BDSM: Big Drunk Satanic Massacre

   Von Miggi

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Ok ja, ich geb es zu. BDSM: Big Drunk Satanic Massacre hat mich im ersten Moment genau so erwischt, wie sich das russische Studio Big Way Games das vermutlich ausgemalt hat. Ich habe das Artwork gesehen und ein dickes "BDSM" in der Doom-Font gelesen und war erst mal neugierig, wofür das wohl stehen mag. Mein pubertierend-jugendliches Ich hätte vermutlich Freudensprünge gemacht. Als ich mir dann ein paar weitere Infos geholt hatte, war ich auch abseits des Key-Artworks immer noch neugierig. Wenn ich Twin-Stick-Shooter höre, bin ich seit meiner bis heute andauernden The Binding of Isaac-Phase sowieso erst mal an Bord. Gepaart mit einem interessanten Setting und vielen popkulturellen Anspielungen, die man schon im Artwork finden kann, war ich dann investiert genug, um dem Spiel eine Chance zu geben.

Ihr übernehmt die Kontrolle über Lou, einigen von euch bestimmt auch als Lucifer bekannt, seines Zeichens der Sohn des dunklen Fürsten Satan. Unser betrunkener Protagonist will der Hölle die Hölle heiß machen, Menschen töten, nachdem sie im Tartarus gelandet sind, Alkoh... sorry, Milch konsumieren und vor allem die heißeste aller Dämoninnen namens Mistress aus den Fängen eines fiesen Clowns zu befreien. Das macht er in insgesamt vier Levels bzw. Kapiteln, die ihn durch die Skeleton Slums, die Fastfood-Kette Big Wack oder das Rotlichtviertel der Hölle führen. Am Ende jedes Levels wartet natürlich ein großer Boss auf euch, dem ihr mit euren Waffen den Garaus machen müsst. Die Story lebt dabei nicht von ihrer Spannung, die niemanden aus dem Hocker hauen wird, sondern vom derben Humor und witzigen Charakteren.

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Die Hölle ist auch nicht mehr das, was sie mal war.

In einer 2.5D-Ansicht ballert ihr euch in Big Drunk Satanic Massacre mit diversen Waffen in den Klauen durch die verschiedenen Abschnitte. Gezielt wird mit dem rechten Stick, während ihr euch mit dem linken fortbewegt - das eine Movement beeinflusst dabei das andere nicht. Hand-Auge-Koordination wird hier also großgeschrieben. Leider fühlt sich das Movement im Vergleich etwas träge an. Mit den linken Schultertasten habt ihr neben einem Dash, der euch aus brenzligen (höhö, wegen Hölle, versteht ihr?) Situationen retten kann auch die Möglichkeit einen tiefen Schluck aus der Milchflasche zu nehmen, was eure Gesundheit wieder auffüllt. Eure Flasche lässt sich - solltet ihr mal zu tief ins Glas geguckt haben und alle Ladungen aufgebraucht sein - an Automaten in den Levels wieder auffüllen. Habt ihr genug Gegner getötet füllt sich außerdem euer Rage-Meter, mit dem ihr für kurze Zeit einen starken Feuerstrahl aus eurem Maul schießen könnt, der alle Gegner rund um euch zerfetzt.

 

Mit dem hinteren rechten Trigger feuert ihr eure Waffe ab, während die obere rechte Schultertaste den alternativen Feuermodus aktiviert. Jede Waffe, die ihr im Laufe eures Abenteuers findet kann so auf zwei verschiedene Arten verwendet werden. Das Maschinengewehr hat neben dem normalen Feuermodus einen Granatwerfer verbaut, während ihr beim Revolver ein schnelles Leerfeuern des Magazins aktiviert. Bis auf den Revolver, der die Standard-Waffe von Lou darstellt, müsst ihr eure Munition dabei für jede Waffe portionieren. Geht euch die Munition für eine davon aus, müsst ihr warten, bis ihr die Waffe wieder irgendwo findet, ansonsten helfen euch auch die Munitionskisten, die in den Levels rumliegen, nicht wirklich weiter. Habt ihr also nur noch wenig Munition empfiehlt es sich, die Waffe direkt zu wechseln und nicht komplett aufzubrauchen.

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Hell-o, it's me.

Um das ganze noch etwas spannender zu machen, hat Big Way Games eine kleine Prise RPG ins Spiel eingebaut. Mit gesammelter Kohle (Also Geld. Nicht Kohle-Kohle.) verbessert ihr beim Händler Niac - Shoutouts an Diablo an dieser Stelle - eure Fähigkeiten, etwa die Streuung der Schrotflinte oder andere Waffenverbesserungen und erhaltet Level-Ups durch Erfahrungspunkte, mit denen ihr etwa eure maximale Gesundheit anhebt oder mehr Milch mit euch rumtragen könnt. Leider verliert sich das Spiel aber zu sehr in einem Haufen Ideen und kratzt nur an der Oberfläche dessen, was es eigentlich hätte sein können. Richtig viel Auswahl an Verbesserungen habt ihr nicht und auch die Levelgestaltung ist recht karg und uninspiriert und bietet nicht wirklich viel Abwechslung. Zum Schalter laufen, um eine Tür zu öffnen und auf dem Weg mal mehr, mal weniger Monster über den Haufen schießen, wird beim zehnten Mal dann doch etwas repititiv. Da hätte man auf jeden Fall mehr aus den Ideen rausholen können. Und wenn man damit erst fertig ist, wenn die Hölle zufriert. Was bei den langen Ladezeiten manchmal gar nicht unwahrscheinlich wirkt.

"Big Drunk Satanic Massacre ist ein solider Twin-Stick-Shooter, von denen es aber mittlerweile so viele gute gibt, dass ich dann, trotz witziger Anleihen an andere bekannte Serien, doch lieber auf andere Genre-Vertreter zurückgreife."

Es gibt Serien wie South Park, die ihre erst plump anmutenden Witze mit pointiertem Sarkasmus unterlegen und mehr sind als nur Pipi-Kaka-Hoho-er-hat-Busen-gesagt. Und dann gibt es andere Serien, die hinter dieser Fassade nicht recht viel mehr zu bieten haben. Münzen wir das ganze auf Videospiele um, fällt BDSM wohl leider in die zweite Kategorie. Mit Sex-Minispielen, die schon zu God of War-Zeiten auf der Playstation 2 eher peinlich waren und Humor der eher 13-Jährige als Erwachsene anspricht entlockt einem das Spiel zwar hie und da ein kurzes Lächeln, insgesamt macht das Spiel aber nichts neu und nach der ersten Stunde hat man dann auch alles gesehen und gehört. Big Drunk Satanic Massacre ist ein solider Twin-Stick-Shooter, von denen es aber mittlerweile so viele gute gibt, dass ich dann, trotz witziger Anleihen an andere bekannte Serien, doch lieber auf andere Genre-Vertreter zurückgreife. Für eine kurze Runde zwischendurch kann man das Spiel auf jeden Fall anwerfen, hätte man aber etwas mehr Zeit ins Writing, Feintuning und Polishing fließen lassen, hätte das dem Spiel sehr gut getan.

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3 von 5 Lucifer.

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