleben kann.

Die größte Neuerung, die einem auch sofort ins Auge springen wird ist, dass EA es für FIFA 19 geschafft hat die Champions League-Lizenz zu ergattern. Somit hat man nun nicht mehr nur bei den Teams gegenüber Langzeitkonkurrent Pro Evolution Soccer die Nase vorn, sondern mit Europas Königsklasse auch den wohl wichtigsten Cup der Fußballwelt auf Vereinsebene mit im Paket. An anderen Stellen wurde nur minimal geschraubt. Natürlich kommt FIFA 19 wieder mit dem Modus "The Journey", in dem die Geschichte von Alex und Kim Hunter und Danny Williams weitererzählt wird, dem Ultimate Team Modus, in dem man wieder einiges an Geld lassen kann, wenn man möchte und weiteren bekannten Modi.

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*insert Champions League Hymne here*

The Journey beginnt in FIFA 19 ungewohnt, indem man vor die Wahl gestellt wird, ob man in einem Testspiel lieber auf der Seite von Alex Hunter oder auf der von Danny Williams spielt. Im weiteren Verlauf der verschiedenen Kapitel wechselt man immer wieder zwischen den beiden Spielern und Kim Hunter, um die drei Story-Stränge voranzutreiben. Dieses Element führt nicht nur zu mehr Abwechslung, sondern bringt auch eine größere Dynamik als bisher in den Story-Modus. Dieser dritte Abschnitt ist damit der bisher mit Abstand spannendste und ich war wirklich überrascht, wie sehr mich die Geschichte teilweise gefesselt hat und zwar nicht nur auf, sondern auch abseits des Spielfelds. Die drei Handlungsstränge überschneiden sich im Laufe der Zeit immer wieder, was zu weiterer Brisanz führt und es gibt sogar einige wichtige Entscheidungen, die den Verlauf eurer Geschichte beeinflussen. Realitätsnah ist die Geschichte immer noch nicht wirklich, aber sehr unterhaltsam und filmreif inszeniert.

 

Das wirklich große Zugpferd der Franchise ist aber nicht die Geschichte, sondern der Ultimate Team-Modus. In diesem könnt ihr wie immer euer eigenes Traumteam aufbauen. Dafür werdet ihr entweder zur Kasse gebeten oder müsst sehr viel Zeit in den Modus stecken, um ein gutes Team zusammenstellen zu können. Und mit viel Zeit meine ich wirklich viel Zeit. Dem Erfolg tut das aber keinen Abbruch, der FUT-Modus ist die eierlegende Wollmilchsau für EA und SpielerInnen weltweit stürzen sich alle Jahre wieder in den Modus. Im Endeffekt sind diese Sammelmethoden auch nicht verwerflich, Spiele wie Magic: The Gathering nutzen den Effekt seit jeher. Ein bisschen fairere Chancen einen der sehr seltenen Spieler zu erhalten, hätten Electronic Arts trotzdem keinen Zacken aus der Krone gebrochen. Die "Ones to Watch"-Charaktere, also die seltensten Karten im Spiel, waren etwa mit einer Wahrscheinlichkeit von "weniger als 1%" angegeben. Dass der Modus aber trotz allem sehr viel Spaß machen kann, darf man aber natürlich nicht vergessen.

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Das "Active Touch System" ist eine der neuesten Techniken in FIFA 19.

Aber wie sieht es denn auf technischer Ebene aus? Der Konkurrenzkampf zwischen PES und FIFA ist natürlich Jahr für Jahr wieder präsent. Meistens war FIFA einen Ticken arcadiger als der Rivale aus dem Hause KONAMI. Neu eingeführt wurde mit dem neuesten Ableger das Active Touch System. Dieses verspricht mehr Freiheit am Ball und dass sich Dribblings, Annahmen und Tricksereien physikalisch realistischer anfühlen sollen. Diese Punkte sind im direkten Vergleich auch wirklich verbessert worden, ob es dafür aber auch den fancy Namen gebraucht hätte, wage ich zu bezweifeln. Was aber wirklich merkbar verbessert wurde ist die KI der gegnerischen Teams und somit der generelle Spielablauf. die computergesteuerten Figuren sind nicht mehr so berechenbar, wie noch in FIFA 18 und viele alteingesessene "sichere" FIFA-Taktiken führen nicht mehr zwingend zum Torerfolg. Die Neuerungen sind also sinnvoll, teilweise aber wirklich nur minimal.

 

Rein grafisch kann man sich in FIFA 19 absolut nicht beschweren. Ganz im Gegenteil. Die Frostbite Engine von Electronic Arts leistet wieder erstklassige Arbeit und lässt SpielerInnen, Stadien und alles andere gewohnt realistisch aussehen. Vor allem im The Journey-Modus, in der Premier League und bei besonders bekannten Clubs hat man den Figuren eine fotorealistischen Look durch Motion Capturing und digitaler Feinarbeit spendiert. Das Spiel inszeniert so realistisch anmutenden Fußballspiele, bei denen man zwei Mal hinsehen müsste, ob es sich um ein Videospiel handelt, wenn die Radaranzeige oder andere UI-Elemente nicht wären. Auch die Menüführung und generelle Präsentation außerhalb der Spiele selbst sind blitzscharf und aus einem Guss.

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Foto oder Screenshot?

FIFA 19 bietet Fußballfans wieder ein Rundum-sorglos-Paket in allen Belangen. Man kann sich in diversen Spielmodi einiges an Zeit vertreiben - sei es nun die Geschichte der 3 Hauptfiguren in The Journey, das Zusammenstellen des Traumteams im Ultimate Team Modus, mehreren Saisonen mit dem Lieblingsclub im Karrieremodus oder mit Duellen auf der Couch gegen FreundInnen und im Online-Modus. Die Neuerungen sind überschaubar und was den Realismus angeht hat weiterhin Pro Evolution Soccer die Nase vorn. Aber nicht nur wegen der neu akquirierten Champions League-Lizenz und den unzähligen Vereins-Lizenzen werden sich die meisten Fußball-Fans trotzdem für den Titel von Electronic Arts entscheiden. Und der Erfolg kommt ja auch nicht irgendwo her: FIFA 19 macht wieder einmal sehr viel Spaß, kommt mit realistischer Optik und einer guten Inszenierung daher und liefert Spielzeit en Masse. Ob es sich lohnt upzugraden, wenn man den direkten Vorgänger besitzt, muss man aber wie immer für sich selbst entscheiden.

4 von 5 Champions League Pokalen.
4 von 5 Champions League Pokalen.

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