Computerspielemuseum Berlin

Von Bea

 

Wie viele von euch vielleicht schon von Twitter oder Facebook wissen, waren wir drei Spezialisten für schlechte Tonqualität, Apfelschorle und eigentlich eh alles, letzte Woche in Berlin auf fancy Kurzurlaub. Natürlich darf da neben den klassischen Tourisachen wie Selfies vor'm Brandenburger Tor, Stationenbingo in der U-Bahn und dem ein oder anderen apfelschorlenähnlichem Getränk im Hopfenreich (Ausdrückliche Empfehlung an dieser Stelle!) ein Besuch im Computerspielemuseum nicht fehlen.

 

 

 

Nach einer Fahrt mit der U-Bahn, bei der wir uns sicher nicht verfahren haben und sicher nicht nochmal zurück in die andere Richtung mussten (sicher nicht!), hatten wir das Museum in der Karl-Marx-Allee endlich erreicht und waren einigermaßen gehyped. Zumindest ich - für die es der Erste Besuch dort war - hatte große Erwartungen. Für 8 Euro pro Person durften wir die zugegebener Maßen eher kleinen Räumlichkeiten des Museums erkunden. Der etwas begrenzte Platz ist tatsächlich völlig egal, zumal jeden halben Meter mindestens ein Ausstellungsstück steht: sämtliche Konsolen der Computerspielegeschichte sind fein säuberlich in Vitrinen gepackt und bereit um ausgelacht, bestaunt oder angebetet zu werden. Neben Schwergewichten wie einem von Steve Wozniak höchstpersönlich signierten Apple II stehen hier auch PlayStation und Xbox der ersten Generation rum – jetzt hier alle Ausstellungsstücke aufzuzählen ist sicher überflüssig. Besonders erwähnen muss ich aber das hinter Glas ausgestellte E.T. the Extra-Terrestrial, den Pac-Man-Tisch in der nachgebauten Arcade und natürlich die PainStation. Gleich vorweg und ganz kleinlaut: wir haben nicht gespielt. Leider war sie die meiste Zeit auch von einigen Kerlen besetzt, die sich offensichtlich einen leidenschaftlichen Kampf um Ruhm und Ehre lieferten – lustig anzusehen war es allemal. Weniger gefährliche Spiele waren natürlich auch spielbar – sehr viele sogar – besonders gefesselt hat uns aber Zork.

 

Geschaut wird mit den Augen. Zumindest hier. Im Museum gibt es aber auch genug zum selber Spielen.
Geschaut wird mit den Augen. Zumindest hier. Im Museum gibt es aber auch genug zum selber Spielen.

 

In einem neueren Ausstellungsbereich waren Jugendzimmer aus unterschiedlichen Epochen bis ins kleinste Detail nachgebaut. Darunter eines zu sehen, das meinem eigenen erschreckend ähnelt - ist dann mit 26 Jahren doch eher ein befremdliches Gefühl. Mein Kinderzimmer steht jetzt schon im Museum. Da fühlt man sich gleich nochmal um ein ganzes Eck jünger. Die offensichtliche Liebe, die in die Gestaltung dieser Zimmerecken geflossen sein muss, wird in jedem einzelnen Quadratzentimeter sichtbar. Das wichtigste an der Sache sind natürlich die Spielekonsolen, die jeweils einen Klassiker aus ihrer Zeit spielbar machen – von Space Invaders über Super Mario Bros. bis Crash Bandicoot.

 

Space Invaders mit perfektem Feeling
Space Invaders mit perfektem Feeling

 

Die aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel "COME TOGETHER - Let’s celebrate Local Multiplayer Games" ermöglichte uns zum Schluss noch den Showdown des Jahrhunderts: Titelverteidiger und vielfacher Champion Miggi versus ich. Long Story short: ich hab gewonnen! Miggi war am Boden zerstört. Es wurden Tränen geweint, Controller geworfen und Ausstellungsstücke zerstört. Nächstes Mal werden Janine und ich das Museum wohl alleine besuchen müssen – Miggis Bild hängt jetzt neben einem Schild mit der Aufschrift "Ich muss draußen bleiben!".

 

 

 

Stimmt natürlich alles nicht, aber schließlich schreibe ich den Artikel. Dass ich gewonnen hab stimmt sogar. Zwar nur eine von drei Partien, aber wer je gegen Miggi gespielt hat, weiß sowas zu schätzen.

 

Instagrampotenzial überall.
Instagrampotenzial überall.

 

Mankos am Computerspielemuseum? Dass es so wenig Platz hat. Meinetwegen dürfte es ganze Hallen füllen. Und noch ein kleines Manko: Zwischen den vielen signierten Bildern von Woz, Hideo Kojima etc. hängen zwar auch Youtube-Persönlichkeiten wie Gronkh und Sarazar, aber meine persönlichen Helden von Achievement Hunter, die das Museum letztes Jahr besucht haben und sich an der PainStation vermutlich bleibende Schäden geholt haben, sind nicht vertreten. Auch einen eventuellen Gästebucheintrag konnte ich wegen einem neuen Gästebuch nicht nachlesen. Immerhin: Wir sind jetzt im Gästebuch des Computerspielemuseums vertreten – schreibt euch dazu, dann seid ihr quasi Teil der Squad. Irgendwann hängen wir vielleicht auch mal in Bildform an den Wänden des Museums. Oder zumindest überm Klo.

 

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