Devil May Cry 5

   Von Miggi

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Ich wäre wohl lange nicht auf die Devil May Cry-Serie aufmerksam geworden, hätte mein bester Freund Felix zu Zeiten der Playstation 2 nicht das Glück gehabt, den ersten Teil der Reihe mit in seinem Konsolenbundle zu haben. Neugierig legten wir damals das Spiel in die Konsole und wurden überwältigt von einem Spiel, das so beinahe nicht existiert hätte, sondern als Resident Evil-Spiel seinen Anfang nahm, dann aber der Start in eine Franchise war, für die ich bis heute die Fahnen hoch halte. Den zweiten Teil haben wir damals auch nichtsahnend verschlungen, heute wissend, dass es nicht gerade die Glanzstunde der Serie war und Teil 3 haben wir unzählige Male beendet. Der junge Dante aus dem Prequel hat damals genau den Nerv unserer Zeit getroffen, die Action war abgefahren wie nie zuvor und die Anfangsgeschichte des Protagonisten und seines Bruders Vergil hat uns damals schon vor den Fernseher gefesselt. Mit Devil May Cry 4 konnte ich mich 2008 dann auf der Xbox 360 Devil May Cry-selbstständig machen und habe auch im für damalige Verhältnisse grafisch großartigen Titel des öfteren Dämonen das Leben zur Hölle gemacht.

Seitdem mussten Fans der Serie geduldig auf ein "echtes" Sequel der Serie warten. Zwar gab es 2013 unter der Leitung des Entwicklers Ninja Theory den Versuch Devil May Cry ein zeitgemäßes Reboot zu verpassen, so richtig wollte der Funke aber nicht überspringen. DmC: Devil May Cry war definitiv ein gutes Spiel und wurde auch sehr wohlwollend angenommen, es wurde aber - zumindest von mir - nie ganz als Devil May Cry-Titel gesehen und obwohl ich das Spiel gerne gespielt habe, habe ich insgeheim auf die Fortsetzung der Hauptgeschichte gehofft. Nach DmC wurde es aber erst einmal sehr still um Dante und Co. und Fans mussten mit Definitive Editions und HD-Collections vorliebnehmen, die es mittlerweile für alle aktuellen Plattformen gibt. Wer also vor dem neuesten Teil noch einmal die Geschichte auffrischen möchte, kann das jederzeit tun. Nach viel zu langem Warten war es dann aber auf der E3 2018 soweit und Capcom kündigte - doch überraschend und etwas aus dem Nichts - Devil May Cry 5 für das Frühjahr 2019 an. Jackpot!

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High Five!

Devil May Cry 5 lässt das Reboot Reboot sein und setzt die Geschichte von Teil 4 fort. Die Handlung spielt mehrere Jahre nach den Ereignissen rund um Nero, Kyrie und Fortuna und wie schon aus Trailern und Artworks bekannt gibt es diesmal direkt drei Protagonisten. Wie schon im direkten Vorgänger dürft ihr in die Haut des jungen Nero schlüpfen, dessen Verbindung zur Blutlinie Spardas noch ungeklärt ist. Natürlich kehrt, zur Freude aller Fans, aber auch Dante wieder als spielbarer Charakter zurück, schwingt Rebellion und jagt mit Ebony & Ivory Kugeln durch Dämonenkörper. Komplett neu hinzu kommt der mysteriöse Charakter V, über den im Vorfeld kaum Infos ans Licht gekommen sind. Seine Verbindung zur Geschichte und vor allem zu den anderen beiden Charakteren wurde im Vorfeld bewusst nicht behandelt und selbst sein Kampfstil wurde der Öffentlichkeit lange Zeit nicht gezeigt. Neben den drei spielbaren Hauptcharakteren kehren aber auch andere bekannte Gesichter zurück.

 

Ohne auf Details eimzugehen und ohne wichtige Twists vorweg zu nehmen: das neueste Abenteuer der weißhaarigen Dämonenjäger hat mich von Anfang bis Ende an der Kante meiner Couch sitzen lassen und meine Kinnlade mehrmals nach unten klappen lassen. Vor allem für Fans, die seit Teil  1 dabei sind, bietet Devil May Cry 5 unglaublich mitreißende Momente, aber auch Neueinsteiger*innen dürfen sich an das Spiel wagen. Im Hauptmenü habt ihr die Option euch die bisherige Geschichte zusammengefasst noch einmal wiedergeben zu lassen. Die Story selbst ist wie in den Vorgängern in einzelne Missionen unterteilt, die ihr nacheinander abarbeitet. Am Ende jeder Mission erhaltet ihr je nach Spielweise einen Rang und je nach Rang bekommt ihr rote Orbs, die ihr in Verbesserungen für eure Figur investieren könnt. Die Kontroverse im Vorfeld rund um Mikrotransaktionen kann ich an dieser Stelle übrigens komplett beiseitelassen: In meinem Playthrough habe ich nicht einmal die Option gesehen Orbs für Echtgeld kaufen zu können, so unaufdringlich bietet sich die Option an.

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Dante und Motorräder passen spätestens seit Teil 3 perfekt zusammen.

