Untitled Goose Game

   Von Miggi

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HONK! HONK HONK! Untitled Goose Game - Wenn dieser Name zurzeit fällt, muss man eigentlich gar nicht viel mehr sagen, ohne dass irgendjemand das Handy rausholt, um das beste Gänse-Meme zu zeigen. Aber hinter der (sehr witzigen) viralen Fassade steckt auch ein Videospiel, auf das ich persönlich wirklich gespannt gewartet habe. Nachdem im Oktober 2017 bereits der erste Trailer veröffentlicht wurde, wurde ich 2018 während einer Nintendo Direct-Präsentation das erste Mal auf das unkonventionelle Spiel aufmerksam. Im kurzen Trailer sah man zu einem passenden Piano-Stück direkt die wichtigsten Eckpunkte des Spiels: ein friedliches Dorf, vermutlich irgendwo in England, wird von einer Gans terrorisiert, die den Bewohner*innen nicht nur verschiedene Gegenstände klaut, sondern damit auch allerlei weiteres Chaos anrichtet.

Und genau das macht ihr kurz heruntergebrochen in den zwei bis drei Stunden, die ihr während eines normalen Spieldurchlaufs in dem kleinen Ort verbringt. Ihr startet in eurem kleinen Lager, in dem ihr neben Gebüschen und Bäumen nur eine Grube mit ein paar Glocken vorfindet. Dort bringt euch das Spiel auch die wichtigsten (und einzigen) Moves bei. Neben eurer wohl wichtigsten Fähigkeit, dem Schnattern - "Press Y to Honk" reihte sich dabei direkt neben "Press X to Doubt" und "Press F to pay Respect" ein - könnt ihr auch noch laufen, eure Flügel ausbreiten, euch ducken und natürlich alles greifen, was nicht niet- und nagelfest ist. Außerdem wird euch eine kleine To-Do-Liste an die Hand gegeben, die euch einen ungefähren Leitfaden durchs Spiel gibt, der euch von Abschnitt zu Abschnitt führt.

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Entschuldigen Sie werter Herr, hätten Sie einen Moment über unseren Heiland, die Gans, zu sprechen?

Die Aufgaben eurer To-Do-Liste fangen dabei ganz simpel an und werden gegen Ende von Untitled Goose Game immer schwerer. Das kann von "Mach ein Sandwich nass" über "Stell ein Picknick zusammen" bis hin zu "Wasch die Wäsche" gehen. Herauszufinden, wie ihr diese Aufgaben als Gans bewerkstelligt, bleibt dabei ganz euch überlassen. Mehr als die Aufgabe bekommt ihr vom Spiel nicht. So lauft ihr durch die Gegend, interagiert mit allerhand Gegenständen, schleicht euch an Menschen vorbei und stehlt euch die Dinge zusammen, die ihr braucht. Neben den Hauptaufgaben, die euch neue Abschnitte bewatscheln lassen, sobald ihr sie erledigt habt, gibt es noch genug versteckte Quests zu erfüllen. Die optionalen Aufgaben werden euch allerdings nicht vorgegeben, sondern nur als Fragezeichen in eurem Journal gesammelt. Sobald ihr eine davon - zufällig oder weil ihr denkt, es könnte eine Aufgabe sein - erledigt habt, wird diese als erledigt abgehakt, um alle abzuschließen braucht ihr aber nicht nur Zeit, sondern auch einiges an Kreativität. Oder einen guten Guide.

 

Um all das zu schaffen, müsst ihr aber nicht nur eurer Kreativität freien Lauf lassen, sondern auch die Fähigkeiten der Gans so gut es geht ausnutzen. In Gebüschen oder hinter Hindernissen könnt ihr euch verstecken, indem ihr euren Kopf senkt, durch Schnattern lenkt ihr die Aufmerksamkeit der Menschen auf euch und während dann nach euch gesucht wird, könnt ihr ganz in Ruhe das nächste Objekt abgreifen, das ihr für eure diabolischen Gänse-Pläne benötigt. Fliegt ihr auf und werdet gejagt, müsst ihr entweder versuchen davonzulaufen, oder euch schnell so zu verstecken, dass der Mensch euch aus den Augen verliert. Die Steuerung ist dabei recht simpel und dadurch, dass sie auf wenige Knöpfe beschränkt ist, schnell gelernt. Ab und zu kommt euch aber die körperliche Physik der Gans, die wirklich recht akurat wirkt, in die Quere und lässt euch nicht genau da hinlaufen, wo ihr hinwollt. Aber wer könnte das den süß wackelnden Schwanzfedern bitte übel nehmen?

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Untitled Halo ... wartet. Irgendetwas stimmt hier nicht...

Für das vierköpfige Entwickler-Team von House House, für das Untitled Goose Game nach Push Me Pull You aus dem Jahr 2016 erst das zweite Spiel war, startete die Entwicklung mit einem dummen Witz. Anfangs war die Gans nur ein Stock-Foto und wurde in internen Chats verwendet. Nach und nach wurde aus dem Witz ein handfester Plan für das Spiel, das mit einem Low-Poly-Look umgesetzt wurde, den das australische Studio an Super Mario 64 angelehnt hat. Anders als am Nintendo 64 erwarten euch aber keine harten Kanten und eckige Figuren, sondern ein wunderschöner Comic-Look, der perfekt zum Spiel passt. Musikalisch werden eure Taten mit einem Piano-Soundtrack hinterlegt, der je nachdem, was ihr gerade macht, angepasst wird. Look und Musik ergeben so ein minimalistisches, aber perfekt passendes Gesamtbild, in dem ihr euch gans auf euch und eure Diebestour konzentrieren könnt. Dass das Spiel etwas kurz ist, ist für den geringen Preis, für den es erhältlich ist, auch absolut legitim.

"Plötzlich saß ich da. Schnatternd, stehlend und  verwüstend. Und ich habe nicht nur die Gans gespielt - Ich WAR die Gans!

Ich habe lange darauf gewartet mit der nicht-titelgebenden Gans das kleine englische Dörfchen terrorisieren zu können und hatte sehr hohe Erwartungen an das Spiel und das Internet und seine Meme-Kultur hat dann sein Übriges getan. Und ich wurde nicht enttäuscht. Untitled Goose Game nimmt euch mit auf die wohl unterhaltsamste Diebestour, die ihr bisher in einem Videospiel gesehen haben werdet. Das Spiel hat mich von Sekunde Eins an in seinen Bann gezogen. Ich hatte unglaublich viel Spaß damit den Leuten ihre Habseligkeiten zu stehlen und vor allem damit, ihnen so gut ich konnte auf die Nerven zu gehen. Dinge zu verstecken. Sie mit meinem Geschnatter in den Wahnsinn zu treiben. Chaos zu stiften. Plötzlich saß ich da. Schnatternd, stehlend und  verwüstend. Und ich habe nicht nur die Gans gespielt - Ich WAR die Gans! Und glaubt mir, ich wäre eine sehr nervige Gans.

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4,5 von 5 Gänsen.

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