Donkey Kong Country: Tropical Freeze

   Von Miggi

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Es gibt Spiele, die sind richtig gut, aber haben zu ihrer Zeit einfach nicht das passende Publikum gefunden. Es gibt Spiele die finden das passende Publikum, sind aber leider Murks. Und dann gibt es die Spiele, die wirklich gut sind, auch das Publikum finden könnten, aber leider auf der komplett falschen Konsole stattfinden. SEGA kann hier mit der Dreamcast ein ausführliches Lied davon singen. Genau das selbe Problem hatten viele Spiele auf der Wii U bzw. die Wii U im ganzen. An wirklich guten Spielen fehlte es der Konsole absolut nicht, nur leider war das Marketing und die Umsetzung der Konsole von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das äußerte sich nicht nur im Support der Dritthersteller, sondern natürlich auch den Verkaufszahlen. Die Switch hat in nicht einmal einem Jahr mehr verkauft, als die Wii U in ihrem gesamten Lebenszyklus.

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass es auf der Konsole keine guten Spiele gab. Im Gegenteil - mit Splatoon hat Nintendo erfolgreich eine Marke neu eingeführt, die sich schnell großer Beliebtheit erfreute, der Smash Bros. Ableger war vermutlich der beste Eintrag bisher (inkl. Gamecube-Controller-Adapter), mit Bayonetta 2 hat man im Alleingang eine Serie wiederbelebt, die ich schmerzlich vermisst hätte und mit 2 Mario-Plattformern und dem Mario Maker kam auch Nintendos Haus- und Hof-Maskottchen zum Zug. Und da habe ich Mario Kart 8, Pikmin 3 oder die Zelda HD-Remakes sogar noch außen vor gelassen. Mein heimlicher Favorit auf der Konsole war aber, nicht nur aufgrund des unglaublich schönen Coop-Modus Donkey Kong Country: Tropical Freeze. Perfekt also, dass Nintendo Anfang Mai ein Re-Release des Titels für die Switch veröffentlichte.

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Lass die Affen aus dem Zoo!

Donkey Kong Country: Tropical Freeze ist dabei bereits der fünfte Eintrag der Serie. Die ersten drei Teile durften wir in den 90er-Jahren noch auf dem Super Nintendo Entertainment System genießen, ehe dann 2010 die Retro Studios, unter anderem bekannt für Metroid Prime, die Erfolgs-Reihe zurückbrachten. In Donkey Kong Country Returns wurde das altbekannte Spielprinzip modern aufgehübscht zurück in die Neuzeit geholt und räumte damals durchwegs äußerst positive Bewertungen ab. Mit dem wiederbelebten Retro-Plattformer in der Hand entschied sich Nintendo dann 2014 den nächsten Teil namens Donkey Kong Country: Tropical Freeze zu veröffentlichen.

 

Gleich zu Beginn des Spiels bekommt es die Kong-Bande mit den Antagonisten des Spiels zu tun. Während Donkey Kongs Geburtstagsfeier erscheint am Horizont eine Flotte Wikingerschiffe. Die Wikinger sind im Fall von Tropical Freeze allerdings keine normalen Wikinger, sondern Walrösser, Pinguine und Eulen. Diese schicken eine riesige Wolke los, die Kong Island komplett in Schnee hüllt und gleichzeitig die Protagonisten mit eisigem Wind davonbläst. Nun liegt es natürlich an euch die Feinde in die Flucht zu schlagen und Kong Island wieder zurückzuerobern. Anders als in Donkey Kong Country Returns, in dem euch nur Diddy Kong zur Seite gestellt wurde könnt ihr im direkten Nachfolger auch auf Dixie und Cranky Kong zählen. Cranky Kong ist übrigens der Ur-Donkey Kong des Arcade-Titels. Ein Funfact, den ich bei der Recherche zu dieser Review das erste Mal gelesen habe und euch nicht vorenthalten wollte. 

Aber wie unterscheiden sich denn nun die Urversion und die Neuauflage? Optisch hat sich auf den ersten Blick im Vergleich zur Ursprungs-Version aus 2014 nicht sonderlich viel getan. Sieht man genauer hin profitiert das Spiel aber definitiv vom Sprung von 720p auf 1080p - die Texturen sind schärfer, Lichteffekte noch ein bisschen hübscher und auch die Figuren profitieren von der besseren Technik, zumindest im Docked Modus der Hybrid-Konsole. Weder im Handheld- noch im TV-Modus der Nintendo Switch ruckelt das Spiel oder zeigt einen Abfall der Auflösung. Zusätzlich konnte man mit der moderneren Hardware auch die Ladezeiten des Spiels stark verkürzen. Ein großer Pluspunkt gegenüber der Wii U-Version.

