Destiny 2

Von Miggi

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Wisst ihr noch, als 2014 Peter Dinklage als kleiner Roboter mit euch gemeinsam über Planeten gehuscht ist, die von verschiedenen Alien-Rassen befallen wurden? Was für eine verrückte Zeit. Und um ehrlich zu sein: irgendwie hatte ich Destiny im Jahr 2017 in die Schublade "War nett, aber irgendwie etwas belanglos" gesteckt. Bis ich jetzt, kurz vor Release des Nachfolgers, länger über Teil 1 nachgedacht habe. Ich habe es wieder installiert, bin zurück in die Haut meines Hüters geschlüpft und mir fiel ein, wie viele Spielstunden ich tatsächlich in den Vorgänger gesteckt habe. Wie viele Gegner ich gefarmt habe um eines der heiß begehrten, seltenen Engramme zu ergattern, wie viele Leute nur in meiner Freundesliste sind, weil ich sie während diverser Destiny-Sessions getroffen habe. Ich habe Crota den Garaus gemacht, mehrere Events mitgemacht (Die Sparrow-Rennen!!) und eigentlich bis auf die Rise of Iron-Erweiterung alles erledigt, was es zu erledigen gab.

 

Dementsprechend groß war dann doch die Lust darauf, endlich in Destiny 2 einzutauchen. Und als ich das Spiel gestartet habe, fand ich mich sofort wieder zurecht, als wäre ich nie weg gewesen. Natürlich haben sich einige Mechaniken geändert - aber das Grundgerüst ist gleich geblieben und wer Destiny gespielt hat, wird sich jetzt auch wieder sofort wohlfühlen. Das Menü, die Klassen, die Waffen, alles wurde zwar aufgehübscht, aber bleibt im Grundgerüst gleich. Und da Teil 1 nicht umsonst so viele Fans hatte und immer noch hat, ist das auch absolut kein Problem. Soweit so gut, aber löst der aktuelle Teil von Activision die Versprechen ein, die gemacht wurden und die sich Fans des ersten Teils erhofft und eventuell auch erwartet haben?

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Die Story von Destiny 2 führt euch wieder gegen diverse Gegner ins Feld.

Technisch und grafisch lässt sich Bungie nicht lumpen: Für ein Always-Online-Spiel gibt es selten bis nie Spielfehler oder ähnliches. In meiner bisherigen Spielzeit habe ich es nur in einer Mission erlebt, dass ein Feind ein paar Meter weiter nach links geglitcht ist. Das hat sich aber nicht großartig störend ausgewirkt, noch ist es die Regel. Im Gegenteil, alles läuft flüssig, das zufällige Auftauchen anderer Spieler in der Spielwelt verlangsamt das Spiel nicht oder verursacht Ruckeln - alles läuft flüssig und sieht verdammt gut aus. Für die großen Abschnitte, die man ohne Ladezeiten durchstreifen kann, ist das wirklich beachtlich, wobei das Spielprinzip natürlich sehr darunter leiden würde, wäre es nicht so. Alles also, wie es sein soll.

 

Aber zurück zur Story: Destiny hatte bei der Story bisher einiges an möglicher Inszenierung verpasst, trotzdem hat sich rund um die Geschichte eine Fangemeinde gebildet - und diese Fangemeinde wollte man mit dem Nachfolger jetzt glücklich machen. Was bei Titanfall 2 funktioniert hat, geht auch hier nicht schief. Die Story ist fesselnd, wird mit schönen Videosequenzen präsentiert und hat mir in meinem ersten Durchlauf das ein oder andere "Awww" oder sogar lautes Lachen entlockt. Die Charaktere, die in Teil 1 noch etwas gesichtslose Questgeber waren, bekommen nun endlich eine Persönlichkeit inklusive Backgroundstory und auch die Bindung zum eigenen Hüter wird im Laufe der Geschichte gestärkt. Euren Hüter aus dem Vorgänger könnt ihr sogar importieren, solange ihr Level 20 erreicht und die Hauptstory abgeschlossen habt. So spinnen die Entwickler eine mitreißende Geschichte rund um das Licht, euren Ghost und die Hüter.

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In öffentlichen Events könnt ihr Tokens und Ausrüstung abstauben.

