Quantum Break

Von Miggi

Quantum Break, Remedy, Alan Wake, Xbox, Xbox One, Microsoft, Sam Lake, Shawn Ashmore, Serie, Zeit

Seit 2010 ist viel Zeit vergangen. In diesem Jahr erschien Remedy Entertainments letzter Geniestreich Alan Wake für die Xbox 360 und hat gezeigt, dass Sam Lake und sein Studio immer noch bestens Bescheid wissen, wie man richtig geile Spiele macht. Seither sind 6 Jahre vergangen und das Team rund um das Mastermind hinter Max Payne beschert uns mit Quantum Break ihren nächsten großen Titel, der am 05. April exklusiv für die Xbox One erschienen ist.

 

Das Konzept ist so verrückt wie es schön ist - es geht um Zeitreisen, Zeitmanipulation und wird zusätzlich zum Spiel in Form einer interaktiven Live Action-Serie erzählt. Die Schauspieler sind dabei in Spiel und Serie genau die gleichen und so erkennt man auch in dem Teil von Quantum Break den man selbst steuert, die bekannten Gesichter einiger Stars aus Hollywood. Ein sehr ambitioniertes Projekt, aber wer Sam Lake kennt, weiß: der Mann steht nicht für halbgare Ideen.

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"Boom" goes the Time-amite.

Was in ersten Präsentationen auf diversen Messen noch ein vom Studio geschaffener Charakter war, wurde in der finalen Version ein von Shawn Ashmore verkörperter Protagonist namens Jack Joyce. Ashmore könnte man zB. aus den alten X-Men-Filmen kennen. Ihm zur Seite stehen unter anderem Dominic Monaghan, der den Hobbit Merry in Herr der Ringe verkörpert hat oder Aidan Gillen, der seit 1985 Erfahrungen in unzähligen Filmen sammelte. Der Cast ist auf jeden Fall sehr gut gewählt und sowohl im Spiel, als auch in der Serie machen die Charaktere stets eine gute Figur.

 

Wo wir schon beim nächsten Punkt sind: grafisch kann man an Quantum Break nichts aussetzen. Dabei sind nicht nur die Schauspieler völlig realistisch in die Spielumgebung eingebaut, sondern auch die verschiedenen Effekte, die die Zeitspielereien verursachen sehen umwerfend aus. Das kann uns der Mann auf dem Bild oben bestätigen. Jeder Effekt unterscheidet sich dabei von den anderen und taucht die Spielwelt in eine Palette von wunderschönen Effekten. Optisch wird euch auch von den Umgebungen her nicht langweilig. Ihr kämpft euch durch verschiedene Innen- und Außenumgebungen, die genau wie der Rest des Spiels extrem detailliert gestaltet wurden. Dabei ist das Spiel teilweise nur schwer von der Serie zu unterscheiden. Bei einigen Übergängen zwischen Spiel und Live Action-Elementen musste ich schon zwei Mal hinsehen, um den Unterschied zu erkennen.

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Im Laufe des Spiels werden natürlich auch eure Gegner stärker.

In der selben Riege spielt dann auch die Mechanik des Spiels - ihr seht Jack aus der dritten Person über die Schulter und begleitet ihn so auf seinem Abenteuer. Dabei sind die Bewegungen realistischer, als sie mir in irgendeinem anderen Spiel aufgefallen wären, was natürlich auch am aufwändigen Motion Capturing liegt. Gleichzeitig sind aber die Fähigkeiten des Charakters perfekt in das Spiel eingebaut und gehen zu keinem Zeitpunkt schwer von der Hand. Und das sind nicht wenige - Zeitschild, Zeitstopp, ein kurzer Sprint, ein längerer Sprint, Zeitbomben - da ist ein Knopf schon mal mehrfach belegt, je nachdem ob man ihn länger gedrückt hält oder nur antippt. Das macht aber alles Sinn und geht dank der idealen Lernkurve des Spiels sofort in Fleisch und Blut über.

 

Storymäßig kann man sich auch keineswegs beschweren. Diese wird packend in das Spiel eingebaut und niemals unnötig in die Länge gezogen. Dadurch fällt das Spiel zwar kürzer aus, als man es von vielen anderen Machwerken gewohnt ist, aber ich persönlich habe lieber ein Spiel, das eine kurze Story gut erzählt, bevor es mir die Handlung, durch Spielelemente die sich ständig wiederholen, künstlich verlängert. Durch die Serie, die ihr mit euren Entscheidungen direkt beeinflusst und die vielen Sammelobjekte ist außerdem ein direkter Wiederspielwert gegeben, da ihr so alles aus  verschiedenen Perspektiven erleben könnt. Perfekt also für Sammler, aber auch für Menschen, die wenig Zeit für Spiele haben und sich nicht 50+ Stunden in Division ausleben können.

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Die Serie zum Spiel spinnt die Handlung weiter und wird durch Entscheidungen die ihr trefft verändert.

Auch soundtechnisch spielt Quantum Break bei den ganz großen mit - und das nicht nur in der Spielbranche, sondern auch bei Filmen bzw. Serien. Die Musik - sei es jetzt die eigens komponierte oder lizenzierte Songs - untermalen die Geschichte perfekt und bringen die Szenen noch einmal packender rüber, als es die Bilder selbst schon tun. So wird die Inszenierung teils dramatisch abgerundet, aber auch Africa von Toto hat sich in den neuen Exklusivkracher für Microsofts Flaggschiff verirrt. Klingt verrückt, passt aber.

 

Ich wüsste jetzt nichts was ich an Quantum Break groß kritisieren könnte. Ich habe zu keinem Zeitpunkt spürbare Einbrüche der Framerate feststellen können und auch Clipping-Fehler oder andere Problemchen haben sich bei mir nicht bemerkbar gemacht. Im Gegenteil - Quantum Break zeigt was in der Xbox One steckt und was uns in Zukunft noch erwarten wird. Auch die Idee eine eigene Serie zum Spiel zu machen, die nahtlos eingebunden wird ist zum einen eine komplett neue Herangehensweise und zeigt auf der anderen Seite wie man Live Action-Elemente in Spiele einbauen kann. Ich sehe da in deine Richtung Need for Speed. Quantum Break macht nichts falsch und ist definitiv einer der großen Kaufgründe für die Xbox One.


Wertung:

Quantum Break, Remedy, Alan Wake, Xbox, Xbox One, Microsoft, Sam Lake, Shawn Ashmore, Serie, Zeit
5 von 5 Reaktorkernen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Roman (Samstag, 09 April 2016 11:06)

    Guter Artikel! Das ist definitiv eines der Spiele bei denen ich als PlayStation-Besitzer neidisch auf die XBOX hinüberlinse. Da muss man sich dann halt mit Twitch/YouTube zufrieden geben, auch wenn einem dann die gefilmten Teile abgehen

  • #2

    Erik (Mittwoch, 13 April 2016 15:38)

    Echt super Rezension! Ich, als PlayStation-Besitze bin auch mega neidisch... wie auch Roman... Ich hoffe ich gewinne das Spiel heute für den PC. Tim vom Rumble Pack verlost ja einen.