Assassin's Creed Origins

Von Miggi

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Da ist es also. Das erste Mal, dass mich Assassin's Creed so richtig abholt. Zum ersten Mal habe ich mich monatelang auf einen Titel der Reihe gefreut und meine Erwartungen sind über die Zeit sehr hoch gestiegen, vor allem nach meiner viel zu kurzen Anspielsession auf der Gamescom 2017 hatte ich Blut geleckt. Nachdem Ubisoft den Assassinen-Spielen - nach dem 2015 erschienenen Ableger Syndicate - eine wohlverdiente Schaffenspause verschrieben hat, war das aber nicht nur bei mir so. Die gesamte Videospielwelt war gespannt, ob die Pause gefruchtet hat. Die Entwicklung begann dabei sogar nicht erst nach Syndicate, sondern hat schon Anfang 2014 begonnen - also kurz nachdem Assassin's Creed IV: Black Flag fertiggestellt war.

 

Und ja, wir alle wissen, dass eigentlich Bea diese Review verfassen sollte. Denn es ist nicht nur das erste Mal, dass mich Assassin's Creed so richtig fasziniert, es ist auch das erste Mal, dass ich es länger als 4-5 Stunden spiele, bevor es im Regal landet. Dass das nicht allen Teilen der Reihe gerecht wird ist mir bewusst, nur bisher hat mir irgendwie der Zugang gefehlt. Obwohl ich jeden einzelnen Teil besitze. Aber zurück zum Thema. Als alte Assassin's Creed-Expertin, die mich sogar in den Kinofilm mitgeschleppt hat, hat sich Bea seit der Ankündigung schon auf Origins gefreut. Ein kaputter Fernseher und die bald anstehende Reise nach Korea mit längerem Aufenthalt haben es aber (bisher) verhindert, dass sie sich selbst vom Spiel überzeugen konnte. Aber keine Sorge, wir haben da schon was in Planung. Bea kriegt schon noch ihre Dosis Assassin's Creed.

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Gooooood Mooooooorniiiiiing, Eeeeegyyyyypt!

Die zwei Jahre Pause hat Ubisoft nicht nur dafür genutzt Kraft zu tanken und sich neue Ideen für die Assassinen auszudenken (dazu später mehr), sondern auch um das Setting und generell das Spiel zu rebooten. Assassin's Creed Origins dient als Prequel der Spiele und bricht aus der bisherigen Reihenfolge insofern aus, dass die Geschichte nicht historisch näher an der Gegenwart angesiedelt ist, als der Vorgänger, sondern der Protagonist Bayek im alten Ägypten lebt. 49 v. Chr. um genau zu sein. Damit ist der Medjai (Eine Art früher "Polizist") der bisher "älteste" Protagonist der Reihe. Gleich zu Anfang des Spiels lernt man die Spielwelt und einige Protagonisten näher kennen und wird in das Leitmotiv des Spiels eingeführt: Rache. Bayeks Sohn wurde von einem geheimen Orden umgebracht, die sich selbst hinter Masken verstecken und verschiedene Codenamen tragen. Diese treiben in ganz Ägypten ihr Unwesen und als letzter Medjai ist es Bayeks ehrenvolle Aufgabe, den Bösewichten den Garaus zu machen.

 

Dabei werdet ihr begleitet von Senu - der ersten großen Neuerung in Assassin's Creed Origins. Die Adler-Dame dient als eure zweiten Augen. Fast jederzeit während des Spiels könnt ihr die Kontrolle über Senu übernehmen und mit ihr die Umgebung auskundschaften. So werden Feinde und Tiere aber auch Schätze, geheime Eingänge oder Rohstoffe für euch markiert. Das erspart euch einiges an Ärger und Zeit, die ihr sonst eventuell damit verbracht hättet in einem Areal nach dem einen letzten Schatz zu suchen, der euch dort noch fehlt. Eure Adlerfreundin kann mit der Zeit durch Erfahrungspunkte sogar noch aufgewertet werden. Zum Beispiel kann sie später die Gehwege eurer Feinde für euch markieren, damit ihr genau den richtigen Moment abwarten könnt, um aus dem Gebüsch zu hüpfen und den Kommandanten des Camps das Licht auszuknipsen. Gleichzeitig ist es wunderschön, wie weit man mit Senu fliegen und die Landschaft bewundern kann. Zum Thema beeindruckende Landschaft aber gleich.

