Degrees of Separation

   Von Miggi

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Degrees of Separation ist eines dieser Indie-Games, die viele zwischen all den Blockbuster-AAA-Titeln eher nicht am Radar haben werden. Auch mir wurde das Spiel nur per Zufall in die Timeline gespült und wäre mir nicht gerade langweilig gewesen, hätte ich vermutlich weitergescrollt. So viel vorweg: es wäre sehr schade gewesen, hätte ich das getan. Der Announcement Trailer hat mich aber direkt angefixt. Der Märchenbuch-ähnliche Stil, die angedeutete aussichtslose Beziehung der beiden Charaktere, die Mechanik, die im Trailer bereits leicht angedeutet wurde - irgendwie hat es das Spiel von Moondrop geschafft meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das schlussendlich ein zauberhafter Rätselplattformer auf mich warten würde, der vor allem im Coop-Spiel so richtig zündet, war mir zu dem Zeitpunkt trotzdem noch nicht ganz bewusst.

Das von Modus Games gepublishte Spiel dreht sich um die Geschichte von Ember und Rime. Ember lebt in einer hellen Welt voll Sonne und Feuer wohingegen Rime das genau Gegenstück darstellt - die Welt um ihn herum ist kalt, düster und eisig. Die gemeinsame Geschichte der beiden beginnt, als sie sich in der Mitte ihrer Welt begegnen und feststellen, dass sie von einer undurchdringbaren Barriere getrennt werden. Sie entschließen sich sodann die Umgebung, die vor ihnen liegt, gemeinsam zu erkunden, betreten ein Schloss und erfahren immer mehr darüber, was in ihrer Welt passiert ist. Die Geschichte wird euch von einer angenehmen Stimme aus dem Off erzählt, während ihr mit den beiden durch die verschiedenen Abschnitte streift. Das norwegische Entwicklerstudio hat hier - ohne zu spoilern - jedenfalls ganze Arbeit geleistet, nicht nur optisch sondern auch storytechnisch eine schöne und märchenhafte Atmosphäre zu schaffen.

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Das Schloss dient euch nicht nur als Hub-Welt, sondern hat auch selbst einige Geheimnisse.

Die Spielwelt erkundet ihr von links nach rechts laufend und indem ihr im Team-Work verschiedene Rätsel löst, die euren Weg versperren. Degrees of Separation kann dabei alleine oder zu zweit gespielt werden. Im Solo-Modus wechselt ihr per Knopfdruck zwischen Ember und Rime, im Coop übernehmt ihr die Kontrolle über einen der beiden Charaktere. Dies beschränkt sich leider auf den Couch-Coop, die Möglichkeit online mit euren Freund*innen zu spielen wird leider nicht angeboten. Das ist schade, da das Spiel erst im Doppel so richtig zündet - alleine ist es recht mühsam immer wieder die Figur wechseln zu müssen und das Rätseln um die Schals, die ihr braucht um ins nächste Gebiet vordringen zu können, macht zu zweit nicht nur mehr Spaß, sondern es ist natürlich auch etwas leichter, als wenn man sich alleine den Kopf zerbricht.

 

Von den eben erwähnten Schals gibt es in jedem Abschnitt einige zu entdecken und jeder davon stellt euch vor ein mal mehr, mal weniger schweres Rätsel. Ihr braucht sie um die Folgebereiche freizuschalten und somit die Geschichte voranzutreiben. Dabei müsst ihr aber nicht alle einsammeln, falls euch ein Rätsel also zu schwer sein sollte, könnt ihr es skippen und einfach weiterspielen, hauptsache ihr findet genug für die nächste Tür, die sich euch im Schloss - der Hub-Welt von Degrees of Separation - eben erst öffnet, sobald ihr eine bestimmte Anzahl an Schals euer Eigen nennt. In jedem Level gibt euch das Spiel die Möglichkeit von Checkpoint zu Checkpoint zu reisen sowie einen Radar, der euch anzeigt, ob ihr einen Schal eingesammelt habt oder nicht.

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Baby you're a Firework!

Damit euch nicht langweilig wird, ändern sich die Rätselmechaniken von Level zu Level, spielen dabei aber immer mit der Barriere zwischen Ember und Rime. In einem Level könnt ihr etwa eine Explosion auslösen, sobald sich die beiden zu nahe kommen. So katapultiert ihr euch gegenseitig durch die Luft, um bestimmte Punkte erreichen zu können. In einem anderen Level könnt ihr die bewegliche Barriere zwischen euren Figuren selbstständig zu einer soliden Brücke machen, über die ihr dann auch laufen könnt und die sich erst wieder bewegt, sobald ihr den Befehl dazu gebt. Gemeinsam mit wiederkehrenden Elementen, wie Lampen, die steigen oder sinken je nachdem auf welcher Seite sie sich gerade befinden, stellt euch das Spiel so vor teilweise echt knackige Rätsel, die eure grauen Zellen vor sehr schöne Aufgaben stellen werden. Dabei hat mir persönlich nur die Explosions-Idee weniger gefallen, da sie oft etwas anstrengend auszuführen war.

 

Mechanisch läuft Degrees of Separation flüssig und grafisch gibt es nichts wirklich auszusetzen. Der comichaftige Look passt gut zum Thema des Spiels, die Effekte sind schön eingesetzt und vor allem der fließende Wechsel zwischen den beiden "Welten" ist wahnsinnig schön anzusehen. Ich habe mich nicht nur einmal dabei ertappt, wie ich fasziniert abgeschweift bin, während ich durch die Welt gelaufen bin und sich im Hinter- und Vordergrund die komplette Welt von sonnig und warm zu eisig und schneebedeckt geändert hat. Einzig die Steuerung ist teilweise etwas behäbig. Wobei, eigentlich ist es nicht einmal die Steuerung. Ember und Rime bewegen sich nur sehr behäbig und ist man an Plattformer wie Super Mario, Celeste, Super Meat Boy oder ähnliches gewöhnt, dann wirkt es einfach ein bisschen seltsam. Sobald man sich aber etwas eingespielt hat, stellt das auch kein Problem mehr dar.

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Spätestens seit der E3 2019 wissen wir - Drachen machen jedes Spiel besser!

"Das norwegische Entwicklerstudio Moondrop hat mit Degrees of Separation eine Indie-Perle geschaffen, die wohl vielen verborgen bleiben wird. Hätte ich, wie fast geschehen, damals einfach weitergescrollt, wäre mir ein liebevoll gestaltetes Rätsel-Spiel entgangen, das  vor allem im Coop-Modus enorm viel Spaß macht."

Das norwegische Entwicklerstudio Moondrop hat mit Degrees of Separation eine Indie-Perle geschaffen, die wohl vielen verborgen bleiben wird. Hätte ich, wie fast geschehen, damals einfach weitergescrollt, wäre mir ein liebevoll gestaltetes Rätsel-Spiel entgangen, das  vor allem im Coop-Modus enorm viel Spaß macht. Leichte Punktabzüge gibt es für die fehlende Online-Unterstützung, habt ihr allerdings jemanden zur Hand, könnt ihr für vier bis fünf Stunden in eine wunderschöne Welt eintauchen, in der die Rätsel eure grauen Zellen mehr als einmal fordern werden. Diese Rätsel sind verpackt in ein wunderschönes Märchengewand und dazu passender Geschichte rund um ein gefallenes Königreich, in dem ihr als Ember und Rime die euch trennende Barriere durchbrechen wollt, um zueinander zu finden. Und vielleicht leben sie dann ja wirklich glücklich bis an ihr Lebensende?

4 von 5 Schals.
4 von 5 Schals.