Fallout 4

Von Miggi

So. Nach ein bisschen mehr als 20 Stunden Spielzeit traue ich mich über den Koloss, der uns im Herbst vorgesetzt wurde, zu schreiben. Bethesda hat jahrelang hinter verschlossenen Türen daran gearbeitet und ihr neues Mammut-Werk auf der diesjährigen E3 zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit vorgestellt und auf der Gamescom noch mehr davon gezeigt. Seither haben alle sehnsüchtig gewartet. Mich eingeschlossen. Bea genauso. Und Janine sowieso.

 

Fallout Shelter war da anfangs ganz nett als kleiner Anheizer, hat sich aber leider recht schnell abgenutzt. Und hat mit dem vierten Teil von Fallout auch relativ wenig zu tun. Also zurück zum eigentlichen Thema - das Spiel mit dem ich meinen restlichen Winter verbringen werde (sorry, Menschen). Die Welt in die man komplett versinken kann. Der Grund warum ich Halo 5 seit dem 10.11. nicht mehr in die Xbox gepackt habe. Raus aus dem Vault 111 und ab nach Boston.

Raus in die weite, weite Welt
Raus in die weite, weite Welt

Und jetzt kommt das gleiche Problem, das man im Spiel selbst auch hat. Man weiß nicht wo man anfangen soll. Bethesda hat einfach alles richtig gemacht. Aber mit einem "Geiles Spiel" könnt ihr auch nur wenig anfangen. Also werde ich jetzt chronologisch durchgehen und ein bisschen Revue passieren lassen, was mir im Ödland von Boston so passiert ist. Vielleicht verlier ich mich dann auch in Kleinigkeiten, aber dann seht ihr wenigstens umso besser wie Fallout 4 wirklich sein kann.

 

Gleich am Anfang hat mich der vierte Teil der Fallout-Reihe sehr positiv überrascht. Man startet nicht wie im dritten Teil oder in New Vegas bereits in der Zeit, in der alles schon verstrahlt ist, sondern erstellt den Charakter noch vor der atomaren Krise. So hat man später einen direkten Vorher-Nachher-Vergleich und auch Storytechnisch wurde dieses Element perfekt in die Handlung eingebunden. Wir spoilern hier natürlich nicht wie und warum, aber es sei verraten, dass die Geschichte sehr spannend ist und mich zumindest sofort in ihren Bann gezogen hat. Das hatte Fallout finde ich auch immer schon besser drauf, als Elder Scrolls. Muss man auch mal sagen.

Natürlich fließt erstmal viel Zeit in die Charakter-Erstellung.
Natürlich fließt erstmal viel Zeit in die Charakter-Erstellung.

Nachdem man seinen Charakter, wahlweise männlich oder weiblich, fertig hat, geht alles recht flott und man landet in Vault 111. Dort passiert einiges, unter anderem wird hier auch die Hauptquest in's Rollen gebracht und ihr bringt ein kleines Tutorial hinter euch. Fallout 4 spielt aber natürlich hauptsächlich woanders, als in eurem Start-Vault und so geht es früher oder später nach draußen. Dort seht ihr dann das erste Mal das Ausmaß der atomaren Katastrophe und müsst euch in der neuen Welt zurecht finden. Meine erste Aktion - Pipboy raus. Radio an. Die Auswahl der Lieder für Fallout hat mich seit Fallout 3 in ihren Bann gezogen. I don't want to set the world on fire läuft übrigens auch in Teil 4 wieder im Radio. Mein Favorit ist aber diesmal Uranium fever. Aber gut, konzentrieren wir uns wieder auf die Hauptquest.

 

Ihr kommt also zurück in euer altes Haus, trefft ein bekanntes Gesicht, findet eure erste anständige Ausrüstung und macht euch auf den... - hey, was ist denn das? Eine Tankstelle mit 'nem Raketenschild! Geil! Sofort hin da und schauen was es da zu holen gibt. Hier findet ihr dann auch den aus dem Trailern bereits bekannten Dogmeat, der euch sogar begleiten kann, wenn ihr das möchtet. Ihr merkt es vielleicht schon, an jeder Ecke gibt es viel zu entdecken und zu finden. Aber gut, konzentrieren wir uns wieder auf die Hauptquest.

Ist der nicht unglaublich süß?
Ist der nicht unglaublich süß?

In der ersten wirklich größeren Siedlung trefft ihr auf feindliche Raider und auf eine der verschiedenen Fraktionen, denen ihr euch im Laufe der Geschichte anschließen und Aufgaben für diese erledigen könnt. Ihr findet dann auch relativ bald eure erste Powerrüstung und die Gruppe Überlebender macht sich auf den Weg in eure alte Siedlung Sanctuary um dort ihre Zelter aufzuschlagen.


