Dragon Quest Builders

Von Miggi

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Bereits 1986 erschien in Japan für Nintendos Famicom der erste Teil der Dragon Quest-Reihe und von Beginn an zeichnete sich Akira Toriyama, einigen von euch sicher bekannt als Schöpfer von Dragon Ball, für das Charakter- und Monsterdesign verantwortlich. Durch den charakteristischen und einzigartigen Look, aber auch die mitreißend erzählten Geschichten und das fabelhafte Gameplay ist Dragon Quest vor allem in Japan zum absoluten Hit geworden. Das geht sogar so weit, dass die Spiele nicht mehr an Arbeitstagen veröffentlicht werden dürfen, da sich an einem der Release-Tage zwei Millionen Menschen auf einmal krank schreiben ließen. Zum dreißigjährigen Jubiläum der Reihe wurde in Tokyo für sechs Wochen ein Dragon Quest-Museum eröffnet und der Slime, ein Gegner aus der Reihe, ist mittlerweile zu einer popkulturellen Marke geworden.

 

Dragon Quest genießt aber auch außerhalb Japans einen mehr als positiven Ruf und mit zehn Teilen der Hauptreihe blickt die Reihe auf eine erfolgreiche Vergangenheit. Mit Dragon Quest VII und Dragon Quest VIII erschienen vor nicht allzu langer Zeit Remakes für Nintendos 3DS. Neben den Hauptspielen, existieren aber auch Ableger wie zum Beispiel Dragon Quest Heroes, ein Massenprügler-Spiel im Stile der Dynasty Warriors-Reihe. Einer dieser Ableger machte es sich bereits 2016 auf Sonys Konsolen bequem und erschien im Februar 2018 nun auch für Nintendo Switch. In Dragon Quest Builders erlebt ihr ein gänzlich neues Abenteuer in dem es aber nicht in rundenbasierten Kämpfen zur Sache geht - stattdessen baut ihr in bester Minecraft-Manier die Welt nach einer Katastrophe wieder neu auf.

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Schaffe, Schaffe, Häusle baue.

Dem Spiel wurde aber im Gegensatz zur Genregröße von Mojang eine komplette Hintergrundgeschichte spendiert, die euch nicht nur den Einstieg in das Spielgeschehen erleichtert, sondern so die beiden Elemente - Aufbauspiel und RPG - sinnvoll miteinander vereint. In der Haut eures Charakters, für den ihr das Geschlecht sowie die Augen-, Haar- und Hautfarbe selbst bestimmen könnt, wacht ihr in einer dunklen Höhle auf. Ihr hört eine Stimme, die euch erzählt, was auf der Außenwelt bisher passiert ist: eine böse Macht hat die Welt verwüstet. Funfact am Rande: Es handelt sich um die Welt Alefgard aus dem ersten Dragon Quest-Teil und die Geschichte basiert auf einem alternativen Ende zur damaligen Story. Gewitzte Spieler ahnen vermutlich schon an wem es nun liegt, das alles wieder auszubügeln und auch wie das geschafft werden soll. Genau! Ihr seid natürlich dafür verantwortlich die Welt wieder aufzubauen und das Böse in die Flucht zu schlagen. Wer denn sonst?

 

Frisch aus der Höhle gestiegen, wird ein kleiner Bereich in eure Obhut übergeben, von dem ausgehend ihr wieder ein ganzes Dorf bauen sollt. Euch zur Seite gestellt wird von Anfang an ein zweiter Charakter namens Pippa, die euch eure ersten Quests gibt. Denn die Story dient nicht nur als Initialzündung, die euch bauend in die Welt entlässt, sondern wird durch ebendiese Quests weitergeführt. Anfangs beschränkt sich dies auf reine Tutorial-Missionen, wie kleine Dinge oder das erste Haus zu bauen. Natürlich erhaltet ihr mit weiterem Spielverlauf aber auch komplexere Aufgaben, die euch per Teleporter auch in weitere Abschnitte der Spielwelt führt, in denen ihr weiterbauen dürft. Nach und nach levelt ihr so euer Dorf auf und neue Charaktere schließen sich euch und eurer Sache an.

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STOP! Hammer-Time!

