Captain Toad: Treasure Tracker

   Von Miggi

Captain Toad, Toadette, Wii U, Switch, 3DS, Nintendo, Wingo, Shy Guy, Toad Brigade, Gumba, Boo, Sterne, Monde, Mario, Odyssey, Prolog

Im November 2013 erschien für die Wii U das bis heute drittmeist verkaufte Spiel für die Konsole Super Mario 3D World. Neben vier-Spieler-Coop bot der Titel nicht nur Katzenkostüme, sondern auch eine wichtigere Rolle für den kleinen Captain Toad, der erstmals 2007 in Super Mario Galaxy aufgetaucht ist. In Galaxy und dessen Nachfolger half Captain Toad Mario nur mit Sternen aus, ehe er im Wii U-Titel eigene Bonuslevel spendiert bekam. In den sogenannten Adventures of Captain Toad etablierte Nintendo bereits das Spielprinzip, das in Captain Toad: Treasure Tracker 2015 zum eigenen Wii U-Ableger gemacht wurde. Da das Spiel schon auf der Vorgängerkonsole qualitativ überzeugen konnte, spendierte man dem Titel nun auch Umsetzungen für den Nintendo 3DS und die Nintendo Switch. Natürlich mit exklusiven Inhalten, wie man es von Nintendo gewohnt ist.

Was die Handlung des Spiels betrifft, bewegen wir uns gar nicht so weit entfernt vom großen Titel Super Mario, wie man vielleicht anfangs vermutet. Das Spiel beginnt mit Toad und Toadette, die gerade einen Turm hinaufsteigen, um einen der begehrten Powersterne einzusammeln. Oben angekommen taucht die Krähe Wingo auf und schnappt sich nicht nur den Schatz, sondern auch noch Toadette, die sich an den Stern klammert. In altbekannter Manier macht ihr euch also auf den Weg, sie aus den Klauen des bösen Vogels zu retten. Ich habe am Anfang der Story kurz ein bisschen geseufzt, aber als in Kapitel 2 die Rollen getauscht wurden und Toad derjenige war, der gerettet werden musste, ehe sich die beiden in Kapitel 3 immer wieder abwechselten, hatte ich doch meine Freude an der Geschichte. Sie ist zwar zweckmäßig, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mich nicht gefreut habe, als Wingo am Schluss im Endkampf den Kürzeren gezogen hat.

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Antagonist Wingo hat eine schwäche für Gold. Könnte fast Rapper werden. Fly sein hat die Krähe schon mal drauf.

Das Spielprinzip hat sich im Vergleich zu den Mini-Levels in Super Mario 3D World nicht maßgeblich verändert. Ihr steuert eure Spielfigur durch mal kleine, mal etwas größere Abschnitte, die ihr mit dem rechten Stick nach Belieben drehen könnt und für die Lösung der verschiedenen Rätsel auch müsst. Der Großteil der Levels ist nämlich so aufgebaut, dass ihr aus einer bestimmten Kameraansicht nie alle Geheimnisse und Wege sehen könnt. So dreht ihr also die komplette Ansicht bzw. eigentlich sogar das jeweilige Level, damit ihr den Weg oder die verschiedenen Collectibles finden könnt. Zusätzlich zu dieser unkonventionellen Art der Kameraführung müsst ihr außerdem mit Touch-Befehlen verschiedene Objekte wie bewegliche Plattformen, Schrauben oder anderes aktivieren. Es empfiehlt sich also das Spiel auch auf der Switch im Handheldmodus zu spielen. Die Steuerung mit dem Pro Controller wird zwar unterstützt, Captain Toad: Treasure Tracker steuert sich aber mit dem Touch-Screen wesentlich intuitiver und besser.

 

Zu finden gibt es in den 82 verschiedenen Levels genug, um euch lange genug bei Stange halten zu können. Pro Level gibt es natürlich einen Power-Stern zu finden, aber auch 3 Edelsteine verstecken sich pro Abschnitt und wollen von euch gefunden werden. Diese sind mit Fortschreiten der Geschichte immer besser versteckt und teilweise wirklich nicht leicht zu finden. Außerdem gibt es in jedes Mal eine Zusatzaufgabe, die euch erst angezeigt wird, sobald ihr den ersten Durchlauf des Levels geschafft habt. Das reicht von einer gewissen Anzahl an Münzen, die ihr sammeln müsst, über das Besiegen aller Gegner bis hin zum finden eines speziellen Items, das natürlich auch nicht einfach offen in der Gegen rum liegt. Und als wäre das nicht genug, versteckt sich in jedem Level ein kleiner Pixeltoad, den ihr bei einem erneuten Durchlauf durch antippen finden müsst. So könnt ihr in den 3 Hauptkapiteln des Spiels ausreichend Zeit investieren, bis ihr die 100% erreicht. Und dann habt ihr noch nicht einmal die Bonus-Inhalte gesehen.