Devil May Cry 5 besinnt sich auf die alten Stärken, ohne dabei zu vergessen genug Neues zu bieten. Die Kämpfe steuern sich unglaublich präzise und die Highscore-Jagd macht direkt wieder Spaß. Gleichzeitig werden eure Kämpfe mit dynamischer Musik hinterlegt, je nachdem wie ihr euch im Kampf schlagt. Jeder Charakter ist mit neuen Fähigkeiten ausgestattet worden, dabei spielt sich Dante vermutlich noch am "normalsten". Aber auch er hat einige neue Waffen und Fähigkeiten erhalten, wie das Motorrad Cavaliere, das der Dämonenjäger einfach in zwei Teile teilt und als doppelhändige Waffe schwingt. Nero könnt ihr je nach Belieben mit verschiedenen Devil Breakern ausstatten, je nachdem welcher austauschbare Arm euch am besten gefällt. Und eines darf gesagt sein: ein paar der Devil Breaker sind wirklich sehr sehr absurd. Ergänzt werden die beiden von Protagonist Nummer 3 V, der aus der Ferne drei Dämonen auf seine Gegner hetzt. Zu Beginn stehen euch die Schwierigkeitsgrade Human und Devil Hunter zur Verfügung, wie gewohnt könnt ihr weitere Schwierigkeitsgrade wie Son of Sparda freischalten, sobald ihr das Spiel ein Mal abgeschlossen habt.

 

Wer schon einmal Devil May Cry gespielt hat wird sich in den Kämpfen im fünften Teil direkt wieder wohl fühlen. Egal mit welchem der drei Charaktere ihr in die Schlacht zieht - imposante Kombos könnt ihr relativ schnell aus dem Ärmel schütteln. Je weiter ihr in der Story voranschreitet, desto härter werden aber auch die Kämpfe. So müsst ihr später eure Kombos genau timen, gegnerischen Angriffen ausweichen und in eurem Moveset möglichst variieren, um am Ende des Kampfes eine gute Wertung zu erhalten. Am meisten Spaß hat mir dabei das Gameplay mit Dante und seinen Kampfstilen gemacht. Das hat aber natürlich auch nostalgische Gründe. Auch Nero und seine austauschbaren Devil Breaker und Neuzugang  V spielen sich hervorragend und es macht unglaublich viel Spaß im Kampf nach dem Triple-S-Rang zu jagen. Je nachdem wie ihr euch in der Mission anstellt erhaltet ihr am Ende wie gewohnt eine Platzeriung auf der Gesamtwertungsskala.

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Los Dante! Zerschneider!

Grafisch und technisch zeigt die RE Engine von Capcom wieder einmal, was sie zu bieten hat. Die hauseigene Engine, die mit Resident Evil 7 eingeführt wurde und die uns auch schon bei Resident Evil 2 gezeigt hat, wie Spiele 2019 auszusehen haben, führt nun auch Devil May Cry 5 in ungeahnte Höhen. Das Ziel der Entwickler stets die 60 FPS zu halten wurde - zumindest auf der von mir getesteten Xbox One X - soweit ich das beurteilen konnte auf jeden Fall erfüllt und die Action läuft ruckelfrei über den Bildschirm, auch wenn es am Bildschirm vor Explosionen, Effekten und Gegnern nur so wimmelt. Dass dabei sowohl die Umgebung und Lichteffekte als auch die Charaktere unglaublich detailliert gestaltet sind macht es nur umso erstaunlicher, dass DmC 5 aussieht wie es aussieht. Besser hätte die Serie nicht ihren Einstand auf der aktuellen Konsolengeneration feiern können. Euch erwartet ein flüssiges Action-Feuerwerk der Meisterklasse, ohne dass ihr grafisch Abstriche machen müsst.

 

Das lange Warten hat sich gelohnt! Devil May Cry 5 erfüllt meine Hoffnungen nicht nur, sondern übertrifft sie mit einer fast schon provokanten Leichtigkeit, während mir noch ein frecher Spruch reingedrückt wird, wie es nur ein Dante kann. Die Geschichte fesselte mich die gesamte Spielzeit, die bei einem casual Playthrough um die 10 Stunden beträgt und kam mit einigen Twists daher, die ich so nicht vorhergesehen hatte. In den Kämpfen möglichst viele verschiedene Special-Moves und Kombos aneinander zu reihen macht nicht nur Spaß, sondern ist auch fordernd genug, um nicht in stumpfes Button-Mashing abzuschweifen und auch sonst gibt es nichts zu bemängeln. Das Entwickler-Team rund um DmC-Veteran Hideaki Itsuno bringt das typische Devil May Cry-Gefühl perfekt ins Jahr 2019 und wir dürfen nur hoffen, dass sowohl Fans als auch Entwickler Blut geleckt haben, damit wir nicht wieder 11 Jahre auf einen neuen Titel der Reihe warten müssen. Mit Devil May Cry 5 haben wir nur rund einen Monat nach Resident Evil 2 auf jeden Fall wieder einen heißen Kandidaten auf den Titel Game of the Year 2019 aus dem Hause Capcom. Bring it on!

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5 von 5 Neros.

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