Gameplaytechnisch hat man sich konsequenterweise von den rundenbasierten Kämpfen verabschiedet. An Werkbänken bastelt ihr euch aus gesammelten Materialien, die ihr überall in der Spielwelt findet, nicht nur Baustoffe, Rüstungsteile oder Werkzeuge sondern auch Waffen, mit denen ihr euch gegen diverse Monster in Echtzeit zur Wehr setzten könnt. Zu Beginn des Spiels trefft ihr lediglich auf ungefährliche Monster wie den Slime, im späteren Verlauf trefft ihr aber auch auf große Drachen und andere Ungeheuer, gegen die ihr euch ordentlich ausrüsten solltet. Alles was ihr dafür braucht entnehmt ihr der Umgebung um euch herum. Steine, Efeu und viele weitere Dinge warten nur darauf, von euch abgebaut und in weiterer Folge zu Dingen wie Schnüren verarbeitet zu werden. All das verstaut ihr entweder in eurer Inventar-Leiste oder - und das müsst ihr auf Dauer, da eure Inventarleiste beschränkt ist - in Truhen im Dorf. Wer Rüstung und Waffen vernachlässigt, wird es nicht leicht haben, denn aufgelevelt wird in Dragon Quest Builders nicht euer Charakter, sondern euer Dorf.

 

Für jedes abgeschlossene Haus, das ihr baut, erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Für jedes Bett, jede weitere Art von Gebäude, alle Dekorationen und andere Elemente sammelt ihr mehr und mehr Punkte, die ab einer bestimmten Zahl eure Basis aufleveln. Mit jedem Level den ihr so aufsteigt, stehen euch neue Items und Charaktere zur Verfügung und so auch neue Materialien. Steine könnt ihr zum Beispiel nur mit einem Hammer abbauen, den ihr aber mit euren Anfangskenntnissen nicht herstellen könnt. Eure Basis solltet ihr aber auch aus einem anderen Grund stets gut ausgebaut haben - ab und an werdet ihr und eure Bewohner von gefährlichen Gegnerhorden angegriffen. In mehreren Wellen liegt es dann an euch, den Angriff abzuwehren und euer erbautes Dorf zu beschützen. Ihr seht: wir haben es hier mit viel mehr als nur einem stumpfen Minecraft-Klon im Dragon Quest-Gewand zu tun. Wünschenswert wäre in Dragon Quest Builders lediglich noch ein Mehrspielermodus gewesen, der sich meiner Meinung nach angeboten hätte.

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Mein Block, mein Block, mein Block - und nicht Blumentopf sein Block.

Im Laufe der Geschichte dürfte es für euch auch optisch nicht zu langweilig werden. Einerseits begeistern natürlich die wunderschönen Designs von Akira Toriyama, der sich auch für die Charaktere im Bau-Rollenspiel wieder an den Zeichentisch begeben hat. Andererseits sind aber auch die Spielgebiete äußerst abwechslungsreich gestaltet: ihr beginnt eure Reise in einer grünen Landschaft am Wasser und bereist pro Kapitel ein weiteres Gebiet. Dazu zählen neben einer Wüstenlandschaft zum Beispiel auch eine vereiste Welt. Lediglich die Dekoration in den jeweiligen Gebieten hätte noch etwas ausgiebiger ausfallen dürfen. In jeder Umgebung sammelt ihr neue Gegenstände, die ihr verbauen könnt. Aber auch wem das alles zu viel Storyrahmen ist und wer lieber einfach nur bauen möchte, darf sich an Dragon Quest Builders erfreuen: Nachdem ihr das erste Kapitel abgeschlossen habt, schaltet ihr den Modus "Freies Bauen" frei, in dem ihr nach Lust und Laune dem kleinen Bauarbeiter in euch freien Lauf lassen könnt.

 

Da sich mir der Zugang zu Minecraft in den diversen Versionen nie erschlossen hat, was auch dem fehlenden bzw. nicht ordentlich eingebauten Tutorial geschuldet war, bin ich relativ unvorbelastet, aber auch hoffnungsvoll an Dragon Quest Builders herangegangen. Denn selbst etwas aufbauen und sich kreativ austoben zu können catcht mich normalerweise schon. Durch die Story und die Quests fiel mir hier der Einstieg wie erhofft um einiges leichter und hat mich clever an die Baumechaniken herangeführt. Auch das Bauen selbst ist im Vergleich um einiges einfacher und geht leicht von der Hand. Schnell wurde ich dann in den Sog der Bau-Faszination gezogen und konnte das Spiel kaum noch zur Seite legen. Zu verlockend war es, noch das eine Material zu suchen um noch das eine Haus fertig bauen zu können. Nicht umsonst wurde schon Dragon Quest Builders 2 (inklusive Multiplayer) für Playstation 4 und Nintendo Switch angekündigt. Bis dahin werde ich definitiv noch weiter meine Blöcke stapeln und das ein oder andere Bauwerk fertigstellen.


Wertung:

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4,5 von 5 Slimes.

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