Cuphead

Von Miggi

Cuphead, StudioMHDR, Microsoft, Xbox, Xbox One, Indie, Mugman, Run & Gun, ID@Xbox, Game City, Gamescom, Mickey Mouse, Popeye, Cartoon, Retro

Cuphead ist ein Thema für sich: das Spiel von StudioMDHR wurde auf der E3 2014 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und man konnte es in den Jahren darauf auf etlichen Messen selbst antesten. Wie zum Beispiel auch auf der Game City 2015, unserer ersten Videospielmesse, auf der es ThreeTwoPlay als solches zwar noch nicht gab, die man aber ruhig als unseren Launch bezeichnen kann. Einige Zeit ist also schon vergangen, seit der Indie-Titel das erste Mal einer breiten Masse gezeigt wurde und einiges hat sich seither verändert.

 

Man hat auf das Feedback der etlichen Tester gehört und Cuphead bis zum letzten Tag ausgearbeitet. So wurde das Release-Datum zwar immer weiter nach hinten verschoben, bis das Run & Gun im September 2017 endlich erschien, aber aus einem simplen Boss-Kampf-Spiel in süßer Retro-Cartoon-Optik wurde ein ausgeklügeltes und gleichzeitig bockschweres Spiel. Der Fokus liegt zwar storytechnisch bedingt immernoch auf den Bosskfights, aber das Endprodukt wurde um einige Elemente erweitert, so dass sich Cuphead nicht nur durch seine hohe Schwierigkeitsstufe auszeichnet, sondern durch viel mehr bestechen kann.

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In den vielen Bossfights müsst ihr euch Phase für Phase durch den Kampf schießen.

Die Story ist - ganz nach dem Vorbild der alten Cartoons - leicht zu durchschauen, aber unterlegt mit süßen Zwischensequenzen. Die zwei Titelhelden Cuphead und Mugman landen in einem Casino, das dem Teufel gehört und haben dort erst eine Glückssträhne ehe sie der Teufel zu einem letzten Würfelspiel herausfordert, in dem es um ihre Seelen geht. Natürlich verlieren die beiden und müssen einen Deal mit dem Teufel eingehen. Und wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel, der Teufel verändert dich. Alte Weisheit. So nimmt das Spiel seinen Lauf und ihr müsst für den Teufel Schulden eintreiben. Diese Schulden holt ihr euch von den diversen Bossen im Spiel. Einer schwerer als der andere, aber niemals unfair.

 

Diese Kämpfe verteilen sich auf 3 Haupt- und eine Final-Insel, auf denen ihr insgesamt 28 Bosse zu bekämpfen und zwischendurch einige Jump & Run-Einlagen zu meistern habt. In den Platformer-Levels sammelt ihr Münzen, mit denen ihr euch im Shop Upgrades gönnen könnt. Das kann ein Perk sein, wie zB Unverwundbarkeit während dem Dash oder ein Punkt mehr auf der Gesundheitsleiste. Bei letzterem bestraft euch das Spiel, indem der Schaden, den euer Angriff bewirkt gesenkt wird. Außerdem gibt es im Shop verschiedene Schüsse zu kaufen. Mein Favorit war hierbei der Dreifach-Schuss mit kurzer Distanz, es gibt aber auch zielsuchende Projektile und noch andere Möglichkeiten. Gemeinsam mit den Superattacken, die ihr in Mausoleen sammelt, könnt ihr euch so euer eigenes Setup für Cuphead zurecht legen, passend zu eurem Spielstil.

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Auch die Platforming-Level haben es in sich.

Schon auf der ersten Insel gibt als dritte "Level-Variante" den Luftkampf. In diesen Levels steigen die beiden Tassenköpfe in ein Flugzeug und es gilt den Boss vom Himmel zu schießen. Dabei greift ihr auf eine normale Waffe zurück, die später noch um Bomben erweitert wird und könnt euch statt dem Dash in eine Miniatur-Version verwandeln, in der ihr zwar auf weite Distanz keinen Schaden anrichten könnt, dafür aber wendiger seid und so leichter den Projektilen der Gegner ausweichen könnt. Ein zusätzliches Element, das dem Spiel einen gewissen Twist gibt und euer Können auf die Probe stellt.

 

Dann gibt es da noch die Moves wie das Parieren. Diese müssen zu 100% sitzen, sonst verliert ihr einen der drei wichtigen Lebenspunkte, obwohl ihr das Risiko vielleicht garnicht hättet eingehen müssen. In der Welt von Cuphead könnt ihr rosa Elemente nämlich mit einem quasi-Doppelsprung parieren und füllt so eine Karte eurer Super-Leiste auf. Ist diese erstmal voll, könnt ihr statt dem Standard-Spezial-Angriff jeder Waffe, der eine Karte kostet, z.B. eine mächtige Super-Attacke abfeuern, die euren Gegnern einiges an Gesundheit abzieht oder sogar unverwundbar werden. Deswegen ist diese Mechanik vor allem bei Bosskämpfen nicht zu unterschätzen und ihr solltet jede Gelegenheit nutzen, eure Leiste voll zu bekommen und die pinken Objekte zu parieren.

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Stewardessen-N***** hol' ich runter mit der Flak! - Kool Savas

Das Beste an Cuphead ist aber nicht, dass es bockschwer ist. Nicht der Look. Nicht das Gameplay. Das ganz eindeutig Beste an Cuphead ist, dass egal was passiert: ihr seid komplett selbst Schuld, wenn ihr Schaden nehmt oder sterbt. Und glaubt mir, das werdet ihr. Das Spiel ist aber niemals unfair. Es will nur von euch, dass ihr die Phasen der Gegner perfekt lernt und euer Handwerk beherrscht. Ihr müsst wissen wann und wie ihr genau pariert, wie lange ihr die Sprungtaste gedrückt halten müsst für einen mittelhohen Sprung und im Couch-Coop perfekt aufeinander abgestimmt agieren. Sonst seht ihr den Game Over-Screen öfter als euch lieb ist. Dieser motiviert euch übrigens jedes Mal mit einer Anzeige wie weit ihr im Level oder Kampf fortgeschritten seid.

 

Das Spiel hat meine hohen Erwartungen jedenfalls komplett erfüllt und es tut dem Spiel gut, dass es nicht überstürzt auf den Markt geworfen wurde. Das Warten hat sich gelohnt und ich freue mich jetzt scho auf diverse Mehrspieler-Abende mit Cuphead und Mugman! Chi-Chin!


Wertung:

Cuphead, StudioMHDR, Microsoft, Xbox, Xbox One, Indie, Mugman, Run & Gun, ID@Xbox, Game City, Gamescom, Mickey Mouse, Popeye, Cartoon, Retro
5 von 5 Tassenköpfen.

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