Und da kommt der nächste dicke Brocken. Ihr könnt bzw. sollt für sie die Siedlung ausbauen. Ja, richtig gehört, in Fallout 4 könnt ihr allerhand Dinge bauen. Das Material dafür findet ihr überall auf eurem Abenteuer. Klebeband, Stahl, Stoff und und und. Es ist also so ziemlich jeder Gegenstand im Spiel zu etwas zu gebrauchen. Ihr könnt auch richtig radikal alle möglichen Gegenstände, die sich noch in Sanctuary befinden verwerten und damit neue Häuser, Verteidigungsmaschinen oder Läden bauen. Die Möglichkeiten sind so gut wie unbegrenzt und haben mich schon wieder dazu verleitet einfach mal Häuser zu bauen, diese einzurichten und mehr Bewohner in meine Ansiedlung zu locken. Weitere 2-3 Stunden versenkt. Aber gut, konzentrieren wir uns wieder auf die Hauptquest.

Beim Bauen könnt ihr euch richtig austoben. Wie bei den Sims oder in Minecraft, nur cooler.
Beim Bauen könnt ihr euch richtig austoben. Wie bei den Sims oder in Minecraft, nur cooler.

Den Gag könnten wir jetzt noch lange weiterführen. Man muss aber nicht alles überstrapazieren. An Fallout 4 gibt es von meiner Sicht aus nichts zu bemängeln. Klar gibt es hier und da Frameratedrops oder seltsame Glitches. Aber die gab es bei Bethesda immer und die wird es immer geben. Vor allem wenn das Spiel so riesig ist wie dieses hier. Da kann man drüber hinwegsehen und das stört den Spielfluss nicht. Zumindest war es bei mir nie der Fall.


Ich konnte komplett eintauchen in die große Welt, die mir hier vorgesetzt wurde und nach meinen 20 einhalb Stunden im Spiel bin ich noch nicht annähernd fertig mit der eigentlichen Geschichte. Von den Nebenquests möchte ich garnicht erst anfangen. Die stapeln sich in meinem Pipboy fröhlich. Bevor ich jetzt aber zum Fazit übergehe muss ich noch ein paar Dinge mehr loben. Erstens - Der Pipboy, der euch neben dem Radio noch Zugriff auf euer Inventar, eure Gesundheitsanzeige, die Karte oder auch die Quests liefert, ist wunderschön aufgebaut, ihr könnt die Farbe in der er leuchtet frei auswählen und er dient euch als Taschenlampe in dunklen Räumen. Lange auf der Pipboy-Taste bleiben und dunkle Räume sind kein Problem mehr. Hab ich lange nicht gerafft. Deswegen sei das mal kurz erwähnt.

Bisschen klobig am Arm, aber trotzdem ein wunderschönes Accessoire.
Bisschen klobig am Arm, aber trotzdem ein wunderschönes Accessoire.

Zweitens: Der Fähigkeitenbaum, den ihr über den Pipboy ansteuern könnt. Hier wurde reduziert soweit es ging und trotzdem ist das ganze noch komplex genug um viele verschiedene Wege mit eurem Charakter einschlagen zu können. Wollt ihr lieber viel schleichen und dabei großen Schaden anrichten? Kein Problem! Seid ihr eher die, die im Rambo-Modus die Feinde einfach ohne Deckung niederballern wollen? Macht das! Es bleibt komplett euch überlassen, wie ihr Fallout 4 angeht und welche Spielweise euch am meisten Spaß macht.


Drittens, und damit der letzte Punkt vor der Wertung: Die Anpassungsmöglichkeiten. Wie geil ist es denn bitte, dass man im vierten Teil der Reihe nun Rüstungen und Waffen aufbessern kann? So könnt ihr ein und die selbe Waffe in zwei komplett verschiedene Richtungen entwickeln. Bei den Rüstungen genauso. Entweder eher leicht, mit mehr Strahlenschutz, dafür etwas weniger gepanzert. Oder verstärkt, schwer und möglichst kugelsicher. Euch stehen alle Türen offen und die Fenster hat Bethesda gleich noch dazu aufgemacht.

I'm a Fatmaaaaan. Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop. Ba-Bop-Ba-Dop-Bop.
I'm a Fatmaaaaan. Ski-Ba-Bop-Ba-Dop-Bop. Ba-Bop-Ba-Dop-Bop.

Bleibt also von meiner Seite nurnoch eins zu sagen - endlich bin ich fertig mit der Review und kann wieder Fallout spielen gehen. Was Bethesda hier wieder abgeliefert hat ist oberste Spitzenklasse und ein heißer Anwärter auf mein Spiel des Jahres. Aber da muss ich nochmal alles durchdenken, 2015 war ein großes Videospiel-Jahr. Wer für 60€ die größtmögliche Spielzeit sucht oder wem bei Witcher 3 das Setting nicht so gefällt der ist hier richtig aufgehoben.


"Uranium fever has done and got me down."


Wertung:

5 von 5 Vault Boys.
5 von 5 Vault Boys.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0