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Über den Wolken, kann Senu so grenzenlos sein.

Assassin's Creed steht und fällt mit dem Setting. Behaupte ich. Dreist wie ich bin. Zumindest war es das Setting, das mich bisher nie den Hype für Assassin's Creed verspüren ließ, den ich mir innerlich so sehr gewünscht habe. Und was das Ägypten-Setting angeht muss ich jetzt etwas weiter - und vielleicht auch etwas absurd - ausholen: Ich hatte bei meiner Großmutter früher ein paar wenige Videokassetten. Jedes Mal wenn ich bei ihr zu Besuch war, legte ich eine davon ein. Mit der Zeit kristallisierte sich ein ganz bestimmter Film als mein Liebling heraus, nämlich Asterix und Kleopatra. Der Film hat mich früh geprägt und zu einem absoluten Fan der ägyptischen Kultur, Mythologie und generell der großen, historischen Zeit des Landes gemacht. Außerdem wollte ich immer Pudding mit Arsen kochen. Aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Beitrag. Kochen mit Miggi oder so.

 

Jedenfalls war ich dadurch schon im Hype-Modus, als das erste Mal die Gerüchte aufkamen, dass der neue Ableger im alten Ägypten spielen wird. Ich malte mir bereits aus, wie ich mit dem noch gesichtslosen Charakter Pyramiden hochklettere, durch die Wüste wandere und die Landschaft erkunde. Wie schön das alles aber wirklich sein würde, konnte ich mir absolut nicht vorstellen. Und damit sind wir beim eigentlichen Thema: Ubisoft hat mit der Wahl und der Umsetzung des Settings in meinen Augen alles richtig gemacht. Das Land und alles darin wurde mit unglaublich vielen Details in eine lebendige und wunderschöne Spielwelt verwandelt. Besonders die starke Hardware der Xbox One X lässt das Spiel unglaublich realistisch aussehen und ich habe mich desöfteren dabei ertappt, einfach die Landschaft anzusehen oder abseits von Missionen durch die Gegend zu reiten und die Welt zu bestaunen. Auf meiner Festplatte stapeln sich außerdem mittlerweile die Screenshots - noch nie habe ich so oft Momente festgehalten wie in diesem Spiel.

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Einfach mal die Seele baumeln lassen.

Grunderneuert wurde außerdem das Kampfsystem. Etwas mehr in Richtung Dark Souls  (nur bei weitem nicht so bockschwer) und dadurch intuitiver sollte es sein, wurde im Vorfeld berichtet. Besonderer Fokus wurde in den Trailern außerdem auf Pfeil und Bogen gelegt. Gleichzeitig wird im neuesten Teil der Reihe, die 2017 ihr zehnjähriges Bestehen feiert, ein RPG-artiges Level- und Ausrüstungssystem eingeführt, mit dem ihr den Charakter nach eurem Spielstil formen könnt. Ihr haltet die Gegner lieber auf Distanz? Dann greift zu einem Bogen, der eine Zielvorrichtung hat und einem Stab oder Speer im Nahkampf - so könnt ihr viele Gegner aus der Ferne schon unschädlich machen und sollte euch jemand erwischen, können sie euch trotzdem nicht zu nahe kommen. Wer gerne aufs Ganze geht kann das aber auch, zum Beispiel mit einem Bogen, der fünf Pfeile auf einmal abfeuert und Doppelschwertern. Und auch alles dazwischen ist möglich und komplett eurem Stil überlassen. Das Kampfsystem selbst ist dynamisch gestaltet und beschert keinerlei Frustmomente. Ihr könnt einzelne Gegner anvisieren oder euch frei bewegen und die Gegner abwechselnd angreifen. Gut gelungen. Haltungsnote 10. Setzen bitte.

