E3 2016 - Tag 2 & 3

Von Miggi

Die E3 neigt sich was die Pressekonferenzen angeht dem Ende zu. Den Schlussstrich am Terminkalender hat Nintendo Abends am 15.06. mit dem zweiten Teil ihres Treehouse Live-Events gezogen und nachdem es wenig Sinn gemacht hätte das in zwei Teile aufzustückeln gibt es hier jetzt noch einmal die geballte Ladung subjektiver Meinung in Textform. Maz ab!

Sony

Huihuihui, was Sony da für ein Feuerwerk gezündet hat, ist wirklich nicht leicht zusammenzufassen. Spiele, Spiele, Spiele und dabei massig Neuankündigungen mit denen viele vermutlich auch garnicht gerechnet haben. Aber ich würde nicht hier sitzen und tippen, wenn ich nicht zumindest versuchen würde das ganze irgendwie unter einen Hut zu bringen. Zumindest meine Highlights.

 

Angefangen hat das Ganze, unter orchestraler Begleitung, mit ersten Szenen zum neuen God of War. Ohne Ziffer. Das ganze ist diesmal nicht im antiken Griechenland angesiedelt, sondern spielt, wie schon diverse Quellen vermutet haben, in der nordischen Mythologie. Zumindest sieht das ganze danach aus. Kratos hat mittlerweile einen Vollbart und was noch viel überraschender kommt - einen Sohn! Mit diesem bestreitet er auch die Demo der Präsentation und streift durch schneebedeckte Felder, kämpft gegen Trolle und versucht nebenbei dem kleinen das Jagen beizubringen. Grafisch sieht das ganze richtig gut aus und vielleicht komm' so auch ich mal auf den Geschmack bei God of War. Wird sich dann aber alles erst mit mehr Gameplay zeigen. Recht aussagekräftig war die Demo was das angeht nämlich eher nicht.

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Anscheinend kommt Last Guardian wirklich noch dieses Jahr. Man darf gespannt bleiben.

Danach gab es kurz Bildmaterial zur neuen IP Days Gone zu sehen, zu dem man am Ende der Präsentation auch noch Gameplay mitgebracht hatte. Ihr spielt ein Mitglied einer Biker-Gang inmitten einer von Zombies überfallenen Welt. Ob man sich gedacht hat, dass die Welt noch nicht genug Open World-Zombie-Shooter-Gedöns hat weiß ich nicht, aber vielleicht wird das ja ganz ok. Interessanter war da für viele das nächste Spiel - Last Guardian. Die ICO- und Shadow of the Colossus-Macher halten das Gaming-Volk da ja schon lange hin, doch jetzt soll es endlich kommen und zwar am 25. Oktober 2016. Ich bin eher skeptisch was das Spiel angeht, da mir persönlich der Look nicht so gut gefällt und ich den Hype auch nicht ganz verstehe, aber vielleicht überrascht mich das Ganze ja doch.

 

Auf was ich mich schon viel eher freue ist Horizon Zero Dawn. Das Open World-Spiel das Steinzeit und Robotik in seiner Geschichte vereint wirkt extrem spannend, sieht wahnsinnig gut aus und das Setting ist für mich persönlich eines der interessantesten der letzten Jahre. Ich habe wahnsinnig viel Lust mit der Protagonistin gegen Roboterdinosaurier zu kämpfen und die große Welt des Spiels zu erkunden. Da sieht Far Cry Primal alt aus dagegen. Robosaurier! Das muss man sich auch erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Kommt dann auch schon im Februar 2017 raus. Ich mag es übrigens, dass mittlerweile keine Spiele mehr angekündigt und gezeigt werden und man erstmal jahrelang warten muss. Aber das nur am Rande.

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Hier kommt der Hype-Train in Richtung Detroit Become Human. Alle Passagiere bitte einsteigen.

Das Spielefeuerwerk ging sofort Schlag auf Schlag weiter mit Detroit Become Human. Das von Quantic Dream entwickelte Spiel reiht sich direkt hinter Beyond Two Souls und den restlichen Spielen des Entwicklers ein und bietet euch quasi wieder einen spielbaren Film, mit Fokus auf die Story. Quantic Dream hat mich mit ihren Spielen noch nie enttäuscht und auch das gezeigte Gameplay lässt Großes erwarten. Diesmal steckt ihr in der Haut eines Androiden, der in den gezeigten Szenen versucht die Geiselnahme eines kleinen Mädchens aufzulösen. Die Ausgangsmöglichkeiten sind dabei nicht auf zwei Versionen beschränkt, sondern variieren je nachdem, wie ihr euch in der Situation verhaltet bzw. im Vorhinein verhalten habt enorm.