 

Zusätzlich kommt natürlich das schon öfter von uns erwähnte Nintendo-Phänomen zu tragen: die Engine, das Design und alles im Spiel ist perfekt auf die Hardware der Zeit, in dem Fall der Wii U, modeliert und designt worden und holt das Beste aus der Konsole. Sei es das Fell der Protagonisten, die liebevoll designte Umgebung inklusive sehr detaillreich gestalteter Hintergründe aber auch die ganze Mechanik an sich. Beim Soundtrack hat Nintendo ein besonderes Ass im Ärmel: David Wise. Der Komponist, der neben Musik für Spiele wie Battletoads oder Snake Rattle 'n' Roll auch schon den Soundtrack für die SNES-Titel geschaffen hat, ist bei Tropical Freeze wieder mit an Bord und liefert wie gewohnt eine Top-Leistung ab. Details wie der Musikwechsel sobald man im Wasser untertaucht sind dabei nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

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Mhhhh... Käse!

Die Spielwelt ist durch die vielen verschiedenen Inseln sehr abwechslungsreich gestaltet und lässt keine Langeweile aufkommen. Ob mit einer Fassrakete durch eine Käsefabrik, am Rücken des Rhinos Rambi durchs Gebirge oder in Unterwasserleveln - in Donkey Kong Country: Tropical Freeze gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Einige Level haben zudem versteckte Ausgänge, die ihr finden müsst um alle Welten freischalten zu können. Davon gibt es im Spiel diesmal sechs reguläre Welten mit in der Regel sechs Levels. Um die siebte Insel freizuschalten, müsst ihr spezielle Bedingungen erfüllen, die ich euch hier nicht spoilern möchte. In jedem Level verstecken sich die bekannten K-O-N-G-Buchstaben und verschiedene Puzzleteile. Genug zu tun also, bevor Langeweile aufkommt.

 

Donkey Kong Country: Tropical Freeze ist aber nicht nur schön, abwechslungsreich und hat einen guten Soundtrack. Es ist vor allem eines: verdammt schwer. Nach den ersten paar Levels zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an und um in späteren Levels wirklich alles zu finden muss man genug Sitzfleisch und Geduld mitbringen. Die größte Änderung der Switch-Version wird daher vor allem Spieler freuen, denen der Titel bisher einfach zu schwer war: mit dem neuen Charakter Funky Kong, der bisher nur Ingame-Ladenbesitzer war, kann man jetzt auch durch die verschiedenen Levels hüpfen. Dabei hat man dem Affen mit Sonnenbrille und Bandana nicht nur zwei Herzen extra spendiert, sondern er darf auch sein Surfbrett mit auf die Reise nehmen. Damit ausgestattet sind die Levels gleich nicht mehr so schwer zu bezwingen und auch jüngere oder weniger erfahrene Spieler können mit dem grandiosen Titel ihren Spaß haben.

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What's cooler than being cool?

Der größte Spaßfaktor am Spiel ist aber sicherlich der Koop-Modus, in dem ihr mit einem Freund ins Abenteuer ziehen dürft. Vor allem auf der Nintendo Switch macht der Zweispieler-Modus natürlich viel Sinn, da ihr einfach einen der zwei Joycons an euren Kumpel, Partner oder wen auch immer geben könnt und die andere Person direkt einsteigen kann. Im Zweispieler-Modus müsst ihr zwar auch besser auf eure Extra-Leben aufpassen, dafür erhöht das gemeinsame Springen den Spielspaß um ein Vielfaches. Wer also nicht unbedingt darauf aus ist das Spiel mit 100% abzuschließen, sondern einfach nur ein bisschen spaßiges Retro Jump'n'Run-Gefühle aufkommen lassen möchte ist mit Tropical Freeze bestens beraten. Und wer immer noch nicht genug hat darf sich in Zeitrennen oder dem Extraschwer-Modus versuchen.

 

Wer Donkey Kong Country: Tropical Freeze auf der Wii U verpasst hat, dem kann ich die Version für die Nintendo Switch komplett ohne Bedenken ans Herz legen. Wer die ältere Version kennt, weiß was einen erwartet. Ob die Optimierungen und der Funky Kong-Modus zum Kauf reichen, müsst ihr dann für euch selbst entscheiden. Bei mir hat es diesmal auf jeden Fall dazu geführt, dass ich das Spiel endlich einmal beenden konnte. Die ursprüngliche Version habe ich trotz der hohen Qualität irgendwann zur Seite gelegt. Ich freue mich jedenfalls sehr, das eines der besten Donkey Kong-Spiele seinen Weg auf die aktuelle Nintendo-Konsole gefunden hat und hoffe, dass es nicht der letzte Teil der Donkey Kong Country-Reihe darauf bleiben wird.

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5 von 5 Bananenmünzen.

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