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Ok, das ist nicht Shenlong und wir dürfen uns vermutlich auch nichts von ihm wünschen.

Für die Neuauflage hat man aber natürlich nicht nur das Grundspiel aus dem Jahr 2015 eins zu eins geportet, sondern passend zur Nintendo Switch neue Levels hinzugefügt, die sich am Spielehit Super Mario Odyssey orientieren. Insgesamt vier neue Levels, die jeweils an einen anderen Abschnitt daraus angelehnt sind, dürft ihr bereisen und mit Captain Toad dort einen Powermond finden. Der Switch-Version hat Nintendo außerdem einen Koop-Modus spendiert. Ähnlich wie in Super Mario Galaxy kann Spieler Zwei allerdings nicht direkt mitspielen, sondern hilft lediglich aus, indem er oder sie mit Rüben auf Gegner schießt. Als kleines Gimmick ist das ganz nett, echter Koop-Spaß sieht trotzdem anders aus. Man sollte Captain Toad: Treasure Tracker also hauptsächlich als Einzelspieler-Titel ansehen, ehe man schlussendlich eventuell enttäuscht wird. Aber eine kleine Runde mit einem Mitspieler kann man auf jeden Fall mal einlegen.

 

Optisch kann man sich absolut nicht beschweren. Trotz dem etwas länger zurückliegenden Releases auf der Wii U, sieht der Port vor allem in der von uns getesteten Switch-Version sowohl am Fernseher als auch im mobilen Modus der Hybrid-Konsole richtig gut aus. Der bekannte Nintendo-Effekt schlägt hier definitiv wieder einmal zu. Die verschiedenen Gegner, von Wingo bis hin zu den kleineren Gegnern in den Levels, sind allesamt mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und überzeugen wie gewohnt mit charakteristischem Design. Und auch die Levels selbst sind abwechslungsreich und was für ein Rätselspiel natürlich das wichtigste ist: der Aufbau der Levels gleicht sich nie und lädt die grauen Gehirnzellen mehr als einmal ein, sich richtig anzustrengen. Bis ihr also alle 82 Levels hinter euch gebracht habt, wird auf jeden Fall etwas Zeit vergehen.

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New Donk City ist eines der vier neuen Levels aus Super Mario Odyssey.

Die Kombination aus forderndem Levelaufbau, liebevollem Design und der Fakt, dass trotz dem ursprünglichen Release des Spiels 2015, die Grafik auch am TV-Gerät nicht schlecht gealtert ist, sondern im Gegenteil absolut zeitgemäß aussieht, machen Captain Toad: Treasure Tracker auch auf der Nintendo Switch und sogar dem 3DS zu einem Titel, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Auch wenn auf dem Doppelscreen-Handheld die Grafik natürlich etwas unter der schlechteren Hardware leidet. Abgerundet wird die mehr als gelungene Präsentation mit einem wunderschönen Soundtrack, der die Levels angenehm unterlegt und in spannenden Situationen die nötige Dramatik mitbringt.

 

Wer Captain Toad: Treasure Tracker bisher noch nicht auf der Wii U gespielt hat, sollte die Gelegenheit ergreifen und das Spiel jetzt nachholen. Es wirkt durch den Touchscreen-Support, als wäre es schon ursprünglich für die Nintendo Switch geplant gewesen und macht auch auf dem Nintendo 3DS keine schlechte Figur. Die vier Zusatzlevel und die Möglichkeit als zweiter Spieler ins laufende Spiel einzusteigen, um Spieler 1 helfend beizstustehen, bieten einen zusätzlichen Kaufanreiz. Hat man den Titel allerdings schon auf der Wii U gespielt, muss jeder für sich selbst entscheiden, ob diese Neuerungen ausreichen, um sich das Spiel noch einmal zu kaufen. Ich hatte auf jeden Fall eine mehr als gute Zeit mit den kleinen Pilzköpfen. Vor allem um unterwegs immer wieder mal ein paar Rätsel zu lösen, ist Captain Toad: Treasure Tracker perfekt geeignet.

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4,5 von 5 Piranha Sprossen.

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