 

Danach hat Sony einen größeren VR-Block im Programm. Was bei Ubisoft aber noch Fremdscham auslöste wird hier perfekt präsentiert und gleich mit einer Bombe eingeläutet: Resident Evil 7 wird am 27. Januar 2017 nicht nur für die Konsolen erscheinen, sondern auch mit Playstation VR kompatibel sein. Da das Spiel diesmal aus der Egoperspektive gesteuert wird ist das Argument Nummer 1 sich bald die Virtual Reality-Brille von Sony zuzulegen (Argument Nummer 2 & 3 kommen gleich noch). Die Demo dazu lässt sich bereits für Playstation Plus-Mitglieder downloaden, dazu gibt es aber an anderer Stelle ausführlicher mehr. Nur so viel: Es ist krass. Argument 2 ist ein Spin-Off der Arkham Reihe: Batman Arkham VR und Argument 3 die X-Wing Missions für Playstation VR, ein Ableger von Star Wars Battlefront. Absolute Kaufgründe für das VR-Gerät in meinen Augen.

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NSFW. Ups, zu spät. Sorry.

Das nächste große Highlight für mich war der Auftritt von Hideo Kojima. Ich habe es ehrlich gesagt schon erwartet, dass er auf dieser E3 was im Gepäck hat, aber nicht, dass Norman Reedus dabei sein wird. Und dann auch noch post-schwanger. Kojima-typisch ist der Trailer natürlich sehr kryptisch gehalten und man hat sich für das Spiel noch nicht einmal für eine Engine entschieden. Bis das erscheint können also noch ein paar Jährchen vergehen. Aber das kennt man ja von Kojima. Aber soll er sich ruhig austoben, hauptsache das Ergebnis stimmt.

 

Gleich darauf gab es ein neues Spider-Man-Spiel zu sehen. Diesmal wird Spidey aber nicht von Activision in Szene gesetzt sondern von Insomniac Games die gerade erst mit dem neuen Ratchet & Clank oder Sunset Overdrive bewiesen haben, dass die Spinne bei ihnen wohl am besten aufgehoben ist. Da hab ich richtig Lust drauf. Außerdem gefällt mir das Design des neuen Anzugs mit den weißen Elementen richtig gut. Spider-Man ist für mich sowieso eine Herzensangelegenheit, da also endlich wieder mal ein gutes Spiel dazu zu haben - danke Sony! Generell war die Pressekonferenz perfekt gestaltet, mit vielen neuen Ankündigungen, Gameplayszenen und wenig Herumeiern.

Nintendo

Nintendo hat ja bereits im Vorfeld angekündigt, dass man leider nichts zur NX auf der E3 zeigen wird, da der Fokus voll und ganz auf Pokémon Sonne & Mond und dem neuen Ableger der Zelda-Reihe liegen soll. Davon waren ein paar vielleicht nicht ganz so begeistert, da ich aber Zelda und vor allem Pokémon richtig richtig gerne mag, war die Entscheidung wie für mich gemacht. Zwei meiner liebsten Spielereihen im Fokus. Nice.

 

Mit Zelda hat man dann auch das Live Event begonnen. Ein stimmischer Trailer zeigt Szenen aus Hyrule und damit auch den Look des Spiels. Der ist diesmal, ähnlich wie in Wind Waker, sehr comichaft gehalten, was mir damals schon gut gefallen hat. Durch die bessere Grafikleistung der WiiU gegenüber den Gamecube sieht das ganze natürlich ein bisschen hübscher aus und die Figuren sind nicht so kindlich designt, wie es noch bei Wind Waker der Fall war. Achso und der Titel wurde zum ersten Mal enthüllt - The Legend of Zelda - Breath of the Wild. Aber später mehr zu Zelda, unterbrochen wurde das ganze dann nämlich von Pokémon Sonne & Mond.

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Auf das neue Pokémon warte ich gefühlt schon viel zu lange. Aber das ist bei allen Editionen so.

In einer illustren Runde unterhielten sich zwei Nintendo-Mitarbeiter mit zweien der Entwickler von Gamefreak und durften nach dem Interview selbst das neue Abenteuer in der Alola-Region antesten. Dabei sah man das Design der Menüs, Kampfszenen, neue Pokémon und somit eigentlich alles was man sehen wollte. Das Spiel bleibt seinem Stil treu, es wurden nur an einigen Stellen Feinjustierungen vorgenommen, was das Spiel aber soweit ich es gesehen habe nochmal um einiges besser macht. Vielen wird es vermutlich nicht auffallen, aber hey, mich als Pokémon-Freak macht sowas halt glücklich. Außerdem mag ich die neue Region. Nach dem ganzen Schneekram in Weiß und Schwarz und dem Möchtegern-Paris in X und Y ist das eine gern gesehene Abwechslung. Außerdem gibt es einen neuen Kampfmodus, in dem 4 Spieler alle gegeneinander antreten und das gleichzeitig. Jeder darf sich dabei sein Ziel aussuchen und wer am Ende die meisten Pokémon seiner Gegner besiegt hat, gewinnt das Match.

