Unbound: Worlds Apart

   Von Miggi

Key Art von Unbound: Worlds Apart von Alien Pixel Studios

Wie manche von euch vielleicht schon wissen, kann ich an keinem neuen Indie-2D-Plattformer einfach so digital vorbeilaufen, ohne zumindest kurz einen Blick zu riskieren. Vor allem, wenn der Look stimmt und das Spiel mit einer frischen Idee um die Ecke kommt, freue ich mich umso mehr darauf das Spiel zu spielen. Und wenn dann wie im Fall von Unbound: Worlds Apart noch der liebe Kris von Darf ich vorstellen - seineszeichens Plattformer-Liebhaber der obersten Güte - derjenige ist, der mir den Titel empfiehlt, kann ich gar nicht anders, als das Spiel zu testen. Also habe ich nicht zwei Mal nachgedacht und das Spiel des kleinen rumänischen Teams Alien Pixel Studios direkt installiert, das nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne im Jahr 2019 nun endlich erschien.

In Unbound spielt ihr den jungen Magier Soli, der mit seinen Zauberkräften Portale öffnen kann, mit denen er die Umgebung der Welt beeinflusst. Als sein Heimatdorf von einer bösen Macht angegriffen und letztlich auch zerstört wird, macht dieser sich auf die Reise, um die finsteren Kreaturen davon abzuhalten seine Dimension komplett zu unterwerfen. Wie er relativ bald erfährt ist dies nämlich nicht der erste Angriff der Monster. Solis großes Ziel ist aber, dass es zumindest der letzte gewesen sein soll. Die Story wird euch in Form von Dialogen mit NPCs erzählt, die verstreut über die Welt trefft. Mit nichts als der Kraft Portale zu öffnen, macht er sich also auf den Weg ins Abenteuer durch das wunderschön handgezeichnete Abenteuer.

Protagonist Soli springt über eine Grube voller Stacheln in Unbound: Worlds Apart von Alien Pixel Studios.
Die handgezeichneten Levels und Hintergründe können sich absolut sehen lassen.

Das Kernelement von Unbound: Worlds Apart ist über den ganzen Spielverlauf, neben einer nach Metroidvania-Vorbild aufgebauten Spielwelt im Stile von z.B. Ori & the Will of the Wisps, natürlich die Portal-Kraft von Soli. Je nachdem in welchem Gebiet ihr gerade rumlauft, ändert sich der Effekt des Portals, das ihr heraufbeschwört. So könnt ihr entweder Blöcke verschwinden lassen, die euch den Weg versperren, die Schwerkraft umdrehen, um an der Decke zu laufen oder euch in einen Block verwandeln, der euch u.a. unverwundbar macht. Je weiter ihr im Spiel voran kommt, desto häufiger wechseln sich die Fähigkeiten ab, die jeweils wechseln, wenn ihr durch ein spezielles Tor lauft. Die Rätsel, die sich dadurch ergeben, machen viel Spaß und durch die vielen verschiedenen Portal-Arten bleibt das Spiel bis zum Ende schön abwechslungsreich.

 

Kleineren Monstern seid ihr den ganzen Spielverlauf über meist eher hilflos ausgesetzt. Bis auf eure (passive) Magie habt ihr keine Waffe oder sonstige Möglichkeiten Gegner anzugreifen. Nur der Block verhilft euch gut getimed zu einer Stampfattacke. Ansonsten müsst ihr Käfern und anderem Getier ausweichen oder euch so positioneren, dass diese euch nicht erwischen können. In den verschiedenen Bosskämpfen, die Unbound für euch bereithält, könnt ihr jeweils eure Portale geschickt einsetzen, um als Sieger vom Platz zu gehen. Auch hier haben die Entwickler*innen gute Arbeit geleistet und jede Fähigkeit kreativ eingesetzt. Wie in anderen Genre-Einträgen findet ihr über den Spielverlauf natürlich aber auch Skills wie einen Doppelsprung oder den Dash.

Protagonist Soli führt einen Doppelsprung aus in Unbound: Worlds Apart von Alien Pixel Studios.

Wer jetzt vor lauter Metroidvania Angst haben sollte, dass sich Unbound auch was die Schwierigkeit angeht an Vorbildern wie Ori oder Hollow Knight orientiert - ich kann euch beruhigen. Das Plattforming erreicht nie wirklich einen Level, den ich als schwer bezeichnet hätte und auch die Rätsel bzw. Puzzle-Abschnitte haben mich nur in den härtesten Fällen vor eine größere Herausforderung gestellt. Hier sind vor allem die Rätsel, in denen man über die Welt verteilte Magier*innen finden & retten muss, teilweise kniffliger. Diese sind aber optional, wer es also gerne nicht so schwer hat, kann darauf einfach verzichten. Und auch was die Spielzeit angeht ist das rumänische Indie-Spiel mit ungefähr 6 Stunden nicht so ein großer Brocken bzw. lässt sich schnell mal zwischen den nächsten beiden AAA-Titeln schön dazwischen schieben.

"Und wieder einmal hat es mit Unbound: Worlds Apart ein wahnsinniger schöner Indie-Plattformer, mit frischen Gameplay-Ideen, geschafft, mein Herz zu erobern."

Und wieder einmal hat es mit Unbound: Worlds Apart ein wahnsinniger schöner Indie-Plattformer, mit frischen Gameplay-Ideen, geschafft, mein Herz zu erobern. Angefangen bei der schönen und handgezeichneten Umgebung, über den atmosphärischen Soundtrack, der von Inmost-Komponist Alexey Nechaev beigesteuert wurde, bis hin zum ausgeklügelten Puzzleplattforming mit den verschiedenen Portalen, macht der Indie-Titel des 8-Personen-Studios, der für Nintendo Switch und PC erhältlich ist, alles richtig. Klar sieht man dem Spiel die großen Vorbilder an, aber das ist ja auch absolut nicht verkehrt. Und hier und da hat Unbound auch noch Ecken und Kanten, aber einem Titel wie diesen verzeiht man kleine Fehlerchen auch irgendwie lieber. Wer Bock auf einen sehr guten und vor allem nicht ganz so bockschweren Genre-Vertreter für zwischendurch hat, macht hiermit also absolut nichts falsch.

Wertung zu Unbound: Worlds Apart von Alien Pixel Studios.
4,5 von 5 Solis.

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