 

Steigt euer Charakter einen Level auf, erhaltet ihr jedes Mal einen Punkt, den ihr in eurem Skill-Tree vergeben könnt. Dieser teilt sich in drei Bereiche: Fernkampf, Nahkampf und Stealth. Jeder Ast kann dabei verschieden angegangen werden und die verschiedenen Fähigkeiten lassen sich nach Belieben freischalten. Dabei reicht das Inventar von besseren Kombo-Attacken über Schildbrecher, das bereits genannte Tracking der gegnerischen Gehwege durch Senu oder auch Slowmotion beim Spannen des Bogens nach dem ersten Kill. Mit gesammelten Rohstoffen könnt ihr zudem eure Ausrüstung upgraden, um mehr Gesundheit, erhöhten Schaden und eine höhere Kapazität verschiedener Gegenstände, wie zum Beispiel Pfeile oder Fallen, zu erhalten.

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Ist der Pfeil oben, wird man dich loben.

Das grundsätzliche Gameplay wurde durch die vielen Neuerungen und den Feinschliff im Kern aber nicht so viel verändert, dass der Eindruck entstehen könnte, man hätte es nicht mehr mit einem Assassin's Creed-Spiel zu tun. Ihr klettert und lauft weiterhin über Dächer, schleicht euch gut versteckt an Feinde heran und führt verschiedene Aufträge aus in denen ihr bestimmte Ziele abmurksen müsst. Davon gibt es in Origins übrigens mehr als genug - mehr als 100 Haupt- und Nebenquests warten darauf von euch bezwunden zu werden. Dazu gesellen sich Herausforderungen im Hippodrom (durch Pferderennen) und Arena (durch Gladiatorenkämüfe) sowie Rätseleinlagen in Gruften und den Pyramiden. Und genau diese Abwechslung kitzelt das große Potential aus diesem Titel. Euch wird auf eurer Reise niemals langweilig. An jeder Ecke gibt es neue Schauplätze und Aufgaben zu entdecken, die verschiedenen Gebiete unterscheiden sich dabei so stark voneinander, dass sich nichts ständig wiederholt und die Spielwelt selbst ist unglaublich groß. Generell ist der Umfang des Spiels atemberaubend. Mit locker über 30 Stunden um alleine die Hauptstory abzuschließen, wartet hier ein richtiges Monster auf uns. Wer danach noch alle Gebiete auf der Karte freischalten, seinen Charakter auf den Maximallevel trainieren und alle Missionen und Rätsel erledigen möchte hat mit locker doppelt so viel, also um die 60 Stunden, mehr als genug Spielzeit vor sich.

 

Assassin's Creed Origins hat das geschafft was ich von diesem Titel erwartet hatte. Und das war viel. Es hat nicht nur einer etwas schal gewordenen Marke neues Leben eingehaucht, sondern auch mich zum Fan der Serie gemacht. Ich habe durch den neuen Teil die Motivation bekommen, die Vorgänger nachzuholen und komplett in die Geschichte rund um Abstergo, den Animus, Ezio und das ganze Drumherum einzutauchen. Ubisoft hat die richtige Entscheidung getroffen, das Spiel lange genug reifen lassen und somit eines der absoluten Highlights im mehr als starken Spielejahr 2017 geschaffen. Und jetzt hoffe ich, dass mich Bea für diese Review nicht lyncht und flüchte mich wieder in das wunderschöne Ägypten. Ich habe da noch ein paar Gräber zu erkunden und Gebiete zu bereisen.


Wertung:

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5 von 5 Hidden Blades.

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