Bayonetta 2

   Von Miggi

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Als Bayonetta 2 in einer Nintendo Direct im Jahr 2012 für die WiiU angekündigt wurde - dazu noch konsolenexklusiv - habe ich mich wahnsinnig darauf gefreut. Nintendo wollte mit dem Exklusivdeal die Verkäufe der Konsole antreiben, nachdem Sega nicht plante den Nachfolger zu finanzieren und auch Größen wie Microsoft oder Sony das Projekt abgelehnt hatten. Ich erinnerte mich wohlwollend an den ersten Teil und hoffte nach der Ankündigung auf einen würdigen Nachfolger. Irgendwie hat es das Spiel dann aber doch nie auf meine WiiU geschafft. Zu selten war die Konsole in Betrieb und Spiele von Publishern die nicht Nintendo hießen haben es sowieso nur in Ausnahmefällen ins Laufwerk geschafft. Auch wenn ich oft kurz davor war den zweiten Teil der Reihe zu kaufen, konnte mich selbst das beste Angebot irgendwie nicht umstimmen. Dass ich damit dem Spiel komplett Unrecht getan habe durfte ich jetzt erfahren.

 

Als im Dezember 2017 während der Game Awards in Los Angeles Bayonetta 3 für die Nintendo Switch angekündigt wurde, hat man als kleines Extra auch noch preisgegeben, dass die ersten beiden Teile bereits im Februar 2018 ebenfalls ihren Weg auf Nintendos Hybrid-Konsole finden werden. Die perfekte Gelegenheit, nicht nur für mich, um den zweiten Teil nachzuholen - denn aus einigen Gesprächen im Nachhinein mit Freunden habe ich erfahren, dass ich nicht der Einzige war, der Teil 2 ausgelassen hat. Zur Einstimmung habe ich mir natürlich nochmals Bayonetta 1 zu Gemüte geführt. Einfach um in die richtige Stimmung zu kommen und vor allem die Story und die Steuerung wieder aufzufrischen. Aber insgeheim habe ich mich nur darauf gefreut endlich mit dem zweiten Teil loslegen zu können. Ich bin nunmal wahnsinnig neugierig. Und auf Bayonetta 2 habe ich mittlerweile lange genug gewartet.

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Als junger Drache will ich Sachen machen, die ein Alter nicht tut.

Die Spielmechanik ist im Grunde die Gleiche geblieben, die wir aus dem Vorgänger kennen. Ihr bewegt euch in der 3rd Person als Umbra-Hexe Bayonetta aka Cereza durch die Spielwelt und habt es mit einigen Gefahren zu tun. Die Kämpfe sind immer noch so schnell, wie ihr es erwartet und die Knopfabläufe müssen sitzen, damit ihr am Ende der Level nicht nur überlebt, sondern auch eine gute Wertung abstaubt. Die Kämpfe wurden meinem Empfinden nach schwierigkeitstechnisch etwas abgeschwächt, sodass es teilweise einfacher ist, die Gold- oder sogar Platin-Wertung zu holen. Möglicherweise liegt es aber auch daran, dass ich Teil 1 direkt davor gespielt habe oder auch einfach die Moves etwas leichter von der Hand gehen. Woran es aber auch liegen mag - es tut dem Spiel wahnsinnig gut und Frustmomente, die es im Ursprungs-Spiel noch fast zu oft gab, wenn man nicht aufgepasst hat, gehören so gut wie der Vergangenheit an. Besonders positiv hervorzuheben sind einige Spezial-Level, in denen ihr zB. eine riesige Welle surft, auf den Flügeln eines Flugzeugs hin und her lauft oder am Rücken eines Pferdes reitet.

 

Das Charakter- und Leveldesign wurde in Bayonetta 2 weiter auf die Spitze getrieben. Nicht nur die Protagonistin und ihre Kumpanen haben ein sehr schönes Redesign erhalten, auch auf Seite der Gegner hat sich einiges getan. Die Engel und viele bekannte Gegner der Himmelsseite tauchen wieder auf und werden durch einige neue Gegnertypen ergänzt. Wirklich interessant wird es aber, sobald ihr auf Gegner der Höllenseite trefft. Diese sind herkunftsbedingt um einiges düsterer gestaltet und erfordern euer ganzes Können. Die kniffligsten Kämpfe hatte ich auf jeden Fall mit den Höllen-Gegnern. Dazu kommt, dass die Welt um einiges abwechslungsreicher daherkommt, was nicht nur diversen Dimensions-Sprüngen geschuldet ist, sondern sich in jedem Level äußert. Bereits das Startgebiet ist viel lebendiger und schöner gestaltet als viele Areale aus Teil 1. Die Levels verlieren sich dabei aber nicht in Design-Ideen, sondern sind gut durchdacht aufgebaut und spannend zu erkunden.