Aber wie die meisten von uns wissen: Destiny fängt nach der Story erst so richtig an! Sobald ihr das Maximallevel erreicht habt, gilt es, euch auf das Endgame vorzubereiten. Dazu müsst ihr Ausrüstungsgegenstände sammeln, kombinieren und aufleveln, um euren Powerlevel in die Höhe zu treiben. Euer eigentlicher Level kann ab Stufe 20 nämlich nicht mehr höher werden. Hierfür könnt ihr verschiedene Nebenmissionen erfüllen, Events auf den verschiedenen Planeten absolvieren und bei bestimmten Charakteren Tokens, die ihr im Spielverlauf sammelt eintauschen. All das wird belohnt mit Ausrüstung und Waffen, die ihr dringend braucht: denn die Raids, die euch nach Abschluss der Hauptmission erwarten, verlangen neben eurem besten Können und einem gut abgestimmten Zusammenspiel mit eurem Feuerteam eben genau das - einen hohen Powerlevel. Aber nicht nur die Events, Raids und andere PvE-Aktivitäten bieten euch im Endgame viele Spielstunden an Spielspaß: im Schmelztiegel könnt ihr gegeneinander antreten. Und damit kennt sich Bungie seit Halo bestens aus.

 

Ich weiß nicht warum, aber der PvP-Modus in Destiny 1 hat mich immer etwas unterwältigt zurückgelassen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kam mir alles immer etwas zu unbalanciert vor. Vielleicht hatte ich auch einfach Pech mit meiner Ausrüstung oder habe mich dumm angestellt. Jedenfalls gefällt mir das alles in Teil 2 um einiges besser. Die Matches wirken balancierter, die Kräfte der Hüterklassen ausgeglichener und die Matches spannender. Generell wirkt es hier, wie auch in den anderen Spielmodi, als hätte Bungie den ersten Teil als lange Beta-Phase gesehen, auf die Community gehört und die Makel ausgebessert. So sollen Nachfolger 2017 funktionieren. Ich blicke gespannt in deine Richtung Star Wars Battlefront II! Destiny 2 setzt hier auf jeden Fall Maßstäbe, wie so etwas auszusehen hat.

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An Salz wird natürlich auch in Destiny 2 nicht gespart.

Die einzigen Kritikpunkte, die man Destiny 2 machen kann, ist der, dass es nicht gerade einsteigerfreundlich ist. Natürlich werden alle Mechaniken durch Einblendungen erklärt, aber man wird das Gefühl nicht los, dass vorausgesetzt wird, dass alle Spieler den Vorgänger gespielt haben. Seit 2014 haben sich Spieler weltweit die Eigenheiten der Reihe eingeprägt und kennengelernt. Das ganze in eine circa 10-stündige Kampagne zu verpacken ist natürlich schwierig, aber ich kann mir vorstellen, dass es den ein oder anderen wohl etwas überfordert. Der andere Punkt ist sowohl ein negativer, als auch positiver: Alleine hat man nicht so viel Spaß in Destiny. Negativ weil dadurch vielen Solo-Hardlinern einiges durch die Finger geht. Hat manv hingegen ein eingespieltes Feuerteam wächst der Spaß von Destiny 2 immens nach oben und man wird im Spiel einige Momente erleben, an die man sich mit seinen Freunden sicher noch in vielen Jahren erinnern wird. Dazu sei eventuell geraten, die Companion-App zu installieren - dort findet ihr leicht und schnell Verbündete für den Strike den ihr noch beenden wollt und knüpft dabei vielleicht sogar neue Freundschaften!

 

Wie von Teil 1 gewohnt, wird sich der wahre Spielspaß und Nervenkitzel nach seltenen Items natürlich erst in den kommenden Wochen und Monaten entfalten. Aber mein Gefühl sagt mir schon jetzt, dass ich wieder sehr viel Zeit in der Haut meines Hüters verbringen, diverse Planeten bereisen und viele weitere Gefallene, Vex, Kabale und Besessene das Zeitliche segnen werden, bis Destiny 2 in meinem Schrank verstauben wird. Dass dieses Gefühl wieder hervorgerufen wird, ist wohl das größte Kompliment, das ich dem Spiel machen kann. Und jetzt werde ich mich wieder in den Orbit zurück ziehen. Tschüss!


Wertung:

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4,5 von 5 Ghosts.

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