Miggi zockt #3 - Toejam & Earl III: Mission to Earth

Von Miggi

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Die E3-Pressekonferenzen sind vorbei, die Aufregung klingt langsam ab. Zurück zum selbst zocken also. Anlässlich der Ankündigung, dass noch dieses Jahr Titel der originalen Xbox auf der Xbox One abwärtskompatibel sein werden, habe ich mir eines der alten Xbox-Spiele geschnappt für die dritte Folge von Miggi zockt. Außerdem verbinde ich emotional sehr viel mit den beiden Aliens Toejam & Earl. Als eines meiner ersten Sega Mega Drive-Spiele hat mich Toejam & Earl II: Panic on Funkotron mit in die Welt der Videospiele eingeführt und hat bis heute einen großen Platz in meinem Herzen eingenommen. Grund genug also Teil 3 namens Mission to Earth einzuwerfen und für euch zu testen.



Nachdem ich rausgefunden hatte wie man die alte Xbox mit dem Fernseher verkabelt und das ganze auch noch aufnimmt konnte es losgehen. Ich natürlich muss ich hier gleich anmerken, dass ich dieses Spiel anders bewerten werde, als neuere Spiele. Immerhin hat der Titel bereits 15 Jahre auf dem Buckel und es schwingt auch viel Nostalgie durch den zweiten Teil bei mir mit. Und die Erinnerungen aus Kindheitstagen konnte das Spiel auf jeden Fall wieder wecken. Der Soundtrack ist im Endeffekt die aufgehübschte Version der bekannten Musikstücke und da ich die Musik immer schon geliebt habe, war ich sofort begeistert. Die Sprachausgabe ist ein bisschen over the topp y'all, aber sobald man sich auf den offensichtlichen Hip-Hop-Slang eingelassen hat, hat man damit auch Spaß. Vor allem die Gospel-Nonnen, die auftauchen sobald man ein Level betritt, brachten mich mehrmals zum Schmunzeln.

 

Die Steuerung des Spiels ist ebenfalls sehr präzise und zugänglich. Lediglich die invertierte Kamera macht mir zu schaffen, vor allem weil man nicht die Option hat das Ganze umzustellen. Nicht optimal für mich, aber ich hatte mich dann doch schnell damit abgefunden und selten Probleme mit der Kamerasteuerung. War halt damals noch so. Die Grafik und das Design von Mission to Earth sind etwas erwachsener gehalten als noch in Panic on Funkotron, aber das passt. In einer dreidimensionalen Welt wären die verrückten LSD-Farben wohl auch etwas zu viel gewesen. Außerdem gibt es viele kleine Details, es ist also keineswegs lieblos gestaltet.

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Earl be walkin'

Die Gegner sind wie immer bei DJ TJ & Big Earl Menschen bzw. Erdlinge in allen Formen: Ob kleine Mädchen, Bauarbeiter, Hillbillys oder Zahnärzte - ihr seid vor nichts sicher. Auch hier gibt es Anlehnungen an Feinde, die schon in vorigen Teilen aufgetaucht sind und man erinnert sich teils gerne, teils genervt an den ein oder anderen Feindtyp aus den Mega Drive-Spielen. Anders als beim direkten Vorgänger sperrt ihr die Menschen aber nicht in Marmeladegläser, sondern knockt sie mit euren Funk-Fu (1 Punkt in die Kalauer-Kasse) oder  Musiknoten die ihr in den Levels sammelt aus. Das ganze wird schnell recht fordernd, macht aber dadurch auch wirklich Spaß. Mit den wiederkehrenden Geschenken, die auch Special Moves beinhalten können, habt ihr doch ein reiches Arsenal an Moves und müsst diese auch taktisch einsetzen. Das ganze macht Spaß und ist steuerungstechnisch gut gelungen.

 

Dadurch, dass die Levels zufallsgeneriert sind, bietet das Spiel immer einiges an Überraschungen, gleichzeitig fallen zufällige Levels auch immer negativ in's Gewicht. Durch das "fehlende" Leveldesign wirken die einzelnen Abschnitte sehr generisch und man vermisst ausgeklügeltes Level-Design, wie man es noch bei Teil eins und zwei hatte. Ich kann es nach 2 Stunden noch nicht zu 100% sagen, aber es ist gut möglich, dass dieser Aspekt auch nach der Zeit recht nervig ist. Immerhin hatte man damals noch nicht die Möglichkeiten von heute und konnte aus technischer Sicht weniger Elemente einbauen, die sich unterscheiden. Kann also leicht sein, dass sich viele Elemente oft wiederholen, was natürlich das Spielerlebnis auf Dauer stark trübt.

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Dayumn Son, look at deez kicks!

Ja, ich hatte wohlige Retro-Gefühle beim Spielen. Aber ja, ich befürchte, dass ich die rosarote Brille ein bisschen absetzen muss und der Fakt, dass es den zufallsgenerierten Levels an Design fehlt ist recht offensichtlich. Für 15 Jahre ist Toejam & Earl 3 grafisch aber gut gealtert, die Synchronisation macht Spaß, die Musik ist immer noch geil und ich liebe die generelle Idee der zwei Aliens von Funkotron. Deshalb ist es für mich kein Reinfall, aber kommt auch nicht an meinen heiß geliebten zweiten Teil ran, in dem für mich alles gepasst hat. Ja ok, das war von vornherein klar. Trotzdem habe ich das Gefühl hier eher was nettes für zwischendurch gespielt zu haben, als einen Titel der mich lange an die Konsole fesselt. Und ob das jetzt 15 oder 10 Jahre alt ist oder gerade erst rauskam, ist da vom Look her relativ egal. Immerhin ist auch diese Grafik-Ära ein Teil meiner Videospiel-Begeisterung, da seh ich drüber weg.

 

Mission to Earth macht also definitiv Spaß und damals hätte mich das Zufallsdesign der Levels wohl auch absolut nicht gestört. Da sich die Art wie ich Spiele betrachte mittlerweile aber natürlich geändert hat, muss ich hier ein bisschen Kritik daran üben. Mein 12-jähriges Ich würde es mir verzeihen, wenn er wüsste, was hier alles an Figuren und Spielen rumsteht. Ich freue mich auf jeden Fall auf Teil 4 Back in Groove, der wieder zurück zu den Ursprüngen geht, zweidimensional daherkommt und altbekannte Funkotron-Action à la Teil eins bieten wird. Dazu gibt's dann bestimmt auch einen Test hier. Nevah fo'get where yo come frum bruh!


Wertung:

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4 von 5 Lamonts.

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