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If everybody had an ocean across the USA, then everybody'd be surfin' like Californi-a.

Auch die Geschichte toppt den ersten Teil bei weitem. Direkt am Anfang des Spiels - natürlich nach einer total überzeichneten und unglaublich unterhaltsamen Intro-Sequenz - verliert eure Umbra-Hexe in Crime Jeanne ihre Seele ans Inferno und niemand geringeres als Bayonetta wird losgeschickt um ihr Leben zu retten. Wer sollte das auch sonst machen? Neben wiederkehrenden Charakteren wie Enzo, Luka oder Rodin lernt ihr aber auch einige neue Figuren kennen, die euch während der ganzen Geschichte immer wieder begegnen, unter die Arme greifen oder auch bekämpfen. So erhält die gesamte Spielwelt zusätzliche Tiefe und auch Bayonetta selbst wird von neuen Seiten beleuchtet. Das heimliche Highlight ist eine kleine Zeitreise relativ zum Schluss des Spiels, die ich hier aber nicht spoilern werde. Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad sollte es in Bayonetta 2 wie gesagt nicht ganz so schwer werden das Ende zu erreichen, wie es im Vorgänger war.

 

Musikalisch erwarten euch auch keine zu großen Überraschungen. Der sehr japanisch anmutende Soundtrack legt sich wieder perfekt hinter das Geschehen und unterstützt das Visuelle optimal. Das liegt aber auch daran, dass viele Team-Mitglieder, die schon am Soundtrack zu Bayonetta 1 mitgearbeitet haben, hier wieder an den Reglern saßen. Never change a winning Team quasi. Interessant ist, dass einige Abschnitte in Teil 2 dynamische Musik erhalten haben, die sich verändert, je nachdem in welcher Phase des Levels ihr euch befindet. Das spendiert zusätzliche Dynamik und ein noch intensiveres Spielgefühl. Vor allem Bosskämpfe und Spezialabschnitte profitieren davon ungemein.

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Natürlich könnt ihr euch wieder mit einigen Alternativ-Waffen ausstatten.

Bayonetta 2 bietet weit mehr als nur "More of the Same": der zweite Teil der Reihe übertrifft seinen Vorgänger bei weitem. Ihr bekommt es mit mehr Gegnertypen zu tun und dürft für einen kurzen Abschnitt sogar in einen mächtigen Riesenroboter steigen. Eure Hexenkräfte lassen euch nicht mehr nur verrückte Finishing-Moves ausführen, sondern erlauben euch auch die Klimax-Kraft einzusetzen, sobald sich eure Hexen-Energie-Leiste gefüllt hat. Damit feuert ihr für kurze Zeit noch stärkere Attacken ab. In den Levels gibt es weit mehr zu entdecken, wie Schatztruhen für die ihr erst zeitlich begrenzte Sammelaufgaben im Abschnitt lösen müsst. Eure Umbra-Hexe erhält neue Waffen, aber auch neue Fähigkeiten - unter Wasser könnt ihr euch zB. in einen Aal verwandeln um die teilweise sehr tiefen Gewässer schneller zu durchqueren. Und das sind alles nur die offensichtlichen Änderungen, die euch in Bayonetta 2 geboten werden. Unter der Oberfläche steckt noch viel mehr. Zusätzlich läuft natürlich auch der zweite Teil komplett flüssig auf der Nintendo Switch und ihr müsst nicht mit Ruckeleinlagen kämpfen. Nur mit Engeln. Und Teufeln. Und generell vielen Monstern.

 

Ich hatte ein bisschen Angst, dass der zweite Teil, direkt nachdem ich Bayonetta 1 abgeschlossen hatte, nicht an den grandiosen Vorgänger heranreichen kann. Zu perfekt erschien mir bisher das Spiel, dessen Originalfassung 2010 in Europa auf den Markt kam. Als ich aber ein paar Stunden gespielt hatte, konnte ich die Switch kaum noch aus der Hand legen. Die Combos gingen mir leichter von der Hand, die Spielwelt hat mich in ihren Bann gezogen und die Geschichte war fesselnder als ich es mir jemals gedacht hatte. Dass ich dieses Spiel so lange liegen gelassen habe und erst im Februar 2018 zum ersten Mal spielen sollte, war absolut keine kluge Entscheidung. Nun bin ich endlich in Paradiso angekommen und es fühlt sich gut an. Wenn Bayonetta 3 auch nur einen Bruchteil der Verbesserungen bringt, die die ersten Teile voneinander unterscheidet, erwartet uns ein heißer Garant auf das Spiel des Jahres. In welchem Jahr auch immer es letztendlich erscheinen wird. Hoffentlich bald.

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5 von 5 Love is Blue.

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