 

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit dem erhofften Gameplay zum neuen Legend of Zelda. Und dabei wurde wirklich sehr viel Neues gezeigt, dass es auch so in den Vorgängern noch nicht gab. Zum einen habt ihr vor euch eine komplett offene Welt, in der ihr allerhand Items einsammeln könnt, die ihr später für verschiedene Zwecke nutzen werdet. Link hat mittlerweile endlich gelernt auf Knopfdruck zu springen und kann nun sogar Wände hochklettern. Vom grünen Outfit des Protagonisten müsst ihr euch außerdem auch erstmal verabschieden. Während des Spielverlaufs findet ihr nämlich verschiedene Kleidungsstücke, die ihr der Hauptfigur anziehen könnt. Mich persönlich freut das, aber es gibt sicher genug selbsternannte Fans, die jetzt auf die Barrikaden steigen, weil Link grün tragen muss. Aber eigentlich spielen sie seit Jahren kein Zelda-Spiel mehr, weil es ihnen nicht genug Abwechslung bietet. Jaja.

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Was hab ich Lust auf ein Open World-Zelda. Vielleicht lass ich mich wie Cartman einfrieren.

Ebenfalls sehen konnte man während der Präsentation die Karte der Spielwelt, die sehr sehr groß aussieht. Wenn man da wirklich alles von Anfang an erkunden kann, dann werd ich da mehr Zeit verbringen als mir und meinen Freunden lieb ist. Tschüß Social Life! Eine weitere Neuheit ist es, dass ihr nicht zu Beginn das Schwert bekommt, das dann im weiteren Verlauf vom Masterschwert abgelöst wird. Neben eurem Bogen könnt ihr die Waffen gefallener Feinde aufnehmen, die mit der Zeit auch abgenutzt werden. Und solltet ihr nach einem Kampf nicht mehr allzu viele Herzen in Petto haben, reicht es nicht, Büsche und Steine nach Herzcontainern abzugrasen, sondern ihr müsst essen um Gesundheit wiederherzustellen. All diese Änderungen machen das neue Zelda für mich nur noch interessanter und geben dem Spiel eine enorme Tiefe. Bevor das ganze also jetzt einen Zelda-Liebesbrief ausartet - ich will das Spiel jetzt. Ich will nicht mehr warten. Das ist eines meiner E3-Highlights.

 

Am zweiten Tag und somit dem zweiten Live Event von Nintendo öffnete man den Horizont über Zelda und Pokémon hinaus und es gab mehr als genügend weitere Spiele zu sehen. WiiU-Spiele waren dabei, bis auf das neue Paper Mario, aber eher Mangelware, was vermutlich daran liegt, dass man sich auf die neue NX konzentriert. Da sieht man dann hoffentlich auf der Gamescom schon mehr. Dafür wurden wahnsinnig viele Spiele für die 3DS-Familie gezeigt. Unter anderem Ever Oasis, eine neue RPG-Marke im eher kindlichen Stil, ein Ableger der Mario Party-Reihe für die Handhelds, Yo-Kai Watch 2, das neue Monster Hunter oder Dragon Quest VII. Was aber für mich so richtig interessant war - Pokémon GO! In einer ausführlichen Präsentation wurden Spielszenen und Mechaniken gezeigt und ein Release-Datum genannt. Schon im Juli wird das Spiel als App erscheinen und dann geh auch ich mal wieder freiwillig raus. Gezwungenermaßen. Die 2 Tage, die sich Nintendo Zeit genommen hat, waren somit gut gefüllt mit vielen Titeln und man hat sich mehr als genug Zeit genommen, die wichtigsten davon detailliert vorzustellen.


Tag 2 & 3

Sony und Nintendo standen den restlichen Entwicklern um nichts nach - ganz im Gegenteil - die 2 Firmen haben eine Top-Performance auf der Messe geliefert. Mein Geldbeutel weint seit Nintendo als letzter seine Präsentation(en) beendet hat, mein Amazon-Warenkorb glüht und mein Zockerherz macht Freudensprünge. Obwohl der Messe aus meiner Sicht die Überraschungshighlights wie ein Shenmue 3 oder ein Psychonauts 2 gefehlt haben, kann man sich trotzdem auf viele gelungene Spiele in der nahen Zukunft freuen. Mein Resumé fällt also durchwegs positiv aus und ich freue mich darauf, das ein oder andere Spiel eventuell auf der Gamescom im August selbst antesten zu dürfen.

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